Wenn Kinder, Jugendliche und Eltern Hilfe brauchen, ist der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) zur Stelle – ein Rettungsring bei Konflikten oder Krisen.
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Wenn Kinder, Jugendliche und Eltern Hilfe brauchen, ist der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) zur Stelle – ein Rettungsring bei Konflikten oder Krisen.

Allgemeiner Sozialer Dienst hilft Familien, wenn’s kriselt – Voriges Jahr 259 Hinweise auf Kindeswohlgefährdung

Der Rettungsring vom Jugendamt

Einen „sozialen Rettungsring“, nach dem Kinder, Jugendliche und Eltern greifen können, gerade in der Corona-Pandemie, bietet das Jugendamt im Landkreis Erding an. Dort gibt es den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), der im vergangenen Jahr 259 Hinweisen auf eine Kindeswohlgefährdung nachgegangen ist.

Erding – Von Schulproblemen über Konflikte in der Familie bis zur Sucht – vieles könne Kindern und Jugendlichen das Leben schwer machen oder sie sogar aus der Bahn werfen, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Eltern hätten zudem oft das Problem, den Alltag in den Griff zu bekommen: von regelmäßigen Mahlzeiten bis zum Umgang mit Konflikten. Genau dann sei das Jugendamt gefragt. Der Allgemeine Soziale Dienst helfe dabei, den Alltag zu organisieren. Das Spektrum an Hilfe ist breit: von Erziehungsberatung über Unterstützung in der Familie bis zum Vermitteln einer Pflegefamilie.

Im vergangenen Jahr seien 259 Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung beim Jugendamt eingegangen – Fälle, die den ASD auf den Plan gerufen haben. 29 davon waren ernste, oft akute Fälle. Hier sei es etwa um Vernachlässigung, aber auch um körperliche Misshandlung und sexuelle Gewalt gegangen. Bei 115 Hinweisen habe es zwar keine Kindeswohlgefährdung gegeben, allerdings seien Hilfe und Unterstützung vom Jugendamt dringend notwendig gewesen. In den übrigen Fällen habe keine Gefährdung festgestellt werden können: Diese Familien brauchten keine Hilfestellung.

Hinweise kamen vor Corona oft von Kita und Schule, jetzt sind es häufiger auch Nachbarn

Eltern oder Kinder würden sich oft selbst ans Jugendamt wenden, aber auch Menschen aus dem Umfeld sich melden, wenn sie sich Sorgen um ein Kind machen. Vor der Corona-Pandemie seien Hinweise oft aus Kitas und Schulen gekommen, jetzt seien es häufiger auch Nachbarn, die merken, wenn Hilfe vom Jugendamt gebraucht wird.

„Dann versuchen wir immer schnell mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen, aber auch mit den Eltern in Kontakt zu treten. Wenn es um das Wohl der Kinder geht, sind Gespräche mit Kindern und Eltern sehr wichtig, um die Situation einordnen und dementsprechend handeln zu können“, sagt Andrea Wolf, Abteilungsleiterin für Jugend und Soziales am Landratsamt. Oft reiche es für den Schutz der Kinder bereits aus, den Eltern konkrete Hilfen anzubieten.

„Das Landratsamt Erding nimmt das Thema Kindeswohlgefährdung sehr ernst. Gerade während der Corona-Pandemie mit Homeschooling, Kontaktbeschränkungen, Quarantäne, Existenzängsten und vielem mehr stehen Familien häufig sehr unter Druck und nervlichen Belastungen. Hier ist es besonders wichtig, schnell zu reagieren“, so Landrat Martin Bayerstorfer.  

Kontakt zum Jugendamr

Wer Hilfe braucht, kann sich unter Tel. (0 81 22) 58 12 14 oder per E-Mail an jugendamt@lra-ed.de ans Jugendamt wenden.

red

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