Claus Lüdenbach: Der Geschäftsführer mussdie VHS durch schwierige Zeiten führen.
+
Claus Lüdenbach: Der Geschäftsführer mussdie VHS durch schwierige Zeiten führen.

Finanziell schwierige Zukunft

Corona-Beschränkungen: Volkshochschule Erding muss ihr Programm abspecken

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
    schließen

An den Volkshochschulen ist Präsenzunterricht wieder erlaubt. In Erding versucht die VHS ab 15. Juni, ein abgespecktes Sommerprogramm anzubieten. Vieles ist noch unklar. 

Erding– Wochen der Zwangsschließung hat auch die Volkshochschule (VHS) Erding hinter sich. Jetzt ist Präsenzunterricht wieder erlaubt, doch einfach umzusetzen ist er nicht. Zu viel ist noch unklar. Ab 15. Juni will es die VHS versuchen. Ein großes Manko, auch in finanzieller Hinsicht: Die beliebten Bewegungskurse dürfen drinnen noch nicht stattfinden. Die VHS Erding arbeitet an einem Konzept, will zumindest ein abgespecktes Sommerprogramm anbieten.

VHS-Geschäftsführer Claus Lüdenbach und sein Team in der Verwaltung haben anstrengende Wochen hinter sich. Seit dem Corona-Lockdown sind im VHS-Haus an der Lethnerstraße zwar die Kursräume verwaist, in den Büros – und im Homeoffice – wird allerdings mit Hochdruck gearbeitet. Denn früh hatte sich die VHS Erding dazu entschieden, alle Kurse des Frühjahrssemesters, das im Februar begann und bis Sommer gelaufen wäre, abzubrechen und tausenden von Kunden die Gebühren zurückzuerstatten.

Frühjahrssemester: Kursgebühren erstattet

„Die Rückabwicklung war sehr arbeitsintensiv“, sagt Lüdenbach. Ende Mai war sie abgeschlossen. Jetzt geht der Blick nach vorne: „Wir planen schon seit Wochen, wie es weitergehen soll.“ Per E-Mail hat der Geschäftsführer jetzt alle Kunden darüber informiert, „dass die VHS nach dem Ende der Pfingstferien wieder Präsenzkurse anbieten wird“. Es werde ein Sommerprogramm mit Kursen organisiert, für die man sich anmelden könne. „Allerdings müssen Mindestabstände und weitere Vorschriften beachtet werden, weshalb leider nicht alle Kurstypen angeboten werden können“, schränkt Lüdenbach ein.

„Jeder Fachbereich wird in den nächsten Tagen Kontakt mit den Teilnehmern aufnehmen, für die es passende Kurse im neu angelegten Sommerprogramm gibt.“ Auf der Internetseite www.vhs-erding.de werden die neuen Kurse nach und nach veröffentlicht.

Lüdenbach hofft auf das Verständnis der Kunden, die der Volkshochschule oft schon seit vielen Jahren die Treue halten. Einige von ihnen haben sogar auf die Rücküberweisung der Frühjahrskursgebühr verzichtet. „Das zeigt, wie verbunden die Bürger mit der VHS sind.“

19 000 Kursteilnehmer pro Jahr

Allein im Gesundheitsbereich hat die Einrichtung der Erwachsenenbildung, die als Zweckverband organisiert ist, in dem alle 26 Gemeinden des Landkreises Mitglied sind, rund 8000 Teilnehmer im Jahr. Das sind etwa 40 Prozent aller Teilnehmer (19 000). In der zweiten großen Sparte, den Sprachen, spricht Lüdenbach von 5200 Teilnehmern. Sie sind das Gerüst der VHS, die sich zu gut 60 Prozent aus Kursgebühren finanziert. Dazu kommen die Beiträge der Kommunen. Diese zahlen 4,30 Euro pro Einwohner im Jahr. Der Freistaat steuert fünf Prozent des Jahresetats – er liegt bei rund 2,4 Millionen Euro – bei.

„Das große Problem ist: Wie geht’s im Herbst weiter“, sagt Lüdenbach. „Wir werden sicher das Programmheft so wie bisher nicht anbieten können.“ Die ausführliche Übersicht im DIN A4-Format und deren Verteilung kosten etwa 30 000 Euro. Es sei auch noch nicht klar, was ab Herbst wieder erlaubt sei, erklärt Lüdenbach das Dilemma. „Die finale Planung wird sehr kurzfristig sein.“

Finanzielle Einbußen

Muss die Teilnehmerzahl pro Kurs reduziert werden, verringert sich auch die Marge. „Wir brauchen schon einen Teil der Teilnehmer, um die Dozenten zu zahlen. Dann müssen wir auch selbst noch was verdienen.“ Zwar würden die Online-Vorträge sehr gut laufen, aber „im Gesamtbudget ist das ein Tropfen auf den heißen Stein“. Die Zuwächse könnten die Verluste nicht auffangen. Man könne sparen, sagt Lüdenbach, etwa weniger Kurse anbieten, mehr Online-Angebote oder Investitionen schieben.

Wie es genau weitergeht, bleibt abzuwarten. „Wir sind auf die Akzeptanz und Kulanz unserer Kunden angewiesen“, betont Lüdenbach und hofft auch auf die weitere Unterstützung der Kommunen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Biker-Protest gegen Kollektiv-Bestrafung
Motorrad, Lederkutte, Tätowierung. Unverkennbar sind das Kennzeichen von Bikern, oft auch als Rocker tituliert. Biker wie Markus Meßner aus Dorfen lieben die Freiheit …
Biker-Protest gegen Kollektiv-Bestrafung
Metalschrott im Acker: Erdinger Sondengänger will Landwirten helfen
Metallschrott auf Äckern kann für Tiere und Maschinen gefährlich werden. Sondengänger Alexander Benke bietet Landwirten seine Hilfe an.
Metalschrott im Acker: Erdinger Sondengänger will Landwirten helfen
Am Flughafen München: Mann lässt Koffer zusammen mit kurioser Nachricht zurück - mit fatalen Folgen
Ein 49-Jähriger ließ seinen Koffer einfach am Flughafen München zurück - zusammen mit einer kuriosen Nachricht. Was er damit auslöste, war ihm wohl nicht klar.
Am Flughafen München: Mann lässt Koffer zusammen mit kurioser Nachricht zurück - mit fatalen Folgen
138 000 Euro für die Gesundheit von 138 000 Bürgern
Dass wir uns im Alltag zu wenig bewegen und zu lange vor dem Bildschirm sitzen, ist bekannt. Der Gesundheit zuträglich ist diese Trägheit nicht. Im Landkreis Erding soll …
138 000 Euro für die Gesundheit von 138 000 Bürgern

Kommentare