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Cineplex Erding: Ein Kino im Kino

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Von: Mayls Majurani

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„Film ab“, heißt es ab Donnerstag im neuen Studio A. Die Kinobetreiber Andreas und Paul Fläxl sowie die Theaterleiterinnen Cornelia Hoffmann und Heidi Simon (v. l.) freuen sich auf den Startschuss.
„Film ab“, heißt es ab Donnerstag im neuen Studio A. Die Kinobetreiber Andreas und Paul Fläxl sowie die Theaterleiterinnen Cornelia Hoffmann und Heidi Simon (v. l.) freuen sich auf den Startschuss. © Mayls Majurani

Das Cineplex-Kino Erding eröffnet am 18. August zwei neue Säle mit eigenem Foyer und Luxussitzen. Außerdem soll es für alle Kinofans bald ein Flatrate-Ticket geben.

Erding – Noch hängt eine große Plastikfolie an der Tür im Cineplex-Kino, die in die Räume der ehemaligen Tanzschule führen. Dahinter sind Handwerker im Einsatz, verlegen Teppiche oder streichen Wände. Bis kommenden Donnerstag. Denn ab 18. August sollen die beiden neuen Kinosäle bespielt werden. Gestern stellten die Betreiber die Studios A und B vor.

Es ist ein Kino im Kino: „Wir haben ein eigenes Foyer für die Studios, das durch eine zweiflüglige Tür vom restlichen Kino getrennt sein wird“, erklärte Geschäftsführer Andreas Fläxl. Die Tür ist aber noch nicht eingebaut – Lieferengpässe. „Sie wird wohl am letzten Tag vor der Eröffnung ankommen.“ Anders als das Foyer, wo bisher auch keine Couchen oder Stehtische zu sehen sind, ist das Studio A schon einsatzbereit. Es bietet 46 Plätze, acht davon sind Luxussitze.

Im Studio B fehlen nur noch Kleinigkeiten. Dort gibt es 40 Plätze. Und auch dort besteht die oberste Reihe aus acht Luxussitzen, in die man sich alleine oder auch zu zweit hineinlegen kann. Je drei der Luxussitze sind Pärchensitze. Auch das ist ganz neu in Erding. Künftig muss sich der Körperkontakt nicht aufs Händchenhalten beschränken: „Dein Kino liebt dich, komm kuscheln“, fasste Kino-Sprecherin Karin Glück schmunzelnd zusammen.

Wer den Film bequem mit hoch gelegten Beinen in den Luxussitzen sehen will, muss einen Aufpreis von vier Euro in Kauf nehmen. Die restlichen Plätze in den neuen Studios kosten genauso so viel wie die in den bestehenden zehn Kinosälen.

Die neuen Leinwände sind je 6 mal 3,50 Meter groß. Bespielt werden sie von der Decke aus, einen Vorführraum gibt es nicht mehr. Da die modernen Projektoren sehr leise arbeiten, könnten sie direkt im Saal hängen. Physische Filme aus Zelluloid gibt es ohnehin nicht mehr, alles ist digital. „Die kann man mit dem Laptop oder sogar mit dem Smartphone steuern“, sagt Fläxl. Und äußerst energiesparend seien sie auch, genauso wie die komplette Lüftungs- und Kühltechnik der Studios. „Es wird hier bedarfsorientiert geheizt oder gekühlt.“ Heißt: Wenn der Saal voll ist, muss weniger geheizt werden. Oder andersrum. Davon verspricht sich Fläxl „eine erhebliche Energieeinsparung“.

Aber wie sieht eigentlich das Zuschauerverhalten im Moment aus? „Aktuell sind wir bei etwa 60 Prozent der Zahlen von 2019, also vor der Pandemie“, erklärt Fläxl. Um das zu ändern, arbeitet das Cineplex-Team auf Hochtouren. „Wir müssen schauen, dass vor allem die jungen Leute nicht verlernen, ins Kino zu gehen“, sagt der 37-Jährige.

Die neuen Säle mit Luxusplätzen sind ein Anfang. Und die nächsten Investitionen seien schon in Vorbereitung: „Wir werden auch fünf unserer Bestandssäle mit Luxussitzen ausstatten.“ Zudem können die Studios für Veranstaltungen wie Firmenevents oder Geburtstage gemietet werden. Deshalb ist es gar nicht so unpraktisch, dass sie ein eigenes, abgetrenntes Foyer haben.

Auch weitere Aktionen sind geplant. Am Samstag und Sonntag, 10./11. September, findet ein Kinofest statt, das der Hauptverband deutscher Filmtheater initiiert hat. An diesem Wochenende nach dem Herbstfest kosten unter anderem in Erding alle Filme nur fünf Euro Eintritt. Und zu einem späteren Zeitpunkt will Familie Fläxl ein Flatrate-Ticket einführen: Für 25 Euro darf man 25 Tage lang so oft ins Kino gehen, wie man will – nicht nur in Erding, sondern auch in den Cineplex-Kinos in Neufahrn und Vilsbiburg, die Familie Fläxl mittlerweile in der vierten Generation betreibt.

„Wir wollen die 100 Prozent wieder erreichen“, sagt Fläxl zuversichtlich. Auch Glück ist optimistisch: „Den neuen Eberhofer-Krimi haben am Startwochenende genauso viele Menschen besucht wie vor drei Jahren.“

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