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Das symbolische Eröffnungsband durchschnitten (v. l.) Marktleiter Bastien Brockhoff, Vize-Landrat Franz Hofstetter, Bauherr Dirk Urland, Decathlon-Regionalleiter Thomas Zielke, Sportreferentin Janine Krzizok, Bauherr Jürgen Loher und Oberbürgermeister Max Gotz – alle sichtlich gut gelaunt.

2100 Quadratmeter Sportgeschäft in Erding

Decathlon ist in Erding angekommen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Selbst Kritiker von Gewerbegebieten auf der Grünen Wiese werden zugegeben müssen: Mit der Ansiedlung eines Decathlon-Sportgeschäfts im West-Erding Park hat die Stadt einen starken Kundenmagneten gewonnen. Die französische Kette gehört zu den weltweit am schnellsten wachsenden Sportartiklern.

Erding – Die Filiale an der Anton-Huber-Straße, die am Donnerstag ihre Tore geöffnet hat, ist die elfte in Bayern und die 83. in Deutschland. Weltweit sind es 2193 in 57 Ländern. Decathlon will nun die nordamerikanischen und afrikanischen Märkte erobern. 12,4 Milliarden Euro Umsatz erzielte Decathlon zuletzt weltweit, in Deutschland mehr als eine halbe Milliarde Euro. 97 000 Mitarbeiter beschäftigen die Franzosen, 4700 in in Deutschland. In Erding wurden 27 neue Arbeitsplätze geschaffen. Regionalleiter Thomas Zielke kündigte an, allein in der Region München weitere 100 Mitarbeiter zu suchen.

Erste Decathlon-Filiale mit eigener Kinderabteilung

In Erding wagt Decathlon eine Neuerung. Filialleiter Bastien Brockhoff berichtete: „Wir sind der erste Markt mit einer eigenen Kinderabteilung. Wir wollen das hier einmal ausprobieren.“ Brockhoff sagte, er sei vor der „immensen Herausforderung“ gestanden, mitten im Corona-Lockdown eine Filiale zu eröffnen. Dazu habe er den Markt genau beobachtet, habe Vereine gezählt und sich über die Sportarten in der Region informiert.

Das Ergebnis sind vier Prioritäten: Rad-, Berg-, Wassersport – und auch dem neuen Urlaubstrend Camping trägt die Filiale Rechnung. Eine Besonderheit des Decathlon-Standorts Erding: Er verfügt über einen eigenen kleinen Sportplatz mitten im Gewerbegebiet. Brockhoff sicherte zu, „dass den auch Erdinger Vereine nutzen können“.

Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle

Auch der Nachhaltigkeitsgedanke wird hier umgesetzt. Laut Brockhoff gibt es eine Servicestation, an der Reparaturen der Eigenmarken vorgenommen werden. „Unser Ziel ist, dass wir 90 Prozent gleich hier im Geschäft abwickeln können.“ Neu ist ein Second-Hand-Markt. „Viele Waren sind zum Wegwerfen zu schade. Wir bieten den Kunden die Möglichkeit, sie zum Wiederverkauf hier zu lassen.“ Der Markt mit 2400 Quadratmetern Gesamt- und 2100 Quadratmetern Verkaufsfläche verfügt über automatische Scannerkassen. Aber auch mit dem Smartphone könne man bezahlen, ohne an der Kasse vorbei zu müssen.

Die französische Kette wird wegen ihres breiten Sortiments und günstigen Preisen von den Kunden geschätzt und von der Konkurrenz gefürchtet. Zielke erklärte, dies sei wegen der hohen Anzahl an Eigenmarken möglich. Zudem bleibe bei Decathlon die gesamte Wertschöpfungskette im Unternehmen, Der Regionalleiter nannte unter anderem Forschung, Design, Tests, Produktion, Logistik und Vertrieb.

200 Auto- und 40 Radstellplätze

Decathlon ist im Fachmarktzentrum neben Elektro Expert, Tedi-Markt und Denn’s Biomarkt Mieter. Errichtet hat das Gebäude die Lipp Verwaltungs GmbH von Jürgen Loher und Dirk Urland – und das in weniger als einem Jahr. Urland freute sich, „dass wir das Fachmarktzentrum jetzt vollendet haben. Wir begrüßen es sehr, dass Decathlon nach Erding gekommen ist.“ Trotz Corona sei der Bau zügig vonstattengegangen. Den Kunden stünden über 200 Auto- und 40 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Urland äußerte die Hoffnung, dass Decathlon auch als Sponsor der örtlichen Vereinswelt auftrete.

Gotz: Erding ist als Wirtschaftsstandort top aufgestellt

OB Max Gotz erinnerte sich zwar „an einige planerische Schwierigkeiten“, lobte aber die Ansiedlung. „Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich verändert. Sie wollen eine große Auswahl und ausprobieren.“ Die Entscheidung Decathlons, nach Erding zu kommen, sieht Gotz auch als Beleg für die gute Wirtschafts- und Standortpolitik in Erding. „Wir haben die Stadt optimal entwickelt“, so der OB. Beim Pro-Kopf-Einkauf liege Erding vor Landshut, Freising und sogar München. Die Angebote auf der Grünen Wiese und in der Innenstadt würden sich ergänzen. „Jeder hat die Möglichkeit, sich zu entwickeln.“

Geöffnet ist montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr.

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