Die Corona-Selbsttests sind da: An der Grund- und Mittelschule Forstern haben zunächst die Lehrer die Möglichkeit, sich zweimal pro Woche zu testen – im Bild Rektorin Annett Taubert und Lehrer Roman Geisenhof.
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Die Corona-Selbsttests sind da: An der Grund- und Mittelschule Forstern haben zunächst die Lehrer die Möglichkeit, sich zweimal pro Woche zu testen – im Bild Rektorin Annett Taubert und Lehrer Roman Geisenhof.

Vor Ostern vor allem ein Angebot an die Lehrer

Selbsttests für Schüler sollen nach den Ferien starten

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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„Mehr Sicherheit durch Selbsttests an bayerischen Schulen“ – das will das Kultusministerium erreichen. Im Landkreis sind die ersten Testkits vorige Woche angekommen, am Donnerstag und Freitag konnten die Schulen sie abholen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ab heute auch gleich getestet wird.

Erding – „Wir sind fest überzeugt, dass regelmäßige und kontinuierliche Testungen den Schulbetrieb in diesen Zeiten deutlich sicherer machen können.“ Das hat Kultusminister Michael Piazolo (FW) am vergangenen Dienstag an die Eltern und Erziehungsberechtigten geschrieben. Sein Ziel: Spätestens nach den Osterferien soll sich jeder Schüler zweimal pro Woche in der Schule selbst testen können – auf freiwilliger Basis. Das gilt auch für die Lehrer, die sich daheim testen sollen. Zum Einsatz kommen die sogenannten Popel-Tests, bei denen ein Teststäbchen etwa zwei Zentimeter tief in jedes Nasenloch eingeführt, an der Naseninnenseite hin- und herbewegt und dann in eine Testflüssigkeit getaucht wird.

Corona: Die ersten Testkits für Schulen sind im Landkreis Erding angekommen

Der Landkreis Erding hat in der vergangenen Woche die ersten Testkits erhalten. Die Schulen konnten diese an der Berufsschule in Erding abholen, wo sie von Seiten der Kreisverwaltungsbehörde eingelagert waren. Das Schulamt Erding hat sich um die Verteilung der Tests an die Schulen im Landkreis gekümmert.

Eine Strategie von behördlicher Seite, wann und wie die Tests durchgeführt werden sollen, gibt es nicht. „Über Zeit und Ort der Durchführung entscheidet, nach kultusministerieller Vorgabe, die jeweilige Schule“, berichtet Schulamtsdirektorin Marion Bauer auf Nachfrage unserer Zeitung. Zum Prozedere vor Ort erklärt sie: „Die Testungen werden im Unterricht, in der ersten Schulstunde, durchgeführt. Dazu müssen bei Schülern unter 18 Jahren zunächst Einwilligungserklärungen der Eltern eingeholt werden.“

Corona: Lehrer und Eltern fordern häusliche Selbsttests statt Tests in der Schule

Laut Kultusministerium sollen die Schüler die Tests „in jedem Fall selbst“ durchführen – in der Regel im Klassenzimmer oder in anderen geeigneten Räumen. Die jeweilige Lehrkraft soll die Testung begleiten, die Schüler beaufsichtigen und ihnen eine mündliche Anleitung für die Durchführung der Tests geben.

So weit die Theorie des Ministeriums. Doch ob da alle Lehrer mitmachen? Wie berichtet, wehrt sich der BLLV-Kreisverband Erding dagegen, dass die Antigenschnelltests in den Klassenzimmern von Kindern und Jugendlichen unter Aufsicht der Lehrer durchgeführt werden. Die Notwendigkeit regelmäßiger Corona-Tests bestreite man hingegen nicht: „Wir führen diese Selbsttests auch gerne an uns selbst durch, wir verteilen auch gerne die Test-Sets an die Schüler. Aber der Test-Ort muss eindeutig daheim sein“, stellen die Vorsitzenden Michael Oberhofer und Michael Braun per Pressemitteilung klar. Auch der Bayerische Elternverband hat jüngst Coronatests in der Schule abgelehnt und fordert stattdessen häusliche Selbsttests.

Geplant ist, nach den Osterferien mit den Testungen der Schüler zu beginnen

Bis es für die allermeisten Kinder und Jugendlichen im Landkreis damit losgeht, werden wohl noch drei Wochen vergehen. „Geplant ist, nach den Osterferien mit den Testungen der Schülerinnen und Schüler zu beginnen“, erklärt Bauer zumindest für die Grund- und Mittelschulen. So dürften aber die meisten Einrichtungen verfahren – auch, weil es derzeit gar nicht genügend Tests gibt. Schulamtsdirektor Robert Leiter ergänzt: „Tatsächlich wurde zunächst nur ein begrenztes Kontingent geliefert, das es den Lehrkräften aktuell aber ermöglicht, sich mit den Selbsttests näher vertraut zu machen und bei sich selbst anzuwenden.“ Dazu gebe es auch Erklärvideos vom Kultusministerium. Weitere Lieferungen seien jedoch angekündigt, „sodass wir davon ausgehen, dass die Tests nach den Osterferien auch bei den Schülern durchgeführt werden können“.

An der Grund- und Mittelschule Forstern zum Beispiel wird so verfahren. Rektorin Annett Taubert berichtet, dass zunächst die Lehrkräfte dazu aufgerufen seien, sich zweimal in der Woche, am Montag und Mittwoch, vor Schulbeginn zuhause zu testen. „Selbstverständlich auf freiwilliger Basis“, betont Taubert.

An der FOS/BOS in Erding hingegen will man noch vor den Osterferien mit einer Erprobungsphase mit ausgewählten Klassen starten, um später einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, heißt es in einer Information an Schüler und Eltern. Nach den Ferien dann soll allen Schülern ein Testangebot gemacht werden. Die Lehrkräfte würden bereits seit Februar zweimal wöchentlich getestet.

vam

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