Spielplatz für Kleinkinder im Stadtpark Erding
+
Einer der größten und jüngsten Spielplätze in Erding ist der für Kleinkinder im Stadtpark.

Erding beschließt Spielplatzkonzept

Dauerbaustelle Spielplätze

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Ganze 95 Spielplätze gibt es im Stadtgebiet Erding. Für diese hat der Stadtrat nun ein eigenes Spielplatzkonzept neu aufgelegt - und erheblichen Handlungsbedarf festgestellt.

Im Jahr 2009 – Erding wuchs damals rasant – beschloss der Stadtrat auf Initiative der CSU-Rathausfraktion die Erstellung des Spielplatzkonzepts. Der Auftrag ging an das Büro Lex-Kerfers, das im Juli 2010 nicht nur den Bestand vorstellte, sondern auch Entwicklungsperspektiven aufzeigte – neue Spielgeräte etwa. Zehn Jahre später, im September 2019, gab die Stadtpolitik die Fortschreibung in Auftrag. Im Entwicklungsausschuss stellte Bernadette Karlstätter nun die Ergebnisse vor.

55 Spiel- und 15 Bolzplätze

Derzeit gibt es in Erding 55 Spiel- und 15 Bolzplätze, je fünf Flächen für sportliche Aktivitäten und für die künftige Entwicklung. Hinzu kommen 15 weitere Spiel- und Bolzplätze, die im Zuge der Umsetzung von Bebauungsplänen entstehen sollen. Darunter befinden sich große Spielanlagen wie die beiden im Stadtpark, aber auch kleine Nischen-Spielplätze etwa in Wohnanlagen.

Die 95 Datenblätter, so Karlstätter, „enthalten auch Grünpflegeanweisungen für den Bauhof, damit die Spielgeräte uneingeschränkt genutzt werden können“. Das Konzept zeigt aber auch, wo Handlungsbedarf besteht. Bei elf Anlagen wird dieser als hoch eingestuft, darunter in Langengeisling, an der Aribostraße, am Stadtweg, an der Taufkirchener Straße, der Wendelsteinstraße, an der Sportanlage in Altenerding sowie bei der Skateranlage an der Waldstraße in Bergham.

24 Spielplätze verbesserungswürdig

In 24 Fällen empfiehlt Lex-Kerfers, mittelfristig für Verbesserungen zu sorgen, darunter Am Weiher in Langengeisling, an der Glockengießerstraße, am Haydn- und am Lodererplatz, an der Reichenberger und Siglfinger Straße, an der Mohnwiese, an der Georgenstraße, am Itzlinger- und am Herzoggraben sowie am alten Schwimmbad. Alle anderen gelten als gut in Schuss.

OB Max Gotz (CSU) berichtete, dass den Bedarf und den Wunsch nach Verbesserungen oft Familien anmeldeten, was er begrüßte. In diesem Zusammenhang kritisierte er so manchen Bauträger, die in Neubaugebieten zwar zum Bau von Spielplätzen per Bebauungsplan verpflichtet würden, „dies aber immer wieder sehr nachlässig umsetzen“. Das Ergebnis seien nicht selten wenig attraktive Spielplätze. Gotz betonte aber auch: „Dafür sind wir nicht zuständig.“

OB Max Gotz bedauert Lärmbeschwerden durch Nachbarn

Ferner bedauerte er, dass es immer wieder Nachbarn gebe, die gegen Kinderlärm zu Felde zögen, nicht selten Familien, die früher selbst kleine Kinder gehabt hätten. „Da braucht es Mut, diesen Menschen die Stirn zu bieten“, so der OB. Die Bauhofmitarbeiter lobte er in Bezug auf die Spielflächen als „super zuverlässig“.

Dem pflichtete CSU-Fraktionschef Burkhard Köppen, selbst mehrfacher Opa, bei. „Die Spielplätze sind sehr gut in Schuss. Der Sand wird regelmäßig ausgetauscht und aufgefüllt.“ Hans Egger (Erding Jetzt) regte an, den derzeit etwas verwunschenen Spielplatz am Dunscheberge zwischen Grünem Markt, Sempt und Landshuter Straße aufzuwerten. „Er liegt im Dunkeln. Aber das würde die Innenstadt gerade für Familien enorm aufwerten“, so Egger. Gotz zeigte sich offen: „Den sollten wir auf unsere Liste setzen.“

Ein Spielplatz-Führer für Familien

Gerhard Ippisch (Grüne) regte an, das Spielplatzkonzept nicht nur als internes Papier zu betrachten, sondern alle Standorte mit ihren Angeboten öffentlich zu machen – etwa in Form eines Führers. Auch dies gefiel Gotz, wies aber darauf hin, „dass wir einen regelrechten Spielplatz-Tourismus von Familien von außerhalb der Stadt haben“. Das gelte besonders für die beiden Anlagen im Stadtpark.

Klein, günstig, flexibel: Erding bekommt seine erste Tiny-House-Siedlung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare