In Kliniken und Heimen gilt ein striktes Besuchsverbot. Landrat Bayerstorfer berichtet von einigen unschönen Szenen. 
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Besuche sind im Klinikum Erding nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.

„Manche reagieren richtig wütend“

Coronavirus: Besuchsverbot in Kliniken und Heimen führt zu unschönen Szenen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Wegen des Coronavirus gilt Kliniken und Heimen ein striktes Besuchsverbot. Auch im Landkreis Erding kommt es deshalb zu teils unschönen Szenen.

  • Wegen des Coronavirus herrschen in ganz Deutschland derzeit strenge Vorschriften.
  • Vor allem das Besuchsverbot in Kliniken und Pflegeheimen ist für viele schwierig.
  • Auch wenn viele Verständnis zeigen, kommt es gelegentlich zu unschönen Szenen.

Erding – Die Corona-Pandemie wirkt sich zunehmend auf den Alltag in Kliniken und Heimen aus. Dort gilt weiter ein striktes Besuchsverbot, betont Landrat Martin Bayerstorfer. Er berichtet von einigen unschönen Szenen: „Manche reagieren richtig wütend, weil sie nicht zu ihren Angehörigen dürfen. Da muss sich das Personal leider einiges anhören.“ Doch für den Landrat und Chef des Katastrophenschutzes gibt es dazu keine Alternative: „Wir müssen nicht nur die Patienten, vor allem die älteren schützen. Wir müssen auch Sorge tragen, dass eine Corona-Infektion nicht das gesamte Klinikum lahmlegt.“

Coronavirus in den Kliniken: Eine Gefahr vor allem für alte Menschen

Zugang zu den Zimmern haben nur die Angehörigen Sterbender sowie werdende Väter bei der Entbindung – sofern sie keine Krankheitssymptome zeigen.

Dass das BEsuchsverbot sinnvoll ist zeigen auch weitere Fälle in Bayern, in denen Pflegeheime vom Coronavirus betroffen sind.

In Dachau wurde eine Pflegerin positiv auf das Virus getestet. Nun müssen viele weitere Pfleger und Bewohner getestet werden. Besonders für alte Menschen kann das Virus tödlich sein. So starben in einem Seniorenheim in Würzburg bereits neun Menschen an der Covid-19-Infektion. Viele weitere müssen klinisch betreut werden.

Coronavirus: Klinikum Erding „voll leistungsfähig“

Stellvertretender Klinikdirektor Martin Kornhaas meint: „Gut 90 Prozent verhalten sich sehr vernünftig und haben Verständnis für die Maßnahmen.“ Er sei froh, dass es bei den Patienten „bisher zu keinem Lagerkoller gekommen ist“. Für sie sei die Lage natürlich nicht einfach. „Deswegen kostet die Nutzung des Telefons am Bett nichts mehr, auch die Entertainment-Pakete gibt es jetzt gratis“, so Kornhaas.

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Alle Infos rund um den Ausbruch des Coronavirus im Landkreis Erding lesen Sie auch immer in unserem News-Ticker.

Wegen Coronavirus: Kliniken reagieren auf Besuchsverbot

Das Klinikum ist quasi zweigeteilt. Der zweite Stock ist nach den Worten Bayerstorfers komplett abgetrennt. Hier befindet sich die Isolierstation für Corona-Patienten. Vier wurden am Freitag dort betreut, einer beatmet auf der Intensivstation. Vom separierten Infektionseingang führt ein reservierter Fahrstuhl nur dorthin, alle anderen Lifte halten nicht auf der zweiten Etage. Bayerstorfer versichert: „Von Personal und Ausrüstung sind wir voll leistungsfähig.“

Mittlerweile gibt es im Landkreis Erding einen leisen Hoffnungsschimmer - Die Coronavirus-Fallzahlen stiegen langsamer an. 

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