Falterer-Anwesen in der Haager Strasse 

Dachgarten und ein Café an der Sempt

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Erding – Die Haager Straße steht vor einer baulichen Erneuerung, die den Eingang in die Altstadt architektonisch stark prägen wird. Das Gebäude zwischen Sempt und Hennengasse wird modernisiert – mit Dachgärten und Café-Bereich.

An markanten Punkten mangelt es dem südlichen Einfallstor in der Altstadt nicht. Voriges Jahr wurde das Kunstwerk aufgestellt, das ans Stadtwappen, die Pflugschar, erinnert und sich in sechs Metern Höhe über die Fahrbahn schwingt. Dahinter steht ein Haus mit vier Geschossen und einem von zahlreichen Gauben eingeschnittenen Dach – das Falterer-Anwesen mit Ladengeschäften und Wohnungen. Vor Jahrzehnten gab es hier eine Gerberei, bekannt geworden ist es durch das gleichnamige Möbelhaus. Aktuell gibt es dort unter anderem einen Apple-Händler und ein Schokoladengeschäft. Mieterwechsel und Leerstand sind Alltag.

Mittlerweile haben Investoren das Objekt, das im Süden über die Sempt reicht, erworben. Sie planen eine umfangreiche Modernisierung und Sanierung. Mit dem dafür erforderlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan befasste sich am Dienstag der Entwicklungsausschuss des Stadtrates. Das Engagement wurde gelobt, unterschiedliche Meinungen gab es über das Aussehen.

Stadtbaumeister Sebastian Henrich erklärte, angestrebt werde ein Gebäude mit vier Etagen und einem aufgesetzten, aber nach Osten rückversetzten Dachgeschoss. Das ermögliche die Anlage von Dachgärten beziehungsweise -terrassen. Er versicherte, der Bestand passe nicht in die Zeit. Das steile Walmdach und die dichte Gaubenreihe wirkten sich negativ aufs Ensemble auf.

Der Gebäudeteil im Nordosten an der Hennengasse wird von zwei auf drei Geschosse aufgestockt. Als „absoluten Gewinn“ bezeichnete der Chef des Bauamts die Tiefgarage mit Autoaufzug. Aktuell gebe es nur eine Rampe, die eine schlechte Lösung darstelle.

Im Süden zur Sempt hin stellen sich die Investoren Gastronomie beziehungsweise ein Café mit Garten vor.

Bislang ruht der Komplex mit einem Pfeiler im Fluss. Der soll ebenfalls entfernt werden – und damit ein Hindernis bei Hochwasser.

Angetan zeigte sich auch Gotz: „Das ist eine deutliche städtebauliche Verbesserung, die neue Impulse setzt. Nicht nur das Kunstwerk werde noch besser zur Geltung kommen, sondern das gesamte Erscheinungsbild als Tor zur Altstadt.

Die Ausschussmitglieder zeigten grundsätzlich Gefallen an den Plänen. Es gab aber auch Kritik – vor allem an der Dachgestaltung mit Terrassen. Herbert Maier (Grüne) bemängelte, dass bei dieser Bauweise weniger Platz für Photovoltaik sei. Dabei sollte man diese Form der Energiegewinnung stärker fördern. Johanna Heindl (FW) stellte in Frage, ob die Dachgärten „überhaupt in die Innenstadt passen?“ Ihr wäre ein normales Dach lieber. Gotz und Henrich erwiderten, dass es in der Altstadt mehrere derart gestaltete Häuser gebe.

Burkhard Köppen (CSU) erhofft sich eine Aufwertung des gesamten Bereichs. Erst am Sonntag hatte seine Partei proklamiert, dass man sich städtebaulich künftig viel stärker um die Haager Vorstadt kümmern müsse, die im Vergleich zu Langer Zeile und Landshuter Straße weiter ein Schattendasein friste (wir berichteten). Köppen äußerte die Hoffnung, „dass es hier endlich gelingt, größere, zusammenhängende Verkaufsflächen zu realisieren, wie sie immer gefordert werden“.

Hans Schmidmayer (SPD) lobte die neue Gastro-Situaton an der Sempt. Er sah die Chance, die Haager Vorstadt mit dem historischen Kern besser zu verknüpfen.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan erging einstimmig. Er muss vom Stadtrat noch bestätigt werden. Damit wurde der Grundstein für eine detaillierte Planung gelegt.

Hans Moritz

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