Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt, so die Händler, sei viel vernünftiger als im Supermarkt. Stimmen aus dem Grünen Markt in Erding.
+
„Bitte Abstand halten“ , heißt es am Stand der Bäckerei Zehetner. Die Kunden würden das aber auch ohne Papierschild hinbekommen, berichtet die Händlerin.

Menschen verhalten sich umsichtiger

Corona-Krise in Erding: Vernunft auf dem Wochenmarkt

Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt, so die Händler, sei viel vernünftiger als im Supermarkt. Stimmen aus dem Grünen Markt in Erding.

Erding – Supermärkte haben weiterhin geöffnet, während große Teile des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie eingeschränkt sind. Auch Wochenmärkte finden weiter statt, so auch der Grüne Markt auf dem Schrannenplatz in Erding. Und ein Einkauf dort sei, so die Händler, viel vernünftiger als im Supermarkt.

Die Kundschaft in Erding sei generell weniger als in anderen Gemeinden, erzählt Bio-Olivenölproduzent Russakis Emmanuil aus Dorfen. Einen weiteren Rückgang wegen der Corona-Krise habe er aber nicht beobachtet. Nur das Verhalten der Menschen habe sich verändert: „Die Leute sind vorsichtiger. Sie halten mehr Abstand.“ Angst habe er zwar „nur vor Gott“, schmunzelt der Dorfener, „aber ich bin trotzdem vorsichtiger. Ich trage immer Handschuhe beim Verkauf und wasche mir auch oft die Hände“.

Wegen Corona: Oma geworden aber das Baby noch nicht gesehen

Marlene Lohner vom Backwarenstand der Bäckerei Zehetner in Schröding findet die Zustände auf dem Grünen Markt fast harmonischer als in normalen Zeiten: „Wir haben zwar ein Kärtchen an die Scheibe geklebt, dass die Menschen Abstand halten sollen“, das sei aber gar nicht nötig gewesen: „Die Kunden halten den Abstand von sich aus. Es gibt überhaupt kein Gedrängel. Es funktioniert super“, erzählt Lohner. Das Virus mache ihr nur privat zu schaffen: „Ich bin letzte Woche Oma geworden, konnte das Baby aber noch nicht sehen.“

Von einem Kundenrückgang berichtet dagegen Margot Ableitner aus Ergoldsbach (Kreis Landshut): „Die Leute sind verunsichert, und es kommen tatsächlich weniger.“ Ableitner betreibt auf dem Erdinger Markt seit über 30 Jahren einen Suppen- und Soßenstand. Sie selbst habe auch Vorkehrungen getroffen, trage Handschuhe oder desinfiziere ihre Hände immer, wenn sie etwa mit Geld in Berührung kommt.

„Wochenmärkte sind sicherer als Supermärkte“

Das Kundenprofil habe sich aber durch die Krise nicht verändert. Es seien weiterhin vor allem die älteren Stammgäste, die kommen. Die Ergoldsbacherin ist überzeugt: „Wochenmärkte sind sicherer als Supermärkte. Wir sind im Freien, und die Kunden haben Platz zum Abstand halten.“ Es seien bereits einige Märkte abgesagt worden, „deshalb ist es sehr wichtig, dass es in Erding weitergeht“.

Auch der Erdinger Bauernmarkt freitags am Bauernhausmuseum an der Taufkirchener Straße ist geöffnet, heute von 12 bis 16.30 Uhr. Es gibt aber keine Bewirtung. 

Mayls Majurani

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Deutsche Glasfaser in Langenpreising?
Soll die Deutsche Glasfaser auch in Langenpreising tätig werden? Am 4. August tagt der Gemeinderat zu diesem Thema öffentlich. Bürgermeister Josef Straßer kündigte in …
Deutsche Glasfaser in Langenpreising?
Deso Cube bei Edeka in Forstern: Waschanlage für den Einkaufswagen
Seit kurzem kann man bei Edeka in Forstern seinen Einkaufswagen selbst desinfizieren. Die neue Mini-Waschanlage steht direkt vor dem Eingang.
Deso Cube bei Edeka in Forstern: Waschanlage für den Einkaufswagen
Corona: Viele Tests und eine neue Infektion
Trotz derzeit intensiver Tests hat sich die Corona-Lage im Landkreis nach einigen lokalen Infektionsherden vorerst wieder beruhigt. Ein Kindergarten reagierte besonders …
Corona: Viele Tests und eine neue Infektion
Erinnerungen an Georg Ratzingers Zeit in Dorfen
Heute wurde der am 1. Juli verstorbene Papst-Bruder Georg Ratzinger in Regensburg beigesetzt. Um ihn trauern viele Menschen – auch in Dorfen. Denn der im Alter von 96 …
Erinnerungen an Georg Ratzingers Zeit in Dorfen

Kommentare