Eine Rentner-Ehepaar aus Erding beschloss, je 100 Euro von ihren Altersbezügen Bedürftigen zur Verfügung zu stellen. „Die Geschäfte sind geschlossen, wir können gar nicht alles ausgeben.“
+
“Die Geschäfte sind geschlossen“, erzählt Karl Bauer, sie könnten gar nicht alles ausgeben. Also spenden er und seine Frau.

Eine Hilfe für finanziell Angeschlagene in der Corona-Krise

Rentner-Ehepaar spendet 200 Euro monatlich

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Eine Rentner-Ehepaar aus Erding beschloss, je 100 Euro von ihren Altersbezügen Bedürftigen zur Verfügung zu stellen. „Die Geschäfte sind geschlossen, wir können gar nicht alles ausgeben.“

Erding – Karl und Erna Bauer (Namen geändert) leben in einer Wohnung in der Erdinger Innenstadt. Mit ihrer Rente kommen der 70- und die 68-Jährige gut aus. So gut, dass sie in Zeiten von Corona mit Menschen teilen wollen, die die Restriktionen im eigenen Geldbeutel spüren. Sie entschlossen sich, bis Dezember je 100 Euro von ihren Altersbezügen abzuzweigen und Bedürftigen zur Verfügung stellen. 

„Uns geht es gut, uns fehlt es an nichts“, sagt Karl Bauer der Heimatzeitung. „Im Gegenteil, wir haben fast ein bisschen zu viel. Die Geschäfte sind geschlossen, wir können gar nicht alles ausgeben.“ Die Bauers spenden seit Jahren an Weihnachten. Die Corona-Krise öffnete nun schon viel früher ihre Herzen – und ihre Geldbeutel.

Caritas sucht Nachahmer

„Wir wussten erst nicht, wer unsere Hilfe gebrauchen kann“, erzählt der Diplom-Ingenieur. „Anfangs wollte ich über Facebook einen Aufruf starten. Aber davon hat mir meine Frau dringend abgeraten, nicht dass das ausartet“, sagt der 70-Jährige schmunzelnd. So seien sie auf die Caritas gekommen – und rannten bei Geschäftsführerin Barbara Gaab offene Türen ein. Über je 100 Euro können sich die nächsten Monate eine ältere Dame und eine alleinerziehende Pflegerin freuen. „Die haben es sicher nötiger als wir.“

Gaab will die Aktion nun größer aufziehen. Über die Sozialen Medien sucht sie Nachahmer. „Das ist eine wunderbare Idee. Für viele stellt das Virus nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine wirtschaftliche Bedrohung dar.“ Wer teilen will, kann sich auf der Caritas-Facebookseite oder auf www.caritas-erding.de informieren.

Karl Bauer hat noch eine gute Idee: „Vielleicht kann der eine oder andere Vermieter bei Familien mit vermindertem Einkommen auf zehn Prozent der Kaltmiete verzichten. Das ist doch verkraft- und kalkulierbar.“

Hans Moritz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein Apotheker an der Spitze des ÖDP-Kreisverbands
Der ÖDP-Kreisverband hat sich an der Spitze neu formiert. Apotheker Dr. Wolfgang Reiter ist in der Kreisversammlung in Riedersheim zum Nachfolger von Stephan Treffler …
Ein Apotheker an der Spitze des ÖDP-Kreisverbands
Video-Premiere: „Kein Mensch wird als Rassist geboren“
Musiker Andi Starek hat seinen Song gegen Rassismus präsentiert. Mit dabei war auch Schirmherr Kabarettist Christian Springer.
Video-Premiere: „Kein Mensch wird als Rassist geboren“
Ideen fürs verkehrsgeplagte Taufkirchen
Für die Bürgerbefragung zum kommunalen Mobilitätskonzept wurden  2400  Taufkirchener angeschrieben. Aus 565 Antworten  leiten die Planer einige Probleme und …
Ideen fürs verkehrsgeplagte Taufkirchen
Corona: Die Warn-App verhält sich bislang ruhig
Seit zweieinhalb Wochen gibt es die Corona-Warn-App. Dem Erdinger Gesundheitsamt sind bislang keine Fälle bekannt, die auf diese Weise bekannt wurden. 
Corona: Die Warn-App verhält sich bislang ruhig

Kommentare