Sein erstes eigenes Album stellte Michael Benker (r.) am Wochenende in der Gruberei in Erding vor. Die Texte sind alle auf Bairisch und sind aus dem Leben gegriffen.
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Sein erstes eigenes Album stellte Michael Benker (r.) am Wochenende in der Gruberei in Erding vor. Die Texte sind alle auf Bairisch und sind aus dem Leben gegriffen.

CD Präsentation Michael Benker

Der poetische Bazi

Wohnzimmer-Atmosphäre hat Michael Benker bei der Präsentation seines ersten eigenen Albums geschaffen. Der erste Stock der Gruberei in Erding füllt sich am Samstagabend, die Plätze werden knapp. Die Gäste sind gespannt, was der Erdinger Musiker – bekannt als Gründer der Band Blackjack – da unter dem Titel „Wia a Blattl im Wind“ präsentieren wird.

Erding – Benker merkt man schon bei der Begrüßung die Freude über sein neues, sehr persönliches Werk an. Die meisten der 14 Titel habe er 2017 geschrieben, erzählt er gut gelaunt dem Publikum. Die Texte – alle auf Bairisch – stammen von ihm und aus der Feder des Erdinger Künstlers Harry S., der auch das Titelbild der DC gemalt hat, sowie von den Musikern Thomas Bittner und Sebastian Krons-eder. Ehrlich, nachdenklich und aufmunternd sind die musikalischen Botschaften. Sie sind unverkennbar in einer Lebensphase verfasst, in der man zum Nachdenken kommt. Lebensfragen wie „Bleib ich auf dem Sofa liegen oder pack ich nochmal an?“ lässt der 51-Jährige in seinen Titeln anklingen, um diese postwendend mit dem Song: „Fuchzge? Scheiß doch drauf“, zu beantworten. Viele Gäste – augenscheinlich mit ähnlichen Erfahrugen – nicken zustimmend.

Dann gibt es etliche Liebeslieder, eines davon ist sogar seiner Heimatstadt „Arding“ gewidmet. In einem weiteren lässt er Bayern hoch leben. Bei „Gott mit dir, du Land der Bayern“ sitzt Benker versunken am Piano und lässt seine volle Stimme zur Geltung kommen. Konstantin Wecker hätte es nicht besser gemacht.

Aber auch lustige Songs wie „Bazi“ sind auf dem Album und machen gute Laune, nicht zuletzt, weil sie der sympathische Musiker auch genau so rüberbringt. Für Lacher sorgt der Multiinstrumentalist mit seinem Looper-Experiment. Dabei nimmt er eigene Melodien mit verschiedenen Instrumenten und Stimmen auf und kreiert so eine Band mit Chor, die ihn begleiten soll. Allerdings spielt die Technik nicht ganz mit, Benker besinnt sich auf das, was er kann mit dem Kommentar: „Wer braucht schon einen Looper?“

Und er kann nicht wenig: Er ist am Piano genauso zuhause wie an der Gitarre, am Bass oder an der Ukulele. Obwohl er ein bekennender Balladen-Fan ist, kommen auch poppige Songs wie „Pause“ oder „Baggerweiha“ überzeugend daher. Denn eigentlich ist laut Benker alles „Ganz einfach“. Das Publikum ist begeistert, Benker gibt noch drei Zugaben, bevor er seine Fans entlässt mit dem Lied: „Schlafts guad, mit eich was so schee, a b’sonderer Abend mit ganz liabe Leit“. Stimmt, Michael Benker, es war ein besonderer Abend. Schön war es mit dir.  and

Die CD

„Wia a Blattl im Wind“ gibt es online unter www.michael-benker.de

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