Danke sagen will Daniela Kronpass allen, die sie und ihren Unverpackt-Laden „Lela Lose“ in Erding unterstützt haben. Ende Mai schließt sie das Geschäft.
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Danke sagen will Daniela Kronpass allen, die sie und ihren Unverpackt-Laden „Lela Lose“ in Erding unterstützt haben. Ende Mai schließt sie das Geschäft.

Ende Mai ist Schluss mit „Lela Lose“

Umsatzeinbruch wegen Corona: Erdings einziger Unverpackt-Laden muss schließen - „Es geht nicht mehr“

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Der zweite Corona-Lockdown im Winter hat den einzigen Unverpackt-Laden in Erding in die Knie gezwungen. Ende Mai wird er geschlossen.

Erding - Im Dezember 2019 hat Daniela Kronpass mit „Lela Lose“ den ersten Unverpackt-Laden in Erding eröffnet. Anfangs lief es gut, schnell etablierten sich Stammkunden. Dann kam Corona, die Kunden wurden weniger, die Umsätze sanken. Schweren Herzens zieht die 29-Jährige nun Konsequenzen: Sie schließt Ende Mai ihr Geschäft samt Café an der Freisinger Straße. Ganz aus Erding verschwinden soll das Unverpackt-Konzept aber nicht.

Corona in Erding: Unverpackt-Laden muss schließen - Unsicherheit der Kunden war groß

Dank einer Crowdfunding-Aktion hatte Kronpass im Dezember 2019 ihren Unverpackt-Laden in Erding eröffnen können. „Die ersten Monate liefen toll“, erzählt die 29-Jährige – bis Corona. „Seit einem Jahr versuche ich mein Bestes, um trotz der schwierigen Lage den Laden am Laufen zu halten, Ware zu beschaffen und meine Mitarbeiterinnen zu beschäftigen“, schreibt sie auf der Facebook-Seite ihres Ladens, wo sie dessen Schließung bekannt gegeben hat.

Am Ende hätten mehrere Faktoren dazu beigetragen. So sei der Zeitpunkt einfach nicht ideal gewesen. Als die Corona-Krise begann, gab es den Laden erst wenige Monate. Zwar durften und dürfen Lebensmittelschäfte auch im Lockdown öffnen. Doch die Unsicherheit bei den Kunden sei groß gewesen. „Gerade am Anfang, als man auch über die Übertragungswege des Virus’ noch nicht so viel wusste, waren viele Menschen unsicher, was die Hygiene angeht“, berichtet Kronpass.

Immerhin gehört es zum Konzept, dass die Lebensmittel nicht verpackt sind, sondern lose abgefüllt werden. „Da hat die Angst eine große Rolle gespielt.“ Die Kunden hätten sich mehr und mehr zurückgezogen. „Das haben wir im ersten Lockdown schon gemerkt, aber der zweite Lockdown ging dann komplett auf unsere Kosten“, sagt Kronpass.

Umsatzeinbruch im Corona-Lockdown: Unverpackt-Laden schließt - „Jetzt geht es nicht mehr“

Die Erdinger Innenstadt sei wie ausgestorben gewesen, also habe es keinerlei Laufkundschaft gegeben. Und viele der übrigen Kunden seien auf die besser erreichbaren Einkaufsmärkte in den Gewerbegebieten ausgewichen, auch um zusätzliche Wege zu sparen und somit Kontakte zu reduzieren.

„Nach und nach sind die Besuche weggefallen. Der Umsatz ist gesunken, aber die Fixkosten sind geblieben. Der Einbruch Ende 2020 hat die Situation nochmals verschlechtert“, bedauert Kronpass. Dabei hatte sie voriges Jahr sogar noch einen Kredit aufgenommen, um das Geschäft am Laufen zu halten.

„Mir war das wichtig, auch für die Kunden“, sagt Kronpass, „aber jetzt geht es nicht mehr“. Sie arbeite seit eineinhalb Jahren unentgeltlich, sieben Tage die Woche. „Und irgendwann muss diese Arbeit auch Früchte tragen. Am Ende des Tages kann ich das Ganze nicht länger aus reinem Idealismus betreiben, sondern muss davon irgendwann leben können“, sagt die Landshuterin. „Ich habe das Thema lange vor mir hergeschoben, aber am Ende gibt es nur eine logische Konsequenz“ – die Schließung.

„Lela Lose“ in Erding schließt: Unverpackt-Konzept soll nicht ganz verschwinden - Lieferdienst geplant

Zuletzt haben den Laden in Erding noch ihre Mitarbeiterinnen geschmissen. Aber seit Anfang des Jahres mussten deren Stunden weiter reduziert werden, weil der Umsatz nicht mehr gereicht habe. Hinzu kommt, dass die 29-Jährige inzwischen Mama ist und nicht mehr sechs Tage die Woche alleine im Laden stehen könne. Deshalb ist bis zum 24. Mai auch nur noch von Donnerstag bis Samstag geöffnet, danach schließt „Lela Lose“.

„Ich will aber meine Kunden hier auch nicht komplett hängen lassen“, sagt Kronpass. Deshalb plant sie, eine Art wöchentlichen Lieferdienst aufzubauen. Wie genau, das steht noch nicht fest, „aber ich will das ab Juni auf jeden Fall umsetzen“. Ihren Kunden wolle sie so weiter die Möglichkeit bieten, unverpackte Waren zu kaufen – Nüsse, Müsli oder Süßigkeiten ebenso wie Körperpflegeprodukte und Waschmittel. „Mir wäre wichtig, dass das Unverpackt-Konzept in Erding weiter besteht, wenn auch nur abgespeckt und nicht mit einem Laden vor Ort“, sagt Kronpass. Dafür ist sie auf der Suche nach einem geeigneten Raum oder einem Standplatz, wo sie donnerstags für zwei, drei Stunden ihre Waren anbieten könnte – „wie ein Pop-Up-Store“.

Am Unverpackt-Konzept hält die 29-Jährige fest. Mitte Februar hat sie in der Landshuter Neustadt einen „Lela Lose“-Laden samt Café eröffnet. „Corona merkt man überall, auch in Landshut. Aber die Stadt ist doppelt so groß wie Erding, da ist der Zulauf von Haus aus ein anderer“, sagt Kronpass.

Alle Infos gibt es im Internet auf www.lelalose.de.

Die Corona-Schnellteststation im Feuerwehrhaus in Forstern hat am Freitag eröffnet. Malteser-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oberpriller zeigte sich zufrieden mit dem Start. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Erding-Newsletter.

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