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Dialog in Berlin: MdB Andreas Lenz (l.) gestern in der Fraktion mit Verteidigungsstaatssekretär Thomas Silberhorn.

Überraschung am Fliegerhorst

Bundeswehr will in Erding neu bauen

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Das Verteidigungsministerium liefert eine neue Begründung, warum der Fliegerhorst erst 2024 geschlossen werden kann: Für das Elektronikzentrum findet sich kein Ersatzgebäude. Nun soll neben dem Institut Wiweb neu gebaut werden.

Erding - Ende Mai hatte Verteidigungsstaatssekretär Thomas Silberhorn verkündet, die Schließung des Erdinger Fliegerhorst müsse erneut verschoben werden – von 2021 auf 2024. Als Grund gab das Ministerium an, dass in Manching Gebäude nicht fertig würden, die das Waffensystemunterstützungszentrum 1 nach dem Abzug aus Erding dort benötigt. Recherchen unserer Zeitung und des CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz zeigen nun: Diese Erklärung ist falsch.

Lenz wurde darüber am Montagabend von seinem Fraktionskollegen Silberhorn informiert. Unsere Zeitung erfuhr es gestern vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. „Wir mussten leider feststellen, dass die Angabe, die verzögerte Rückgabe des Fliegerhorsts Erding beruhe auf verzögerten Baumaßnahmen in Manching, nicht korrekt ist“, so ein Sprecher.

Grund für die Verschiebung sei „vielmehr die Verlegung eines Anteils des Elektronikzentrums der Bundeswehr, das sich derzeit noch auf dem Fliegerhorst in Erding befindet“. Die Suche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach einer geeigneten Gewerbeimmobilie zur Unterbringung dieses Elektronikzentrums im Raum Erding „war leider erfolglos“, so ein Sprecher des Bundesamts. In gleicher Weise äußerte sich der Staatssekretär.

Der Bund will darauf mit einem Neubau reagieren – am Wehrwissenschaftlichen Institut Wiweb nördlich der Kaserne. „Der hierfür notwendige Neubau soll bis Ende 2023 fertiggestellt sein“, teilt der Sprecher mit.

Alle übrigen Maßnahmen zur Schließung des Fliegerhorstes würden unverändert gelten. „Insbesondere liegen die Baumaßnahmen in Manching im Zeitplan und sollen 2021 fertiggestellt werden. Der Umzug der künftig dort stationierten Kräfte kann somit nach jetzigem Stand zeitgerecht stattfinden“, erklärt das Bundesamt.

Das Elektronikzentrum der Bundeswehr (EloZBw) hat seinen Sitz in Bad Bergzabern und ist für die Instandhaltung, Wartung und Pflege von elektronischen Geräten zuständig. Eine von vier Außenstellen befindet sich in Erding. Hier werden nach den Worten eines EloZBw-Sprechers Wetterdaten für die Luftwaffe gesammelt und analysiert. Wie groß die Liegenschaft in Erding ist und wie viele Menschen dort arbeiten, konnte er nicht sagen.

Lenz gibt sich mit diesen Informationen nicht zufrieden. „Dass es plötzlich einen neuen Grund für die Verzögerung gibt, wundert mich.“ Deswegen wolle er mehr wissen – was geplant sei, was es koste, und wie viele Menschen betroffen seien. Er will sich dafür einsetzen, „dass die Konversion nicht verzögert wird, zumal das EloZBW nur ein kleiner Teil sein dürfte“. Vor allem der Ringschluss dulde keinen Aufschub. Lenz betonte, er stehe im Dialog mit der Stadt. Mit Max Gotz habe er bereits gesprochen. Auch der Oberbürgermeister sei weiter skeptisch. Lenz sagte aber auch, eine weitere Bundeswehr-Einrichtung in Erding freue ihn.

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