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Bürgerversammlung 

Ampeln und Anliegerstraßen

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Verkehrsprobleme waren das beherrschende Thema in der Erdinger Bürgerversammlung. Vor allem aus der Freisinger Siedlung kam Kritik. Zum neuen Gewerbegebiet zwischen Dachauer und Sigwolfstraße fand OB Max Gotz klare Worte.

Erding– Vor vollem Haus absolvierte Oberbürgermeister Max Gotz am Dienstagabend die vierte von insgesamt fünf Bürgerversammlungen in Erding. Der kleine Saal der Stadthalle war gut gefüllt und die Anfragen aus dem Publikum nach seinem eineinhalbstündigen Rechenschaftsbericht zahlreich.

„Keiner will Logistik“

Zum 24 Hektar großen Gewerbegebiet an der Dachauer/Sigwolfstraße, das vor allem wegen der XXL-Halle kontrovers diskutiert wird, stellte Gotz klar: „Ich kenne keine Stimme, die sagt, wir wollen hier Logistik, einschließlich die des Bürgermeisters.“ Der Begriff Logistik sei etwas ungeschickt gewählt worden. Grundsätzlich gehe es darum, qualitative Arbeitsplätze zu sichern, zu schaffen und zu erhalten. Dies sei angesichts der Auflösung des Fliegerhorstes, wo dann 1000 Arbeitsplätze wegfallen, wichtig. Schließlich sei der „Wohlstand in Erding nicht gottgegeben“. Man müsse ihn durch Arbeitsplätze halten. Neben der riesigen Gewerbehalle sollen Flächen für Handwerker und Kleingewerbe entstehen. „Wir werden sehen, ob sie davon Gebrauch machen“, sagte Gotz.

Bauverzögerungen

Eine Großbaustelle mit weitreichenden Folgen für die Verkehrsführung ist der Abbruch und Neubau der maroden Fehlbach-Brücke an der Freisinger Straße. „Wir hatten noch gar nicht angefangen und schon Probleme mit der Baufirma“, bekannte der OB. Er habe sogar selbst mit ihr telefoniert und gedroht: „Vor euch muss ich meine Kollegen im Städte- und Gemeindetag warnen.“ Das sei schon schwere Kost, und man werde den Zeitplan nicht halten können, vor Weihnachten das Brückenbett fertig zu haben. „Ich hoffe, dass wir zügig mit der Firma Wadle fertig werden.“ Mittlerweile hat es einen Wettbewerb für ein Kunstwerk an der Brücke gegeben, „das dem Glockengießer-Handwerk Rechnung tragen wird“.

Die Umleitungen durch die Sperre der Freisinger Straße haben zwei Ampelanlagen an der Münchener/Krankenhausstraße und Am Gries/Anton-Bruckner-Straße notwendig gemacht, „damit der Stadtbus seinen Fahrplan wenigstens einigermaßen einhalten kann“, so Gotz.

Dass es trotzdem regelmäßig zu Staus kommt und sich Auto- und Lkw-Fahrer immer mehr Schleichwege durch Siedlungen suchen, sprachen einige Bürger an. Tobias Hunn schlug vor, die Ampeln an der Anton-Bruckner-Straße auf „Grüne Welle“ zu schalten, um den Verkehrsfluss zu erhöhen. Das gehe nicht, antwortete der OB, denn die beiden Ampeln an der Kreuzung zur Johann-Sebastian-Bach-Straße und an der Kreuzung Landshuter/Alte Römerstraße müssten dafür aufwändig erneuert werden.

Günther Bornschlegel ist die Ampel an der Johann-Sebastian-Bach-/Kreuzung Anton-Bruckner-Straße suspekt. „Jetzt muss man als Fußgänger extra drücken.“ Außerdem sei die Grünphase zu kurz, um die Straße als Fußgänger zu überqueren. Gotz antwortete, es gebe viele ältere Bürger, die die Bedarfsampel verlangen würden, auch Sehbehinderte würden sich so sicherer fühlen.

Durchfahrt verboten

Rudi Kirmeyer monierte, dass die Breslauer Straße in der Freisinger Siedlung Richtung Siglfing gesperrt und nur noch für Anlieger frei sei. Dies hatte Herbert Maier (Grüne) unlängst schon im Stadtrat moniert. Gotz antwortete, dass dies in erster Linie wegen der chaotischen Verkehrssituation am Kronthaler Weiher im Sommer so entschieden wurde. Er werde allerdings prüfen lassen, „ob wir das in eine sinnvolle Regelung reinbringen“. Schließlich soll es nicht zum Nachteil der Anwohner sein.

Dass auch Siglfing mit steigendem Durchgangsverkehr – vor allem von Lastwagen – zu kämpfen habe, erzählte Volker Jostes. Er regte an, aus der Ortsdurchfahrt eine Anliegerstraße zu machen. Das werde schwer, sagte Gotz und schlug eine Anwohnerversammlung vor, um eine pragmatische Lösung zu finden.

Die Gottfried-Keller-Straße, eine kleine Seitenstraße (Sackgasse mit Wendehammer) der Ganghoferstraße in der Freisinger Siedlung, ist seit einem Vierteljahr nur noch für Anlieger frei. Elke Uhlschmid wundert sich darüber. „Warum darf jetzt jeder überall seine Privatstraße machen“, fragte sie in der Bürgerversammlung.

Parkplätze

Ein frisch Zugezogener habe sich mit guten Kontakten ins Rathaus gebrüstet, und kurz drauf sei die neue Regelung gekommen. Eine Nachbarin habe einen 30-Euro-Strafzettel vom Ordnungsamt bekommen, weil sie dort geparkt und das neue Schild übersehen habe.

Gotz sagte zu, der Sache nachzugehen, erklärte aber auch, dass die Parknot an vielen Stellen selbst gemacht sei, „weil Kaminholz, Surfbretter oder Motorräder in der Garage stehen“. In der Parksiedlung habe die Stadt durchgegriffen. „Erst gab’s einen großen Aufschrei, und jetzt sind jede Menge Parkplätze an den Straßen dort frei.“

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