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Weiß nicht, wo sie sich angesteckt hat: CSU-Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf.

Dritte Welle schwillt weiter stark an - 60 neue Fälle

CSU-Abgeordnete und Ex-Ministerin positiv auf Corona getestet: „Rieche und schmecke nichts“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die CSU-Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf hat sich mit Corona infiziert. Sie ist nicht die erste Politikerin aus der Region. Die Dritte Welle schwillt weiter stark an.

Erding – Ulrike Scharf hat sich mit Corona infiziert. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte die frühere Umweltministerin. Seit Montag vergangener Woche hat sie die Diagnose. Frühestens Ende dieser Woche könnte sie die Quarantäne beenden.

CSU-Abgeordnete Ulrike Scharf mit Corona infiziert

„Ich frage mich die ganze Zeit, wo ich mich angesteckt haben könnte“, sagte Scharf unserer Zeitung, „aber ich weiß es einfach nicht“. Sie spüre Symptome: „Ich rieche und schmecke derzeit nichts. Ansonsten fühlt es sich an wie eine Grippe.“ Darüber hinaus gehe es ihr aber den Umständen entsprechend gut. Aufgekommen waren die Gerüchte am Sonntag, als Scharf bei der Delegiertenversammlung der Erdinger Kreis-CSU wegen Krankheit entschuldigt wurde. Das Treffen fand als „Auto-Kino“ auf einem Parkplatz im West Erding Park statt.

Scharf ist nicht die erste Politikerin aus dem Landkreis, die sich mit Sars-COV-2 infiziert hat. Vor ihr hatte es schon Erdings Zweite Bürgermeisterin Petra Bauernfeind (FW) und ihren Mann, den früheren Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind, erwischt. Der Wartenberger Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) hat gerade die zweite Ansteckung hinter sich, diesmal allerdings symptomfrei. Bereits zu Beginn der Pandemie hatten sich Scharfs Bruder Martin und dessen gesamte Familie infiziert.

Die dritte Corona-Welle baut sich auch im Landkreis weiter auf – und das mit stark zunehmender Geschwindigkeit. Das Gesundheitsamt berichtet von 60 neuen Infektionen, die seit Freitag bekannt geworden sind. So viel waren es seit Wochen nicht mehr. Die Infizierten sind zwischen null und 66 Jahre alt. Das zeigt auch: Die über 80-Jährigen sind mittlerweile fast vollständig vor Corona geschützt.

Corona in Erding: Viele Tests übers Wochenende

Die hohe Zahl dürfte auch mit den vielen Tests übers Wochenende zusammenhängen: 1131 waren es, vor allem am Testzentrum des Landkreises und der Malteser in Dorfen. Das Robert-Koch-Institut gibt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 91,9 Neuinfektionen binnen einer Woche, bezogen auf 100 000 Einwohner an. Vor einer Woche waren es 48 neue Fälle und eine Inzidenz von 77,4 gewesen. Im aktuellen Wert sind die Fälle vom Wochenende allerdings noch nicht berücksichtigt. Damit dürfte der Landkreis Erding in den nächsten Tagen den Schwellenwert von 100 reißen. Die Geschäfte müssten dann wieder auf Click & Collect umstellen, sprich schließen. Danach gilt dann erneut eine nächtliche Ausgangssperre sowie Kontaktbeschränkungen auf eine haushaltsfremde Person.

Corona in Erding: Bisher 104 Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19

Insgesamt sind nun 5674 Fälle bekannt, berichtet Landratsamtssprecherin Nicole Tietze. Die Zahl der Genesenen steigt um 23 auf 5262. Folglich gelten derzeit 308 Landkreisbürger als Sars-Cov-2-positiv, 36 mehr als am Freitag. Übers Wochenende ist ein weiterer Covid-19-Erkrankter gestorben. Damit steigt die Zahl der Pandemie-Opfer auf 104, so Tietze weiter.

Corona in Erding: Nur noch sieben Patienten im Klinikum

Es gibt aber auch noch gute Nachrichten. Denn im Klinikum Erding werden nur noch sieben Viruspatienten behandelt. Damit konnten seit Freitag fünf das Krankenhaus verlassen. Ein Covid-19-Kranker liegt auf der Intensivstation und muss künstlich beatmet werden.

Corona in Erding: Mehr als 20.000 Impfdosen verabreicht

Erstmals gibt es im Landkreis mehr als 20.000 Impfungen. 20.264 Dosen wurden mittlerweile verabreicht. Allein am Freitag waren es 334, davon 37 durch das mobile Team. 13 442 Bürger sind mittlerweile geschützt, 6822 bereits das zweite Mal. Fast 5000 Dosen haben bisher Kliniken und Arztpraxen im Landkreis für Impfungen erhalten.

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