Kartonagen, Styropor, Kabel, Elektrogeräte, Plastikverpackungen: Rücksichtslose Zeitgenossen laden ihren Müll einfach an den Containerplätzen im Landkreis ab, wie hier am Kronthaler Weiher in Erding. Dem will der Landkreis jetzt Einhalt gebieten.
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Kartonagen, Styropor, Kabel, Elektrogeräte, Plastikverpackungen: Rücksichtslose Zeitgenossen laden ihren Müll einfach an den Containerplätzen im Landkreis ab, wie hier am Kronthaler Weiher in Erding. Dem will der Landkreis jetzt Einhalt gebieten.

Im Kampf gegen illegale Müllentsorgung verstärkt der Landkreis die Kontrolle

Detektiv überwacht Containerplätze

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Schluss mit dem illegalen Müllabladen: Der Landkreis Erding hat eine Detektei beauftragt, die Containerplätze zu überwachen. Vorbild ist die Stadt Ebersberg.

Erding – Das Landratsamt Erding sagt Müllsündern den Kampf an. Eine Detektei überwacht ab sofort die Containerplätze im Landkreis –vorerst im dreimonatigen Probebetrieb. So sollen rücksichtslose Zeitgenossen, die ihren Unrat – meist außerhalb der Einwurfzeiten und an Wochenenden – einfach neben den Containern abladen, zur Verantwortung gezogen werden. In der Stadt Ebersberg gibt es diese Überwachung schon seit Jahren –mit Erfolg.

156 000 Euro musste der Landkreis Erding allein im vergangenen Jahr für die Entsorgung des unsachgemäß abgelagerten Mülls an Containerplätzen bezahlen – inklusive deren Reinigung. Die Kosten werden aus dem Müllgebührenhaushalt finanziert und damit von der Allgemeinheit getragen.

In der Corona-Pandemie mit Lockdown, Homeoffice und zeitweiser Schließung des Einzelhandels ist die Müllmenge generell gestiegen – auch durch Verpackungsabfall sowie Entrümpelungen und Renovierungen daheim. Allein 15 Prozent mehr Sperrmüll und Altholz, Bauschutt und Problemmüll habe es im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 gegeben, erklärt Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamtes.

Der Detektei, die der Landkreis Erding jetzt beauftragt hat, ist auch in der Gemeinde Poing (Kreis Ebersberg) im Einsatz. Die Überwachung finde per Fotodokumentation an ein bis zwei Tagen die Woche statt, so Fiebrandt-Kirmeyer, „und zwar nur dann, wenn vor Ort eine tatsächliche Ordnungswidrigkeit beobachtet wird“. Andere Entsorger werden also nicht fotografiert.

Einsatzschwerpunkte sind die Containerplätze am Kletthamer Feld und am Dorfener Volksfestplatz. Dort gebe es die meisten illegalen Ablagerungen. Aber auch Standorte in kleineren Orten würden überprüft, so die Sprecherin.

Im Fokus stehen der Schutz der Anwohner vor Lärmbelästigungen und die Minimierung der unerlaubten Ablagerungen. Diese werden als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit einem Bußgeld geahndet. 2019 hatte das Landratsamt Buß- und Verwarngelder in Höhe von 2000 Euro erlassen, 2020 waren es rund 2700 Euro.

Dass sich der Einsatz einer Detektei lohnt, zeigt das Beispiel Ebersberg. Die Stadt lässt ihre Container schon seit zehn Jahren auf diese Weise überwachen und hat die illegal abgelagerten Müllmengen und die Kosten für die Reinigung ihrer Entsorgungsinseln reduzieren können, wie Sachbearbeiterin Agnes Lang erklärt. Seit dem Jahr 2000 seien gut 2000 Verstöße zur Anzeige gebracht worden. 1500 davon habe man mit einem Verwarngeld, knapp 300 mit einem Bußgeld geahndet. „Wir hatten schon Bußgeld in Tausender-Beträgen“, sagt Lang, etwa bei Glasfaser und Dämmmaterial, das als gefährdend für Umwelt und Öffentlichkeit eingestuft werde.

In Ebersberg ist die Detektei 250 Stunden im Jahr im Einsatz. Anders als im Landkreis Erding werden dort die Fahrzeuge der Entsorger sogar gefilmt. „Der Detektiv nimmt das Kennzeichen auf und dokumentiert den Müll per Video“, sagt Lang. Das Material derjenigen, die regelkonform entsorgen, werde sofort gelöscht.

Im Landkreis Erding wird der Detektiv die Autokennzeichen fotografieren. „Eine dauerhafte Videoüberwachung auf öffentlichen Containerplätzen ist rechtlich schwierig, da Persönlichkeitsrechte und Datenschutz hohe Rechtsgüter sind“, betont Fiebrandt-Kirmeyer.

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