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Bald beste Freunde? Markus Söder (l.) und Horst Seehofer. 

CSU nach Entscheidung über Söder und Seehofer 

Am Ende des Gewürges

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Bei der CSU herrscht endlich Klarheit: Markus Söder soll Ministerpräsident werden, Horst Seehofer will über 2018 hinaus Parteichef bleiben. Ein Ministeramt in Berlin lockt ihn nicht. Die Basis ist erleichtert und hofft, dass nun Ruhe in die aufgewühlte Partei kommt.

Erding – Hans Zehetmair war selbst einige Jahre stellvertretender Ministerpräsident und kennt seine Partei nicht zuletzt als langjähriger Chef der Hanns-Seidel-Stiftung. Der Erdinger kommentiert die Personalentscheidung in München wie gewohnt intellektuell: „Das Ergebnis ist in Ordnung. Das Vorspiel war allerdings alles andere als ein Präludium.“ Die Personalquerelen der vergangenen Wochen empfand der Ehrenvorsitzende des CSU-Kreisverbands als „Missklänge, die noch dazu völlig unnötig waren“. Nach der Bundestagswahl, meint Zehetmair, hätte die CSU mal lieber Cicero gelesen: „In der Niederlage ist Besonnenheit gefragt.“

Ob Markus Söder ein guter Ministerpräsident wird, will Zehetmair noch nicht beantworten. „Das Geschäft kann er, aber er muss noch mehr Sensibilität für die Menschen entwickeln.“

Dass Seehofer Parteichef bleibt und in Berlin mitreden will, begrüßt Zehetmair: „Dort hat sein Wort Gewicht, und er ist gut eingeführt.“ Darauf sollte die CSU nicht verzichten.

Auch der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Max Lehmer ist froh und hoffnungsvoll, „dass das nun das Ende leidvoller Wochen sein kann“. Es sei ein „Gewürge“ gewesen, das eine „sehr negative Außenwirkung“ gehabt habe, so Lehmer mit Verweis auf nur noch 37 Prozent in den jüngsten Umfragen.

Auch Lehmer will sich noch nicht zu intensiv über Söder äußern. „Er war jetzt sehr lange in der Startposition. Die Mehrheit will ihn.“ Für die CSU bedeute das: „Wir wollen, müssen und werden ihn unterstützen.“

Dorfens Altbürgermeister Josef Sterr hat die Nachricht am Montagmorgen nicht vom Hocker gehauen. „Diese Entscheidung hat sich länger abgezeichnet. Sie überrascht mich nicht, zumal die CSU ja so viele Möglichkeiten gar nicht hatte.“ Sterr hofft, „dass es nun wieder ruhiger wird. Aber sicher bin ich mir da leider nicht“.

Daniel Gottal, Kreisvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik, schreibt auf seiner Facebook-Seite, er habe „keinen Zweifel daran, dass Söder das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten hervorragend ausfüllen wird“. Mit Söder werde es gelingen, die absolute Mehrheit auch über 2018 hinaus zu sichern. „Jetzt kann die stille Zeit auch in der CSU beginnen.“

Christoph Kober, Chef der Arbeitnehmer Union (CSA) im Landkreis Erding, bekennt: „Ich hätte mir gewünscht, dass der Parteitag ein Votum über den Ministerpräsidenten fällt. Dann wäre der Spitzenkandidat mit noch mehr Rückenwind gestärkt worden.“ Warum die Fraktion vorgeprescht sei, „das muss man sie selbst fragen“, so Kober.

Zu Seehofer merkt der Arbeitnehmervertreter, der sein Büro im Münchner Rathaus hat, an, dass sich ein Generationswechsel abgezeichnet habe. „Die Stimme des Parteichefs in Berlin ist sehr wichtig. Es ist gut, dass er sein beachtliches politisches Gewicht dort in die Waagschale wirft.“ " Politik/Bayern


Von Hans Moritz

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