Lieber im Biergarten: Die aktuell wenigen Sonnenstunden in Erding nutzen die Gäste aus und gönnen sich eine Mahlzeit oder ein Getränk beim Gasthaus Erdinger Weißbräu.
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Lieber im Biergarten: Die aktuell wenigen Sonnenstunden in Erding nutzen die Gäste aus und gönnen sich eine Mahlzeit oder ein Getränk beim Gasthaus Erdinger Weißbräu.

„Die Leute sind hungrig und wollen raus“

Außengastronomie wieder geöffnet – Gäste begeistert trotz wechselhaftem Wetter

  • vonMayls Majurani
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Die Biergärten im Landkreis Erding sind wieder geöffnet. Zumindest einige. Andere warten noch auf besseres Wetter.

Landkreis – Noch spielt das Wetter nicht so richtig mit, aber die Außengastronomie darf in Bayern wieder öffnen – vorausgesetzt die Inzidenz im jeweiligen Landkreis ist stabil unter 100. Die Betonung liegt hierbei auf „darf“. Denn bei weitem nicht alle Betriebe haben ihre Terrassen oder Biergärten hergerichtet. Viele warten noch ab und hoffen, dass es ab Juni wärmer wird. Andere dagegen empfangen schon freudig die ersten Gäste der Saison.

„Die Leute sind hungrig und wollen raus“, hat Michael Hildebrandt, Betriebsleiter des Gasthauses Erdinger Weißbräu, beobachtet. „Wir haben uns relativ kurzfristig entschieden, wieder aufzusperren und das Ganze mit einem etwas kleineren Angebot auszuprobieren“, erzählt er. Dadurch habe sogar das To-go-Geschäft etwas gelitten: „Viele setzen sich jetzt in den Biergarten, statt das Essen mitzunehmen.“ Der Anklang bei den Gästen sei ein „positives Zeichen für die Gastronomie“, findet der Betriebsleiter: „Es macht wahnsinnig Spaß, nach so langer Zeit wieder da zu sein.“

„Gott sei Dank sind die Biergärten wieder geöffnet“

Wenige Meter weiter auf der anderen Straßenseite ist auch der Außenbereich der Gruberei bereits geöffnet. „Es ist schön, nach so langer Zeit wieder irgendwo sitzen und einen Kaffee trinken zu können“, sagte Bernhard van Hoof, der am relativ sonnigen Dienstag aus Maria Thalheim in die Kreisstadt fuhr. „Weil ich auf dem Land lebe, war es für mich schon auszuhalten ohne Gastronomie, aber ich glaube für die Stadtbewohner war es sicherlich eine harte Zeit.“

Auch in der Gruberei an der Langen Zeile in Erding war am Dienstag jede Menge los.

Das konnte das Erdinger Ehepaar Helga und Uwe Sadlowski bezeugen: „Gott sei Dank sind die Biergärten wieder geöffnet“, sagte Helga Sadlowski. Sie freue sich auch, weil die Inzidenz im Landkreis zuletzt immer weiter fällt. „Wir konnten es wirklich kaum erwarten. Vorgestern waren wir auch schon beim Kaffeetrinken“, sagte Uwe Sadlowski.

Erding: Sommergarten öffnet am 3. Juni

Ganz anderer Meinung ist David Ritter, der die Kennedy-Bar und den Sommergarten in Erding betreibt. „Die Leute werden doch krank. Wir haben noch keine Temperaturen für den Biergarten“, sagt er. Seit einigen Tagen ist die Freischankfläche am Kennedy bereits hergerichtet, von der wenig ästhetischen Innenstadt-Baustelle wird sie durch Planen abgeschirmt. Darauf zu schauen ist ein herrlicher Ausblick auf einen See und Berge.

Doch die Gäste müssen sich noch ein paar Tage gedulden, bevor sie die humorvolle Aussicht genießen können. „Es macht keinen Spaß, wenn man mit Jacke und Schal draußen sitzt“, findet Ritter. Aber bald sei es so weit: Das Kennedy werde am 1. Juni wieder öffnen, erzählt der 36-Jährige, der Sommergarten dann zwei Tage später am 3. Juni.

Ohne Überdachung keine Chance

Auch der Erdinger Herzogstubn-Wirt Thomas Eichloff wartet auf den 1. Juni, um seine Freischankfläche herzurichten. „Ich habe keine Überdachung. An gewissen Tagen würde es auch so gehen, aber das Wetter ist zu unbeständig. Ich könnte den Betrieb nicht aufrecht erhalten.“ Auch die Küche der Herzogstubn ist weiterhin geschlossen, es gibt nur Getränke zum Mitnehmen – sehr zur Freude der jungen Menschen, die sich immer wieder an Wochenenden am Kleinen Platz versammeln.

Die Biergarten-Saison kaum erwarten konnte dagegen Günter Helfenbein vom Hirschbachwirt in Forstern. „Wir haben geöffnet, seit wir öffnen dürfen“, erzählt der Wirt. Er hätte auch gehofft, dass das Wetter mitspielt, „bisher lässt es uns aber eher im Stich“. Die Planung sei bei wechselhaftem Wetter schwierig: „Man kann nicht einschätzen, wie viele Leute kommen, deshalb haben wir noch ein leicht abgespecktes Angebot.“ Doch das sei nicht das einzige Problem, meint Helfenbein: „Die Regeln, etwa die Testpflicht, sind für viele Leute unverständlich. Wir sind sehr viel am erklären, das ist schon lästig.“

„Wir freuen uns auf die Normalität“

Die komplette Speisekarte bietet wieder das Gasthaus Rauch in Grucking an. „Im To-go-Geschäft hatten wir auch ein bisserl weniger, aber seit der Biergarten wieder auf hat, bieten wir die normale Karte an“, sagt Rudolf Rauch. Auf gutes Wetter wollte er im Gegensatz zu einigen Kollegen nicht warten. Nach der fünfmonatigen Komplettsanierung wollte er lieber gleich aufmachen „und langsam wieder hochfahren. Es gab viele Veränderungen, deshalb war es wichtig, dass wir uns ein bisschen einarbeiten.“

Glücklich, dass es wieder weitergeht, ist auch Sonja Jarosch, der das Café Oggi in Dorfen gehört: „Wir freuen uns, dass unsere Gäste wieder kommen können – und die freuen sich auch, nehmen es in Kauf, bei Regen unter dem Schirm zu sitzen.“ An den Pfingstfeiertagen öffnete sie ihre Terrasse zum ersten Mal. Mit dem Gästeaufkommen ist sie den Umständen entsprechend zufrieden und zeigt sich optimistisch: „Viele sind ja schon geimpft, wir freuen uns auf die Normalität.“

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