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Nach vielen Wochen im Distanzunterricht ist zumindest etwas Schulbetrieb wieder wünschenswert. Dieser Meinung sind auch (v.l.) Theresa, Franziska und Christina Gruber aus Wörth. 

Daheim oder in der Schule? Das wünscht sich die Jugend – Ab heute Wechselunterricht

Endlich wieder Freunde treffen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Frontalunterricht, Distanzunterricht, Wechselunterricht – im ersten Corona-Jahr ist den Schülern einiges abverlangt worden. Welche dieser Unterrichtsformen bevorzugen die Kinder?

Erding – Die Schwestern Theresa (14), Christina (12) und Franziska Gruber (10) aus Breitötting befinden sich seit 11. Januar (wieder) im Distanzunterricht. Für sie sei es eine große Umstellung gewesen, erneut nur von Zuhause am Schulunterricht teilnehmen zu können, erzählen sie. Auch wenn diese Situation bereits im März vergangenen Jahres eingetreten und abzusehen war, dass es eine zweite Welle geben wird, hatte es bis zuletzt niemand geglaubt.

Auf jeden Fall sei zu erkennen, dass es eine Verbesserung im Umgang mit den Medien gebe. Da sind sich die Schwestern einig. Alle hätten sich mit den Programmen über einen längeren Zeitraum auseinandersetzen können, und so kommt es mittlerweile seltener zu Schwierigkeiten.

„Dennoch treten aber immer wieder Probleme mit dem Internet auf“, erzählt Theresa, „deshalb ist der Unterricht teilweise schwer zu verfolgen“. Was die 14-Jährige auch festgestellt hat: Für etwas schüchterne Schüler sei es leichter, auf diesem Weg mit den Lehrern zu kommunizieren, da sie nicht direkt vor ihren Klassenkameraden stehen. Theresa besucht derzeit die 9. Klasse der Mädchenrealschule Heilig Blut in Erding. „Ich bin der Meinung, es sollte weiterhin Wechselunterricht stattfinden, da es ziemlich riskant ist, nach einem leichten Sinken der Inzidenzzahlen zu schnell zum vollen Präsenzunterricht zurückzukehren“, sagt sie.

Anna Pointner (17) aus Niederding, die die elfte Klasse der Fachoberschule in Erding besucht, ist ebenfalls der Wechselunterricht am liebsten. „So bleibt der regelmäßige persönliche Kontakt zu Lehrern und Mitschülern“, betont sie. „Während des Distanzunterrichts ist es zudem für manche Schüler nicht einfach, die Motivation immer aufrecht zu halten.“ Sie hält es zudem für sinnvoll, „nach so langer Zeit im Distanzunterricht, den Noten- und Leistungsdruck zu entzerren“.

Christina, die in der 5. Jahrgangsstufe ist, ist anderer Ansicht. Die Zwölfjährige möchte, dass sich alle Schüler wieder in den Frontalunterricht begeben sollten. „Zuhause ist es um einiges schwerer, sich zu konzentrieren, vor allem wenn man kleinere Geschwister hat“, erzählt sie. „In der Schule wird man weniger gestört, ich kann dort besser lernen.“ Und was für sie ebenfalls wichtig ist: „Ich möchte auch gerne wieder meine Freundinnen in der Schule treffen.“

Die gleiche Meinung vertritt Franziska (10). Sie hat festgestellt, dass es vor allem für Eltern, die eigentlich in die Arbeit gehen oder von Zuhause arbeiten müssen, schwierig ist, nebenbei ihre Kinder zu unterrichten.

Sarah Vogel (17) würde gerne täglich in die Schule gehen. Die Schülerin der 11. Jahrgangsstufe an der FOS Erding ist der Meinung, dass „die immer noch häufig auftretenden technischen Probleme durch diese Art von Schulbetrieb vermieden werden, und zudem wird ein besserer Austausch mit Lehrern und Mitschülern gewährleistet“.

Ebenfalls für den Präsenzunterricht ist Emilia Panitz (15), die in Wifling wohnt und derzeit die 9. Klasse der Mädchenrealschule Heilig Blut besucht. „Dort lernt man besser mit, und das Konzentrieren fällt mir im Unterricht leichter“ , sagt sie. „Außerdem wird es in der Schule nie langweilig, da man seine Freunde wieder sehen kann. Ich bin der Meinung, dass der Distanzunterricht auf Dauer sehr viel anstrengender ist.“ Aber egal, wie beim Thema Unterricht die Meinungen auch auseinandergehen. Alle wünschen sich, dass der Corona-Albtraum bald vorbei ist.

Am heutigen Montag beginnt für alle der Wechselunterricht – zumindest bis zu einer Inzidenz von 100. Tausende Schüler sehen heute ihre Klassenzimmer seit dem 16. Dezember das erste Mal wieder von innen. Weil die Inzidenz über 50 liegt, muss der Präsenzunterricht an den Grundschulen warten.

Melina Gruber

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