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Selfie mit Mundschutz: Das Coronavirus ist in vielen Urlaubsregionen angekommen – wie hier in Thailand. Stornierungen registrieren die Reiseveranstalter im Landkreis bislang aber nur vereinzelt.

„Es herrscht auch eine gewisse Ängstlichkeit bei den Kunden“

Bisher nur vereinzelt Stornierungen: Corona-Virus lässt Touristen kalt

Verheerende Auswirkungen des Corona-Virus‘ auf die Reisebranche im Landkreis Erding bleiben bislang aus. Von verängstigten Kunden können die meisten dennoch berichten.

Landkreis – Laut Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weltweit über 81 000 Corona-Fälle (Stand: 26. Februar). Spitzenreiter in Europa ist Urlaubsland Italien mit mehr als 300 bestätigten Fällen. Um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, hat Italien unter anderem den Karneval in Venedig und einige Profifußball-Partien abgesagt. Verheerende Auswirkungen auf die Reisebranche im Landkreis Erding bleiben aber noch aus. Von verängstigten Kunden können die meisten dennoch berichten.

Busfahrt nach Norditalien: Stornierungen bisher überschaubar

Weber-Reisen aus Dorfen bietet Busfahrten nach Italien an. „Wir sind stark betroffen. Wir fahren demnächst wieder nach Padua, also direkt ins Krisengebiet in Norditalien“, erzählt Geschäftsführer Richard Weber. „Da gab es bereits die eine oder andere Stornierung.“ Zwar sei das aktuell noch überschaubar, und einen spürbaren Buchungsrückgang habe es auch noch nicht gegeben. „Aber wir müssen abwarten. Wir können das schwer abschätzen. Die Situation ist für uns sehr schwierig, und ich hoffe, dass sie nicht existenzbedrohend wird.“ Unzufrieden ist Weber vor allem mit den Medien: „Da gibt es eine sehr große Panikmache. Das Infektionsrisiko ist gar nicht so hoch, wie oft berichtet wird.“

Viele Nachfragen vor allem beim kurzfristigen Ferienklassiker Gardasee 

Nur eine Stornierung gab es beim Reiseatelier in Erding. Und die traf Inhaberin Corinna Gunst selbst: „Ich wollte nach Shanghai, aber Emirates hat die Flüge gecancelt“, berichtet sie. Auswirkungen hat die Epidemie auf das Geschäft dennoch: „Bei einer Kreuzfahrt gab es ein Rerouting (Umleitung, Anm. d. Red.), weil einige Häfen im Fernen Osten nicht angefahren werden können.“ Einen Buchungsrückgang könne Gunst aber nicht bestätigen, da die meisten Urlaube recht langfristig geplant seien.

Sie und ihr Team müssten trotzdem gut informiert sein, um die Kunden bei Bedarf auch aufklären zu können. „Vor allem beim kurzfristigen Ferienklassiker Gardasee gibt es viele Nachfragen, und es herrscht auch eine gewisse Ängstlichkeit bei den Kunden“, erzählt Gunst. Eine Übervorsichtigkeit bei der Urlaubsplanung mache für sie aber keinen Sinn: „Wir müssen das analytisch sehen. Wenn ich auf ein Konzert in München gehe, wo 2000 Leute sind, weiß ich auch nicht, ob einer von ihnen frisch aus dem Urlaub kommt und sich dort infiziert hat.“

„Natürlich haben die Kunden Angst“

Zu schaffen macht das Virus auch Linner Reisen. „Noch ist es zu früh, um da genaue Aussagen machen zu können. Unsere Reiseprogrammfahrten beginnen im April, und die ersten drei gehen nach Italien“, erzählt Geschäftsführer Wolfgang Linner. Jeden Tag gebe es aber ein bis zwei Stornierungen, „weil die Kunden natürlich Angst haben“. Auch seien einige Fahrten in Skigebiete bereits abgesagt worden.

Bisher unproblematisch ist die Situation offenbar bei Scharf Reisen. Weder Geschäftsführer Andreas Scharf, der sich hauptsächlich um die Busreisen kümmert, noch Angelika Huber, Leiterin der Reisebüros, können von Stornierungen oder Buchungsrückgängen berichten. „Die Hauptsaison für Busreisen nach Italien beginnt im April. Da wird es bestimmt Auswirkungen geben, momentan ist es noch ruhig“, sagt Scharf.

Auch bei Tagestrips nach Österreich habe es bisher keine Effekte gegeben. „Wir müssen abwarten und schauen, wie sich das entwickelt“, meint auch Huber. Sie berichtet von vermehrten Nachfragen: „Natürlich haben einige Kunden Angst, weil nicht ganz klar ist, wie gefährlich der Virus tatsächlich ist.“

Mayls Majurani

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