Intensive Gespräche zwischen Caritas und Landkreis

Schuldnerberatung: Hartes Ringen um einen Kompromiss

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Um die künftige Organisation der Schuldner- und Insolvenzberatung im Kreis Erding wird intensiv gerungen. Ein Kompromiss deutet sich zumindest an.

Erding – Wie berichtet, sieht ein neues Gesetz die beiden Aufgaben, Schuldner- und Insolvenzberatung, ab dem neuen Jahr bei den Landratsämtern vor. Das bedeutet nach derzeitigem Stand, dass die Caritas als jahrzehntelanger Anbieter ihre Dienste zu Jahresbeginn 1999 einstellen müsste, weil sie keine Zuschüsse mehr erhalten würde.

Nach Recherchen unserer Zeitung könnten sich beide Institutionen diese Aufgabe aber doch teilen – mit je einem Berater. Es finden derzeit intensive Gespräche zwischen der Kreisverwaltung sowie Caritas-Geschäftsführerin Barbara Gaab und Josef Erhard als Vorsitzendem des Caritas-Kuratoriums statt.

In diese Richtung dürfte auch ein Antrag an den Kreistag gehen, den die Fraktionen von SPD und Grünen am Montag im Kreisausschuss angekündigt haben. Dieses Papier würde die Angelegenheit von der Verwaltungs- auf die politische Ebene bringen. Entschieden werden müsste wohl noch im Dezember.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) widerspricht der Aussage der Caritas, Erding sei der einzige Landkreis, der die Schuldner- und Insolvenzberatung einem externen Träger wegnehme, um sie selbst zu übernehmen.

Neu an der Kreisverwaltung angesiedelt werde die Beratung auch im Kreis Starnberg sowie bei der Stadt Aschaffenburg. Darüber hinaus, so der Landrat weiter, gebe es etliche Landkreise, die die Beratung selbst anbieten – neben der Landeshauptstadt München die Kreise Donau-Ries, Günzburg, Neu-Ulm, Kitzingen, Bad Kissingen und Main-Spessart.

Andernorts werde die Aufgabenverteilung noch geprüft – in den Kreisen Oberallgäu und Amberg-Sulzbach sowie in den Städten Memmingen und Amberg.  

Lesen Sie dazu auch: „Caritas verliert Schuldner- und Insolvenzberatung, wird aber Wohnungslotse für Asylbewerber. Landrat: Ich reiße nicht alles an mich“ und

Kommentar zum Wochenende: Vorsicht vor schnellen Schuldzuweisungen

Rubriklistenbild: © dpa / David Ebener

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