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Noch laufen die Renovierungsarbeiten in der Therme. Die weltgrößte Wellnessanlage wartet auf Vorgaben der Politik, hat aber selbst ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Sie ist für die Wiedereröffnung gerüstet. 

Aufwändiges Sicherheitskonzept – Entwarnung von Bundesumweltamt und Virologen

Therme drängt auf rasche Öffnung

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Therme sieht sich gerüstet, nach dem Corona-Lockdown wieder zu eröffnen. Es gibt ein umfangreiches Sicherheitskonzept.  Jetzt setzen Inhaber Jörg Wund und Prokurist Marcus Maier auf ein Signal aus der Politik drängt. In Österreich dürfen die Bäder nämlich bald schon wieder öffnen.

Erding – Während alle Bereiche allmählich aus dem Corona-Lockdown herauskommen, Züge und Läden wieder voll sind, haben die Bäder immer noch keine Perspektive. In den Botschaften von Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kommen die Freizeiteinrichtungen nicht einmal vor. Dabei stehen Pfingst- und Sommerferien vor der Tür. Und im Thermenland Österreich dürfen die Bäder Ende des Monats wieder öffnen. Viele Kunden aus Bayern dürften abwandern.

Die Therme macht jetzt Druck und drängt auf eine rasche Öffnung beziehungsweise Perspektive. Mit dem Landratsamt steht die weltgrößte Wellness-Anlage nach Angaben von Prokurist Marcus Maier bereits „in einem sehr guten Austausch“. Inhaber Jörg Wund traf sich unlängst mit dem tourismuspolitischen Sprecher der CSU-Fraktion, Klaus Stöttner. Wirtschaftsstaatssekretär Klaus Holetschek wurde bereits kontaktiert. Und Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz will sich demnächst mit Maier und Wund treffen.

Therme Erding: 100 Seiten starkes Sicherheits- und Hygienekonzept

„Wir sind vorbereitet und startklar“, versichert Maier im Gespräch mit unserer Zeitung.“ Auf 100 Seiten ist das Hygiene- und Sicherheitskonzept der Therme mittlerweile angewachsen. Es ist eine Mischung aus Schutzausrüstung, verschärften Desinfektionsmaßnahmen und eine Lenkung sowie Begrenzung der Besucherströme.

Maier berichtet, dass 1000 waschbare Masken gekauft, die Kassen mit Spuckschutz ausgestattet, Abstandsmarkierungen am Boden aufgebracht, Desinfektionsmittelspender aufgestellt und die Mitarbeiter geschult worden seien. „Wir bauen ein Online-Ticket-System auf, das sich bereits in der finalen Testphase befindet“, berichtet der Prokurist. Auch die Becken, Saunen und Ruheräume werden jetzt mit Sicherheitshinweisen beklebt.

Eigene Zeiten für Senioren

Weil ältere Menschen als besonders gefährdet gelten, ist den über 60-Jährigen die Therme von 9 bis 14 Uhr für diese Altersgruppe vorbehalten. Da die einzelnen Bereiche getrennt sind, „können wir die Besucherkapazitäten minutengenau ablesen und reagieren“, erklärt Maier. „Um einen sicheren Aufenthalt zu gewähren, planen wir im Schnitt 20 Quadratmeter pro Gast ein.“ In Österreich sind es nur zehn Quadratmeter. Das Wellenbad könnte nach Berechnung Maiers 500 Gäste aufnehmen, das Galaxy 680, die Therme 400, die Vital-Oase 180 und die Sauna 670. Im Innenbereich wäre somit insgesamt Platz für 2430 Besucher.

Weil bei schönem Wetter im Außenbereich zusätzliche 50 000 Quadratmeter zur Verfügung stehen, könnte die Kapazität um 2500 Gäste angehoben werden. Maier weist darauf hin, dass man vorab Tickets für einen festgelegten Tag erwerben kann. „Weil diese personalisiert sind, ist jeder Gast registriert“, versichert der Geschäftsführer – ein wichtiger Aspekt bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen neu mit Covid-19 Infizierter.

Therme: Sicherheitsabstand auch in den Unkleiden

Auch in den Umkleiden sollen sich die Besucher nicht zu nahe kommen. „Wir geben die Spinde zeitversetzt und mit Abständen heraus.“ Abstandshalter gebe es zudem in den Saunen und vor den Rutschen. Auch Liege- und Gastronomiebebereiche wurden umgebaut.

Liegen werden laut Maier täglich sowie bei einem Besucherwechsel desinfiziert. Für die Toiletten gilt ein 30-Minuten-Rhythmus. Das Personal wird Mundschutz sowie Handschuhe tragen und desinfiziert sich ebenfalls alle halbe Stunde. Insgesamt will die Therme die Reinigungskapazitäten um 50 Prozent aufstocken.

Virologen und Umweltbundesamt geben Entwarnung

Dass der Besuch in Bädern mit aufbereitetem Wasser kein erhöhtes Corona-Risiko darstellt, bestätigt das Umweltbundesamt. Die Ansteckungsgefahr entspreche der im allgemeinen öffentlichen Raum. Bei einer einwandfreien Wasserbeschaffenheit und der strikten Einhaltung aller Hygienevorgaben „kann davon ausgegangen werden, dass Schwimmbadwasser gut gegen alle Viren geschützt ist“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesbehörde. Der Virologe Dr. Christoph Specht vertritt die Auffassung: „Coronaviren verbreiten sich wie allen anderen Grippeerreger nicht übers Wasser“. Auch Wärme sei ihnen nicht zuträglich.

Therme ist der Wirtschaftsmotor in der Region Erding

Maier sieht in der Thermen-Wiederöffnung einen wichtigen Beitrag, die lokale Wirtschaft zu stärken, in erster Linie das Lebensmittelhandwerk und die Hotellerie, zumal Messe und Flughafen weiterhin so gut wie keine Übernachtungsgäste bescherten.

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