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Eine Lernfamilie aus deutschen und fremdsprachigen Kindern: Das ist die Mittagsbetreuung für (v. l.) Rektorin Barbara Wolff, Maria Brand, Andrea van Horten (Mitarbeiterin der Mittagsbetreuung) und Beate Marx-Götz von der AGA.

Spende für Mittagsbetreuung

Deutsch lernen Kinder am besten von Kindern

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Gerade für Mädchen und Buben aus Flüchtlingsfamilien ist Mittagsbetreuung wichtig. Das sagt Grundschulleiterin Barbara Wolff – und freut sich umso mehr über eine Spende dafür.

Erding – Von den 171 Grundschülern am Lodererplatz besucht mehr als die Hälfte die Mittagsbetreuung. Eltern, die sich die 75 Euro im Monat nicht leisten können, erhalten Unterstützung. Aktuell geht es hierbei um sechs Mädchen und Buben aus Asylbewerber-Familien. An der Carl-Orff-Grundschule Altenerding gibt es vier solche Fälle. Staatliche Zuschüsse oder einen städtischen Fördertopf gibt es dafür nicht. „Ich muss betteln gehen“, sagt Barbara Wolff, Schulleiterin am Lodererplatz, über die Spendenakquise. Das erste Halbjahr ist aber gesichert. Die Aktionsgruppe Asyl (AGA) springt ein und spendet knapp 4300 Euro für die zehn Kinder.

„Das wird von Jahr zu Jahr mehr“, sagt Wolff über den Bedarf an Mittagsbetreuung. „Die Wohnungen in Erding sind sündhaft teuer. Klar, dass dann beide Eltern arbeiten gehen müssen.“ Die Pädagogin würde am Lodererplatz gerne eine Offene Ganztagesschule (OGS) anbieten. Die Schulfamilie hat sich bisher aber dagegen entschieden – laut Wolff aus gutem Grund: Das K.o.-Kriterium sind nach ihren Worten die knappen Turnhallenzeiten. Sportliche Angebote am Nachmittag seien einfach unerlässlich für die OGS. Diese Situation werde sich so schnell nicht ändern, erklärt die Schulleiterin

Das führt zu unterschiedlichen Ausgangslagen an den Grundschulen in der Kreisstadt. Etwa am Ludwig-Simmet-Anger und am Grünen Markt gibt es die OGS und damit gebührenfreie Nachmittagsbetreuung auch für Kinder aus sozial schwachen Familien.

Sie habe sich bei der Stadt nach Zuschüssen für die Flüchtlingskinder in der Mittagsbetreuung erkundigt – und eine Abfuhr erhalten, berichtet die Schulleiterin. Ausgelaufen ist auch die Unterstützung durch die Zollner-Leihfonds-Stiftung. Darauf habe sie bei der Mittagsbetreuung im Schuljar 2015/16 bauen können, erzählt Wolff. Um so dankbarer ist sie für Spenden von Lions Club, Privatleuten und AGA.

Beim Bedarf gerade für Flüchtlingskinder ist sich die erfahrene Pädagogin mit den Ehrenamtlichen rund um AGA-Sprecherin Maria Brand einig. „Wir müssen schauen, dass wir diese Kinder integriert kriegen. Wenn wir das nicht machen, haben wir in ein paar Jahren massive Probleme“, sagt Wolff. Deutsch lernen würden die Mädchen und Buben am besten von Altersgenossen. „Deswegen tun wir alle Kinder, die ohne Deutsch an die Schule kommen, in die Mittagsbetreuung“, erzählt die Schulleiterin.

„Es sind teilweise katastrophale Wohnverhältnisse“, berichtet Brand über ihre Schützlinge. Eine intensive Betreuung der Jüngsten unter ihnen sei auch wegen der Traumatisierung vieler Familien wichtig. „Diese Kinder bringen einen großen Packen mit“, sagt sie. Die Spende der AGA komme aus einem schmalen Budget, berichtet die Sprecherin. „Wir bekommen selbst seit eineinhalb Jahren so gut wie keine Spenden mehr.“

Umso mehr freut sich auch Brand über die Früchte des Engagements an der Grundschule am Lodererplatz. „Ein Kind hat den Übertritt ans Gymnasium geschafft. Das könnte heuer wieder einer schaffen“, erzählt Wolff voller Stolz.

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