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106 neue Wohnungen mit einem Quadratmeter-Mietpreis unter zehn Euro baut die Oberbayerische Heimstätte nach dem Abriss in Klettham. Die Stadt hat Belegungsrechte

Bürgerversammlung Klettham

Höher bauen gegen die Wohnungsnot

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Wohnen, Parken und der Radverkehr – diese Themen brannten den Kletthamern in der Bürgerversammlung im Pfarrsaal St. Vinzenz auf den Nägeln. Die Besucher machten von ihrem Rederecht regen Gebrauch.

Klettham - Jakob Wanderer erkundigte sich nach den Wohnungsneubauten gegenüber der evangelischen Kirche. OB Max Gotz erklärte, dass dort nach dem Abriss des Altbestands 106 neue (Miet-)Wohnungen entstünden. Im Kern der Siedlung seien die Blöcke Erdgeschoss plus drei Stockwerke hoch. Der Mietpreis werde sich nach dem Erdinger Mietspiegel richten. „Er wird also unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen“, sagte Gotz. Auch eine Tiefgarage sei geplant. Die Oberbayerische Heimstätte nutze das Grundstück in Erbpacht. „Die Stadt hat deswegen Belegungsrechte“, so Gotz.

In diesem Zusammenhang griff der OB verschiedentliche Versuche auf, den Kommunen beim Flächenverbrauch Fesseln anzulegen. „Wenn wir es ernst meinen, mehr Wohnraum zu schaffen, dann werden wir nicht umhin kommen, höher zu bauen.“

Zudem monierte Wanderer die Parkmoral in Klettham. Erträglich sei es nur dort, wo die Stadt Markierungen aufgebracht habe. Da konnte ihm Gotz nur Recht geben. Einmal mehr wies er darauf hin, dass viele Garagen eher Speicher oder Lagerplätze seien. „Die Autos müssen dann auf die Straße“, ärgerte er sich. Es gebe immer mehr gefährliche Situationen, unter anderem an schönen Tagen am Kronthaler Weiher.

Der OB berichtete, dass das Personal im Ordnungsamt deutlich aufgestockt worden sei. „Überwacht wird jetzt auch in den Abendstunden und am Wochenende.“ Er appellierte an die Bürger, notorische Parksünder dem Rathaus zu melden.

Bartholomäus Sellmaier erkundigte sich nach der umstrittenen Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs). Gotz erwiderte: „Wir haben keine, und der Stadtrat hat zum Glück jedem Versuch widerstanden, eine einzuführen.“ Er lehne die Strabs ab, „weil sie maximal ungerecht ist“. Hinzu komme, dass einzelne Grundbesitzer bei Straßensanierungen über Gebühr zur Kasse gebeten würden. „Die Strabs birgt ein enormes Konfliktpotenzial und stellt die Verwaltung vor enorme Herausforderungen,“ so Gotz.

Walter Hofmann kritisierte, dass auf dem Kreuzweg an der Sempt entlang zu viele Radler unterwegs seien, die sich noch dazu oft rücksichtslos verhielten. Dem stimmte der OB zu und sagte zu, auch dort das Ordnungsamt vorbeizuschicken.

Rudi Zweck wollte wissen, warum der Radweg von der Hagebau-Kreuzung parallel zur Sigwolfstraße nur eine aufgekieste Piste sei. Gotz antwortete ihm, dass ein Grundeigentümer die geplante Fortführung verhindere. Zudem müsse man erst die Hochwasserstudie abwarten, ehe auf dem Erdbeerfeld wieder gebaut und in diesem Zuge der Radweg asphaltiert werden könne.

Sven Balzer monierte, dass in der Erdbeerfeld-Siedlung, immerhin eine Spielstraße, oft zu schnell gefahren werde – nicht selten von Eltern des Montessori-Kinderhauses. Gotz bekannte, diese Beschwerden zu kennen. Daher würden alle Kinderbetreuungseinrichtungen diesbezüglich Post vom Rathaus bekommen. Blitzen in diesem Bereich sei wegen der Enge jedoch schwierig und daher nicht rechtssicher.

Roland Wintersberger störte sich an den geparkten Fahrzeugen an der Riverastraße. „Da wird man zum Geisterfahrer.“ Gotz will einen Ortstermin, meinte aber auch: „Ist es eng, wird langsamer gefahren.“

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