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<!-- mediasuite internal html copy -->Ein neuer architektonischer Hingucker entsteht im Nordwesten von Erding, unmittelbar an der Flughafentangente: Hier realisiert die Unternehmensgruppe Scharl eine große Beherbergungsstätte für Landes- und Bundesbeamte. 200 Apartments, Sport- und Gruppenräume sind in den drei Komplexen vorgesehen. Jetzt ist die Baugenehmigung da.

40 Millionen Euro für Beherbergungsstätte – Baugenehmigung liegt vor – Im Herbst geht’s los

Für 200 Beamte ein Dach über dem Kopf

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Es ist eines der größten Einzelbauvorhaben in Erding: Die Unternehmensgruppe Scharl realisiert im Nordwesten Erdings, unmittelbar an der Flughafentangente Ost, eine Beherbergungsstätte mit 200 voll eingerichteten und ausgestatteten Einheiten für Landes- und Bundesbeamte.

Erding - Die hindernisreichen Planungen laufen bereits seit 2013. Jetzt hat Scharl von der Stadt Erding die Baugenehmigung erhalten. Mit dem Bau der Zufahrtsstraße zur Anton-Bruckner-Straße soll noch heuer begonnen werden. Die Verträge mit der Gemeinde Oberding, auf deren Flur die Straße liegt, sind nach Angaben von Scharls Anwalt Christian Otto frisch in trockenen Tüchern.

Straße wird heuer gebaut, Unterkunft ab 2021

Der Startschuss für die Beamtenunterkunft XXL könnte 2021 erfolgen. Bauingenieur Christian Brunner rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Die Unternehmensgruppe Scharl kalkuliert mit einem Invest von rund 40 Millionen Euro. Das Vorhaben soll nicht nur den Wohnungsmarkt in der Region entlasten. Es wird auch vor allem am Flughafen München tätigen Polizisten und Zöllnern weite Anfahrtswege ersparen.

Verhandlungen und Planungen seit 2013

Vor sieben Jahren waren die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Investor Georg Scharl, Jurist Otto und Planer Brunner das erste Mal zusammengekommen. Die Bima suchte dringend Wohnraum vor allem für Bundespolizisten während ihres Dienstes am – wachsenden – Münchner Flughafen.

2013 bewarb sich Scharl um das Projekt, die Verhandlungen liefen gedeihlich. Doch dann kam ihnen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in die Quere, das eigentlich den Neubau eines Justizgebäudes im italienischen Brescia betraf. Der EuGH verlangte, dass Vorhaben für mehr als fünf Millionen Euro europaweit ausgeschrieben werden müssen.

EuGH setzte alles wieder auf Null - wegen eines Rechtsstreits in Italien

Diesem Richterspruch hätte sich auch Scharl unterwerfen müssen, hätte er ausschließlich über die Bima beziehungsweise das Bundesfinanzministerium an Bundesbeamte vermietet.

Otto berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, dass alle Beteiligten diese Ausschreibung vermeiden wollten. Darum wurde das Projekt, für das die Stadt Erding ein Sondergebiet ausgewiesen hat, hinsichtlich des Nutzerkreises geändert. Fortan war es kein reines Bundespolizeiquartier mehr. Bis zu sechs Monate – längere Nutzungen lässt das gewerbliche Wohnen in einem Sondergebiet nicht zu – können hier auch Landespolizisten, Zöllner und Lehrer, aber auch alle anderen Beamten und Mitarbeiter von Bundes- und Landesbehörden wohnen. Auf der Basis dieser Konfigurationen werden die Banken auch Kredite für das 40-Millionen-Projekt ausreichen.

Finanziell gefördertes Mieten

Scharl kündigte an, für die Nutzung eine Betreibergesellschaft zu gründen oder den Betrieb an Externe, etwa eine Hotelkette, zu vergeben. Der Fokus liegt nach wie vor auf einer Nutzung durch die am Flughafen tätigen Bundesbeamten der Bundespolizei und des Zolls, die über die Bima ermittelt und finanziell unterstützt werden.

Drei Gebäude mit 200 Einheiten

Insgesamt werden in den drei Gebäudekomplexen, die zwei beziehungsweise drei Etagen und ein aufgesetztes Staffelgeschoss hoch sind, 200 Ein-Zimmer-Einheiten mit je 24 bis 26 Quadratmetern Nutzfläche untergebracht. Hinzu kommen laut Brunner Sport-, Gemeinschaft- und Lehrräume. Auch im Garten gibt es Sportanlagen. 100 Stellplätze werden ebenerdig, in das Gebäude integrierten Carports sowie in einer Tiefgarage geschaffen.

Scharl ist überzeugt, „dass der Bedarf mehr als vorhanden ist“. Einen Teil der 200 Einheiten wird sich die Bima für Bundesbeamte reservieren. Und Scharl ist froh, „dass es endlich losgeht“.

EuGH warf
Planungen zurück

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