Drei Kilo Amphetamine und viel Bargeld im Gepäck

Dealer drei Jahre in Knast

Erding – Sein Verhalten ließ eine Streife der Schleierfahndung auf der A 9 aufmerksam werden. Ein Glücksgriff, der 35-Jährige war mit drei Kilo Amphetaminen unterwegs.

Der Erdinger reagierte am 21. August nervös, als er an einer Raststätte einen Imbiss verzehrte und die vorbeifahrende Streife bemerkte. „Er warf das Ding, an dem er kaute, weg und stieg hastig ins Auto“. Später fuhr er in einer „außergewöhnlichen Art“, wenn auch nicht zu schnell, an ihnen vorbei. So setzte er minutenlang den Blinker, ohne die Spur zu wechseln. Die Beamten verfolgten den Golf und konnten den Fahrer an der Ausfahrt Allershausen zum Anhalten bewegen.

„Die äußerliche Erscheinung und, dass er von einem Festival am Chiemsee kam, machte uns hellhörig.“, so die Beamten. Dabei war es nicht nur die Fleißarbeit eines Tätowierers, sondern auch die Tatsache, dass er „mehr als andere Personen bei einer Polizeikontrolle, unruhig wirkte“. Nicht ohne Grund. In seiner Hosentasche fand sich eine Schachtel mit Amphetamin und knapp über drei Kilo in seinem Rucksack, außerdem 3765 Euro Bargeld. Der Verkauf auf dem Chiemsee Summer Festival war offensichtlich gut gelaufen. Später stellte sich heraus, dass nicht nur der Golf mit Amphetamin bestückt war, sondern auch der Fahrer.

In seiner Wohnung fand man weiteres Amphetamin, eine Feinwaage und Notizen, die auf Handel schließen ließen. Den gab der seit zwei Jahren arbeitslose Gelegenheitsjobber nicht zu, räumte aber notgedrungen den Besitz ein. Er konsumiere gelegentlich, aber keine harten Drogen. Außerdem sei er seit acht Jahren wegen einer Angstneurose in psychischer Behandlung und müsse Medikamente nehmen.

Der Gutachter konnte keine schwerwiegende Störung erkennen. Auch der Konsum während der Fahrt habe keinen Einfluss auf die Schuldfähigkeit gehabt. Die Staatsanwältin ging von einem gewerblichen Handel aus und forderte neben einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren ein Fahrverbot von zwei Monaten und die Einziehung des Geldes aus dem Drogenverkauf.

Für den Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Temporale aus Landshut, galt nur der Besitz von Betäubungsmittel als erwiesen. Angemessen sei eine Freiheitsstrafe nicht über zwei Jahre auf Bewährung. Sein Mandant lebe „in mehr oder weniger geordneten Verhältnissen“ und habe bereits ein halbes Jahr in U-Haft verbracht. Das Schöffengericht, unter Vorsitz von Richterin Sabine Schmaunz, hielt sich näher an der Staatsanwaltschaft. Der 35-Jährige wurde zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt und ein Fahrverbot von zwei Monaten erlassen. Das Bargeld wird eingezogen.

Erding – Sein Verhalten ließ eine Streife der Schleierfahndung auf der A 9 aufmerksam werden. Ein Glücksgriff, der 35-Jährige war mit drei Kilo Amphetaminen unterwegs.

Von Gert Seidel

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