+
Die zweite Welle auf einen Blick: So rasant hat sich Corona seit 1. Oktober im Landkreis ausgebreitet.

70 neue Infektionen am Mittwoch – 26. Todesopfer

Alkoholverbotszonen in fünf Orten

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Mittwoch das erste Mal seit Tagen zumindest leicht zurückgegangen: 70 meldet das Gesundheitsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat sich mit 320,3 kaum verändert. Aktuell gelten 678 Landkreisbürger als Corona-positiv, 16 weniger als am Dienstag.

Erding –  Allerdings gibt es den 26. Covid-19-Toten zu beklagen, teilt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer mit. Im Klinikum werden 34 Sars-CoV-2-Patienten (Mittwoch: 37) behandelt, davon fünf auf der Intensivstation und zwei beatmet (7/2). Die Nicht-Corona-Intensivstation war am Dienstag kurzzeitig abgemeldet, ein Patient musste verlegt werden, um ein Bett in Bereitschaft zu halten. Derzeit sind auf der Corona-Intensivstation zwei Plätze frei, auf der „normalen“ einer, sagt Klinikumssprecherin Daniela Fritzen. „Die Lage kann sich aber jederzeit ändern.“

Seit Mittwoch gilt die 10. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die das öffentliche Leben beträchtlich einschränkt (wir berichteten). Unter anderem darf die Wohnung nur aus triftigen Gründen verlassen werden, es gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.

Der erste Tag im Distanzunterricht verlief nicht reibungslos. Bayernweit stürzte die Lernplattform Mebis für mehrere Stunden ab (siehe Bayernteil), am Korbinian-Aigner-Gymnasium ging nach Informationen unserer Zeitung ein Server in die Knie.

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz beschloss gestern ein Konzept zur Einführung von Alkoholverbotszonen, berichtet Fiebrandt-Kirmeyer. „In den fünf größten Orten werden in Abstimmung mit den Kommunen und der Polizei Plätze definiert, an denen der Konsum von Alkohol komplett verboten wird. Zusätzlich wird eine Maskenpflicht angeordnet.“ Landrat Martin Bayerstorfer bedauert in diesem Zusammenhang, „dass es insbesondere in der Nähe von Glühweinständen, immer wieder zu Gruppenbildungen kommt, die unter den jetzigen Voraussetzungen mit hohen Fallzahlen und steigenden Todesfällen keinesfalls zu tolerieren sind“.

Auch überwacht das Gesundheitsamt die von der Staatsregierung vorgeschriebene Pflicht, Pflegepersonal zweimal pro Woche zu testen, genau, so die Sprecherin.

Zudem gelten strenge Maßstäbe, was Aufenthalte von Heimbewohnern bei ihren Familien anbetrifft. „Verpflichtend ist eine fünftägige Quarantäne sowie ein negatives Testergebnis, bevor sie zurück ins Heim kommen können“, so Bayerstorfer. „Das ist mit Rücksicht auf die anderen Bewohner und das Personal dringend erforderlich.“ Für Heime mit Infektionsfällen gilt ein absolutes Besuchsverbot.

Im Landkreis haben sich seit März 3118 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, 2414 haben es überstanden, 85 mehr als am Vortag. Die Zahl der Tests stieg um 278 auf 24 349. 

Die neuen Fälle kommen aus: Erding (30), Wartenberg, Dorfen (je 5), Isen, Moosinning (je 4) Berglern, Hohenpolding, Oberding, Pastetten (je 3), Eitting, Langenpreising (je 2), Buch am Buchrain, Fraunberg, Inning am Holz, St. Wolfgang, Taufkirchen und Walpertskirchen (je 1).

Über folgende Einrichtungen verhängte das Gesundheitsamt nach positiven Tests neu Quarantäne: Kindergarten St. Franziskus Erding (18 Kinder/4 Betreuer), Grundschule am Mühlanger in Dorfen (46), Grundschule Forstern (19 Kinder/1 Lehrer), Grundschule am Lodererplatz Erding (18 Kinder/1 Praktikant), Grund- und Mittelschule Isen (15/1), Realschule Taufkirchen (27/1).

ham

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare