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Andreas Lenz will im September zum dritten Mal in den Deutschen Bundestag gewählt werden.

Die CSU steht geschlossen hinter Andreas Lenz, darf sich aber nicht versammeln

Schwierige Kandidatenkür

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die CSU, aber auch andere Parteien haben größte Probleme, ihre Bundestagskandidaten zu nominieren. Schuld ist, man ahnt es, Corona.

Erding – Für die CSU im Bundeswahlkreis Erding-Ebersberg steht fest: Andreas Lenz soll am 26. September für seine dritte Periode in den Bundestag gewählt werden. Beide Kreisverbände haben dazu einstimmige Beschlüsse gefasst. Ein Gegenkandidat ist nicht in Sicht. Das Problem ist: Seine Partei kann den 39-Jährigen bis auf Weiteres nicht offiziell nominieren.

Das liegt an Corona und dem Verbot, Veranstaltungen abzuhalten. Während die CDU am Samstag ohne Parteitag einen neuen Vorsitzenden wählen darf, verbieten die Statuten das den Kreisverbänden. Die sehen vor: Es müssen Wahlversammlungen abgehalten werden – und zwar real, nicht virtuell. Und noch dazu mehrere. Zunächst müssen die Ortsverbände ihre Delegierten festlegen, danach die Kreisverbände. Und am Schluss wählen 160 Delegierte aus beiden Landkreisen den Kandidaten.

„Ehrlich gesagt, wir wissen noch nicht, wie wir es machen sollen“, ist der Erdinger CSU-Kreischef Martin Bayerstorfer etwas ratlos – und blickt nicht ohne Neid zu den Grünen. Die hatten die niedrigen Infektionszahlen im Frühherbst genutzt, um Christoph Lochmüller aus Hohenlinden auf den Schild zu heben.

„Ich hoffe, dass wir im Frühjahr die Versammlungen abhalten können, notfalls unter freien Himmel“, gibt sich Bayerstorfer zuversichtlich. An eine Überraschung glaubt er ohnehin nicht.

Nervös ist er nicht: „Wir haben noch viel Zeit, und ein langer Wahlkampf ist in diesen Zeiten ohnehin nicht vermittelbar.“ Die CSU steht nicht alleine da. Mit Ausnahme der Grünen hat noch keine Partei ihren Kandidaten nominiert. Die SPD weiß allerdings schon, auf wen sie im September setzen will: Magdalena Wagner aus Egmating.  ham

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