Ulrike Scharf Landesvorsitzender der Frauen Union.
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Ulrike Scharf Landesvorsitzender der Frauen Union.

FU-Landeschefin fordert Öffnung der Schulen und Kindergärten

„Corona darf kein Bildungskiller sein“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Erding – Im Lockdown und beim Homeschooling bleibt die Arbeit vor allem an den Frauen hängen. Zu ihrem Sprachrohr macht sich nun die Frauen Union der CSU. Am Wochenende stellte deren Landesvorsitzende, die Erdinger Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf, ein Positionspapier vor, das Ministerpräsident Markus Söder nicht in allen Punkten schmecken dürfte.

Denn zwischen den Zeilen fordert Scharf mehr Mut beim Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens. Sie warnt: „Corona darf kein Bildungskiller sein.“

„Unter Einhaltung strenger Schutz- und Hygienekonzepte sowie einer klaren Teststrategie“ müsse umgehend Wechselunterricht stattfinden – vor allem an den Grundschulen, fordert Scharf. „Schnellstmöglich“ seien die Abschlussklassen aller Schulen in den Präsenzunterricht zurückzuholen. Bislang gilt das nur für die Gymnasien ab 1. Februar.

Das Positionspapier rechnet zudem mit der Schulpolitik ab, die der seit Monaten wenig glücklos wirkende Michael Piazolo (FW) zu verantworten hat. Die FU sieht nach den Worten Scharfs Defizite in der Kommunikation zwischen Ministerien, lokalen Behörden und Schulen. Zu komplex, zu langsam und zu praxisfern, lautet Scharfs Diagnose. Auch bei der Digitalisierung geht es der früheren Umweltministerin zu langsam. Lerninhalte müssten „an die Anforderungen unserer Zeit angepasst werden“. Heißt übersetzt: Was unsere Kinder lernen, ist veraltet. Zudem setzt sich die Frauen Union für mehr individuelle Förderungen und Möglichkeiten, Lerninhalte zu wiederholen, ein.

Auch wünscht sich die FU, dass in den Kindertagesstätten wieder mehr Leben einkehrt. Dazu bedürfe es Schnelltests für die Erzieherinnen. Sie müssten zudem umgehend ein Impfangebot erhalten, sobald die Hochrisiko-Gruppen geschützt sind. Scharf schlägt vor, den Corona-Bonus auf diese Personengruppe auszudehnen, die in der Pandemie seit Monaten Höchstleistungen erbringe.

Die Staatsregierung ruft sie auf, zu berechnen, ob auch den Eltern die Kindergartengebühren erstattet werden können, die auf die Notbetreuung angewiesen sind. Dies sollte nach Auffassung Scharfs für den Zeitraum ab März 2020 gelten, als Bayern in den ersten Lockdown ging. Für sie steht fest: „Bildung ist unser Zukunftsgarant. Sie ist das bedeutendste Gut unserer Gesellschaft.“  ham

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