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Christoph Lochmüller (54) heißt der Bundestagskandidat der Grünen.

Grüne nominieren Christoph Lochmüller als Bundestagskandidat

Bundestag: Erding fliegt aus Kandidatenkarussell

Christoph Lochmüller heißt der Bundestagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Erding-Ebersberg. Der Hohenlindener setzte sich am Samstag in der Aufstellungsversammlung seiner Partei in Vaterstetten gegen Maria Feckl, Ami Lanzinger, Jonas Lorenz, Gunter Schmidt und Andreas Wichmann durch – je drei aus Erding und Ebersberg.

Erding/Vaterstetten Christoph Lochmüller heißt der Bundestagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Erding-Ebersberg. Der Hohenlindener setzte sich am Samstag in der Aufstellungsversammlung seiner Partei in Vaterstetten gegen Maria Feckl, Ami Lanzinger, Jonas Lorenz, Gunter Schmidt und Andreas Wichmann durch – je drei aus Erding und Ebersberg.

Damit steht fest: Keiner der bislang nominierten Bundestagskandidaten ist aus Erding. Der Vorstand der Erdinger Grünen hatte auf Ami Lanzinger gehofft, der das Votum des Landesvorstands der Grünen Jugend Bayern im Rücken hatte. Mit ihm wäre ein aussichtsreicher Listenplatz möglich gewesen. Das ist jetzt völlig offen.

Die Kandidaturen Feckls aus Forstern und Lorenz’ aus Pastetten sollen parteiintern nicht unumstritten gewesen sein. Beide sind Politneulinge, der 22-jährige Lorenz trat nach Informationen unserer Zeitung erst vor zwei Wochen in die Partei ein, wohl wegen der Kandidatur. Er erhielt nur fünf Stimmen.

Erst im dritten Wahlgang erreichte der 54-jährige Lochmüller die absolute Mehrheit. Von den 81 Wahlberechtigten hatten ihm in der Stichwahl gegen Feckl 53 ihre Stimme gegeben. Feckl erhielt 24, zwei stimmten mit Nein, weitere zwei enthielten sich.

Voller Freude nahm Lochmüller die Wahl an. „Wir verändern diese Republik“, rief er in die Reitberger Halle in Vaterstetten. „Wir können bundesweit die stärkste Kraft werden.“ Der Geschäftsführer einer Aufzugsfirma, studierter Maschinenbauer und Biolandwirt, steht nach eigenen Worten für klimafreundliche, faire und gerechte Politik: „Seit Jahrzehnten bin ich überzeugter Grüner und stolz darauf, dass unser Unternehmen klimaneutral ist.“ Mit diesen Worten stellte sich der verheiratete Vater dreier Kinder den Kreisverbänden Ebersberg und Erding zur Wahl. „Waldsterben, Tschernobyl, Wackersdorf und die Exxon-Valdez-Ölpest waren die aufrüttelnden Ereignisse, die in meiner Jugend meine grünen Grundüberzeugungen geprägt haben.“

Anders als in der CSU gelte es zu gestalten und nicht den Themen hinterherzuhecheln. „Wir haben die Alternativen und den besseren Gesellschaftsentwurf, der mehr Chancen und Fairness für alle bietet. Wir haben die Konzepte für die überfällige Veränderung und die Aussöhnung der Gesellschaft.“

Immer wieder bekam er in seiner Vorstellungsrede Applaus, etwa wenn er über nachhaltige Lebensmittel, Photovoltaik oder Windenergie sprach. Die Veränderung der Gesellschaft sieht er als wesentliche Aufgabe der Politik. Geschlechtergerechtigkeit und die Förderung des Gemeinwohls sind ihm dabei zentral. Regenerative Energien müssten viel stärker genutzt werden, Respekt und Wertschätzung unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Hautfarbe oder Kultur gelten.

Auch zur lokalen Politik äußerte sich Lochmüller: Die Isentalautobahn sei völliger Quatsch. Inzwischen stehe man sogar länger im Stau als früher. Neue Verkehrswege dieser Art seien unsinnig, man müsse über eine neue Verkehrspolitik nachdenken.

Erdings Kreisvorsitzende Helga Stieglmeier hätte zwar gerne einen der Ihren an der Spitze gesehen, versicherte aber: „Wir werden Christoph auf jeden Fall nach Kräften unterstützen.“  pke/ham

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