Fischsterben in der Sempt

„Das darf nie wieder passieren“

Erding – Mit Kritik hat der Stadtrat von Erding auf die Senkung des Sempt-Pegels und das damit verbundene Fischsterben vorige Woche reagiert.

Eine Kiesbank 150 Meter unterhalb des zu sanierenden Stadtwehrs hatten die Bauarbeiter beim Absenken des Sempt-Pegels übersehen. Dies führte zur Trockenlegung des Flusses. Hunderte Fische verendeten dadurch (wir berichteten).

Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) warf in der Sitzung am Dienstag den Baufirmen und dem Wasserwirtschaftsamt vor, eine Umweltkatastrophe ausgelöst zu haben. Das Vorgehen sei unprofessionell gewesen. Von den Verursachern erwarte er, „dass wir alle Fragen beantwortet bekommen und alles vollständig aufgeklärt wird“. Ein solches Ereignis „darf nie wieder passieren“.

Schreder kündigte drei Anträge an: „Erstens muss die Kommunikation deutlich verbessert werden.“ Zweitens verlangt der CSU-Politiker eine Bachauskehr. „Der Stau wurde bekanntlich durch eine unentdeckte Kiesbank ausgelöst.“ Drittens spricht sich Schreder, auch Vorsitzende des Kreisjagdverbands, für den Bau einer Fischtreppe im Zuge der Stadtwehrsanierung bis Mitte 2017 aus.

Auch Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) übte Kritik an der verantwortlichen Behörde. „Hier ist in der Tat ein großer Vertrauensverlust entstanden.“ Problematisch sei, dass das Wasserwirtschaftsamt Glaubwürdigkeit just in dem Moment verloren habe, „wo wir den Hochwasserschutz voranbringen müssen“.

Der beschäftigte die Stadträte wenig später noch einmal. Einstimmig und ohne Diskussion stimmten sie der Kostenvereinbarung für die Planung der Sicherung der Sempt zu. Die 650 000 Euro teilen sich Stadt und Staat zu gleichen Teilen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Gotz an die beiden Infoveranstaltungen zum Sempt-Ausbau am Dienstag, 12. Juli, in Wörth und am Mittwoch, 5. Oktober, im Gasthaus Adlberger in Altenerding. Zugleich appellierte er an die umliegenden Gemeinden, unter anderem an Wörth, Ottenhofen, Eitting und Berglern, mit der Stadt an einem Strang zu ziehen. „Die Hochwasserproblematik und -gefahr hört nicht an der Gemeindegrenze auf.“

Hans Moritz

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