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Debatte um Tourismusförderung

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Von: Hans Moritz

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Nicht nur die Therme Erding an sich ist ein Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region, sondern zudem Hotellerie und Gastronomie. © Therme Erding

Übers Sparen reden, ist leicht, es umzusetzen viel schwerer. Das zeigte der Auftakt der Beratungen über den – wie berichtet – stark angespannten Kreishaushalt 2023 am Mittwoch im Ausschuss für Klima, Natur, Struktur und Umwelt des Kreistags.

Erding – Denn rausgepresst wurde aus dem 275-Millionen-Euro-Paket so gut wie nichts. Allerdings waren einige Punkte umstritten. Am Ende stimmten nur Monika Wenger und Wolfgang Fritz (Grüne) gegen den Teil-Etat, allerdings ohne konkrete Gründe zu nennen.

Diskutiert wurde auf Einwand Wengers über die Tourismusförderung, konkret über die dafür eingestellten 218 000 Euro, sowie auf Betreiben Stephan Trefflers (ÖDP) über die 49 000 Euro für den Auftritt auf der Grünen Woche in Berlin.

Katrin Neueder von der Kreisverwaltung erklärte, man habe auf den Wunsch des Tourismusvereins reagiert, ihn zu unterstützen. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) betonte, dass der Tourismus im Erdinger Land ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor sei. Man sei unter anderem deshalb auf der Grünen Woche, um der Branche sowie Klein- und Mittelstand als Zulieferbetriebe eine Plattform zu bieten.

Unterstützung kam von Erdings OB Max Gotz (CSU): „Seit Corona spitzt sich der Wettbewerb um den Inlandstourismus zu, eigentlich sollten wir hier mehr investieren.“ Zudem erinnerte er an Hotellerie und Gastronomie, die unter der Pandemie besonders stark gelitten hätten. „Und das sind überwiegend Familienbetriebe“, so Gotz.

Im Bereich Straßenbau, für den nach den Worten von Kämmerer Markus Sicheneder insgesamt 9,6 Millionen Euro eingeplant sind, sorgte der Hinweis Bayerstorfers, dass man für den Kreisverkehr auf der Todeskreuzung bei Johannrettenbach gerade einmal 200 000 Euro in den Haushalt eingestellt habe, für Aufsehen. Er sei überzeugt: „Damit werden wir heuer ohnehin nicht fertig, dann müssen wir die gesamte Summe auch nicht im Haushalt abbilden.“ Denn man könne nicht anfangen, ehe die B 15-Brücke in Dorfen fertiggestellt ist. Die Kreuzung sei nämlich Teil der Umleitung. Er sicherte aber zu: „Wenn es in Dorfen schneller geht, fangen wir sofort mit dem Bauen an.“ Man müsse auf die zwei Unfalltoten hier reagieren.

Gertrud Eichinger (SPD) erkundigte sich, ob man den Ausbau von vier Geh- und Radwegen für 375 000 Euro über den Haushalt finanzieren müsse oder auch einen Kredit in Anspruch nehmen beziehungsweise die Vorhaben schieben könne. Davon riet Matthias Huber von der Liegenschaftsverwaltung ab. „Wenn wir es 2023 machen, bekommen wir 75 Prozent Förderung.“ Danach sei das nicht mehr sicher. So verblieben beim Landkreis nur noch 90 000 Euro, rechnete der Landrat vor. Für den Geh- und Radweg von Indorf nach Altenerding winkt laut Huber bei rascher Umsetzung eventuell sogar eine noch höhere Bezuschussung. In diesem Zusammenhang bat Gotz darum, „mit dem Straßenbauamt dringend noch die Querung der B 388 zu regeln“.

Besorgt zeigte sich Eichinger über die sieben Millionen Euro für den Ausbau der Kreisstraße ED 5 bei Schwaig einschließlich zweier Brücken im Zuge des Ringschlussbaus. Da konnte Bayerstorfer Entwarnung geben, denn drei Millionen Euro steuere die Gemeinde Oberding bei, die zudem dem Kreis ein Darlehen in gleicher Höhe gewähre.

Allgemein zeigte sich Bayerstorfer über die wirtschaftliche Lage des Kreises tief besorgt. So etwas habe er in 20 Jahren nicht erlebt, ebenso wenig so viele Herausforderungen auf einmal – durch Corona-, Energie- und Flüchtlingskrise. Die Aufgaben hätten durch Pandemie und Migration stark zugenommen. Allein in den vergangenen drei Jahren habe man 100 neue Mitarbeiter eingestellt und 46 Vollzeitstellen im Fachbereich Asyl geschaffen.

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