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Der Künstler Harry S. mit seinem fliegenden Karl Valentin aus Bronze.

Bronzeskulpturen von Harry S.

Erdinger gibt Satellit ein Münchner Gesicht

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Wer durch den neuen Terminal 2-Satelliten flaniert, hat gute Chancen, alte und prominente Bekannte zu treffen: Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Helmut Fischer, Helmut Dietl und ein Dackel – alle aus Bronze. Die Skulpturen sind vom Erdinger Künstler Harry S., der mit echten Namen Harry Seeholzer heißt.

Der waschechte Erdinger hat nicht nur ein Faible für die Luftfahrt, sein Herz schlägt auch für den Flughafen. „Ich mag den Moos-Airport. Gut, dass wir ihn hier in der Region haben.“ Der Flughafen ist seit vielen Jahren Bühne für Harry S.: Immer wieder zeigt er hier seine Bilder und Skulpturen. Mitte Mai eröffnet er im Terminal 2 ein weiteres Mal eine Galerie, diesmal auf 350 Quadratmetern. Der Münchner Fliegerei hat er zum 20. Geburtstag des Airports im Moos eine eigene Bilderserie entwickelt. In „Happy landings“ hat er die Flughäfen mit seiner charakteristischen Note, den geschwungenen Linien über das fertige Werk, auf Leinwand gebannt: Oberwiesenfeld, Riem und jetzt MUC II.

Die Eurotrade, die als Konzerntochter der FMG die Läden im neuen Satelliten betreibt, musste also nicht lange suchen, als es um „Kunst am und im Bau“ ging. „Die Eurotrade wollte einige Skulpturen, die München repräsentieren“, berichtet Harry S. von den ersten Verhandlungen. Religiöse oder politische Prominenz sollte es aufgrund der Internationalität der Örtlichkeit nicht sein. Und so wurden es die Volksschauspieler Karl Valentin, Liesl Karlstadt und Helmut Fischer sowie Starregisseur Helmut Dietl – und ein Dackel.

Im Herbst legte der 56-Jährige los – mit der Motorsäge. Aus massiven Stämmen schnitt er die Körper. „Die Gesichter habe ich zuvor modelliert, weil sie wesentlich genauer sein müssen“, berichtet Harry S. Aus den Holzmodellen fertige er Abgüsse aus Silikon. Die Negative kleidete Harry S. mit einer drei bis vier Millimeter dicken Schicht aus Wachs aus. „Das relativ weiche Material lässt sich viel leichter und konturschärfer bearbeiten“, sagt der Künstler. Im nächsten Schritt wurden die Skulpturen in Schamott gegossen, wo sie aushärteten und fest wurden. Zugleich verschwand as Wachs. Das Aufbringen der ebenfalls bis zu vier Millimeter dicken Schicht aus Bronze war nicht der letzte Schritt. Danach wurden die lebensgroßen Statuen poliert, geschliffen gewachst und gebeizt. Seit dem ersten Tag des Satelliten grüßen die fünf populären Münchner, als ob sie schon immer im Flughafen verweilt hätten. Finden kann man sie inmitten der Duty-Free-Welt auf den Ebenen vier und fünf. Hier wurden sie auf Dauer aufgestellt.

Nach dem Mammut-Auftrag kann Harry S. nur kurz durchschnaufen. Im Sommer wird seine zweite Röhrenskulptur auf einem Kreisverkehr in Erding-West aufgestellt. Infos unter www.harry-s.com.

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