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Zentrum des VHS-Angebots ist das Haus an der Lethnerstraße in Erding. Außerdem wird in vielen Außenstellen im Landkreis unterrichtet.

Verbandsversammlung

Corona beschert der Volkshochschule  Erding große  Einbußen

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Die Volkshochschule Erding muss coronabedingt mit finanziellen Einbußen rechnen. Die Folgen werden wohl bis 2023 spürbar sein, befürchtet der neue VHS-Vorsitzende Bernhard Mücke.

Erding „Corona hat bei der Volkshochschule Spuren hinterlassen.“ Dies bekannte Geschäftsführer Claus Lüdenbach am Mittwoch in der Verbandsversammlung der als Zweckverband organisierten Bildungseinrichtung, dem alle Gemeinden im Landkreis angehören. Es ist eine schwierige Zeit, die vor ihnen und dem neuen VHS-Vorsitzenden Bernhard Mücke liegt.

Der Oberdinger Bürgermeister wurde einstimmig zum Nachfolger des ehemaligen Neuchinger Gemeindechefs Hans Peis gewählt, der der VHS seit 2011 vorstand. Mückes Stellvertreter sind Erdings OB Max Gotz (wie bisher) und Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (für Manfred Ranft/Wartenberg).

Mücke kündigte für die nächste Verbandsversammlung im September einen Plan an, wie man das finanzielle Problem lösen wolle. Er rechnet damit, dass die Auswirkungen von Corona bis mindestens 2023 spürbar sein werden. „Ich will Kurzarbeit für die Mitarbeiter vermeiden“, kündigte er an. Diese sei nicht nur ein schlechtes Zeichen. Es gebe gerade wegen Corona viel Arbeit in der Verwaltung. Dort beschäftigt die VHS 15 Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit). Die mehr als 300 Dozenten und Kursleiter arbeiten freiberuflich.

Kurzarbeit sei auch „betriebswirtschaftlich kontraproduktiv“, so Mücke. Es bringe auf lange Sicht nichts, das Angebot zurückzuschrauben. Die Erfahrung zeige, dass Einrichtungen und Betriebe, die dies tun, größere Schwierigkeiten haben, zu alter Stärke zurückzufinden.

Zuvor hatte Lüdenbach berichtet, dass „die Einnahmen extrem zurückgegangen sind“. Von der Corona-Krise unmittelbar betroffen war das Frühjahrssemester, das Mitte März abrupt abgebrochen werden musste. Die finanziellen Ausfälle lägen im Vergleich zum Vorjahressemester im sechsstelligen Bereich. Die VHS habe den Teilnehmern die Kursgebühren erstattet – viel Arbeit für die Mitarbeiter in der Verwaltung. Besonders betroffen waren die drei größten Fachbereiche Gesundheit, Kunst/Kultur und Sprachen.

Seit Anfang vergangener Woche könne die VHS wieder Kurse anbieten, freute sich Lüdenbach. Die größte Gefahr der wochenlangen Zwangsschließung habe für ihn darin bestanden, die Bindung zu den Teilnehmern zu verlieren. Die Kurse bis zum Sommer finden unter neuen Voraussetzungen statt – weniger Teilnehmer in größeren Räumen. Das bedeute eine geringere Marge für die VHS nach Abzug der Kursleiter-Kosten. Aber letztlich gehe es darum, zu zeigen: „Wir sind da und stehen zu unserem Bildungsauftrag.“

Zum Vergleich: Im Sommer 2019 hat die VHS 319 000 Euro eingenommen, heuer sind es nur 140 000 Euro. Dabei biete man aktuell 458 Kurse mit 4240 Teilnehmern an, so Lüdenbach. Im vergangenen Sommer waren es 537 Kurse und fast 6000 Teilnehmer.

Trotz der finanziellen Folgen des Corona-Lockdowns bleibt Lüdenbach optimistisch und hofft, „dass wir alle gemeinsam die Krise gut bewältigen werden“. Als „schönes Zeichen der Verbundenheit“ wertet er die starke Unterstützung von Bürgern. „Viele haben auf die Erstattung der Kursgebühr verzichtet.“ Gegenwert: rund 10 000 Euro.

Erstes Opfer der Corona-Krise ist das VHS-Programmheft, das es für den Herbst nur als Flyer oder Broschüre geben wird. Jeder Haushalt im Landkreis soll ein Exemplar erhalten. Nicht nur die Kosten für das Heft von gut 30 000 Euro, sondern auch die fehlende Planungssicherheit seien für diese Entscheidung ausschlaggebend gewesen. „Wir werden erst im September seriösere Perspektiven geben können“, sagte Lüdenbach.

Viel Lob und Dank gab es abschließend für den scheidenden VHS-Vorsitzenden Hans Peis und seinen Stellvertreter Manfred Ranft. „Du hast dieses Haus geprägt“, lobte Mücke seinen Vorgänger, „auch weil du eine künstlerische Ader hast, die mir komplett fehlt“. In Peis’ Amtszeit hätten sich die Unterrichtseinheiten verdoppelt. „Es war vor allem die Leistung der Mitarbeiter“, gab der so Gewürdigte das Lob bescheiden weiter.

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