Reichten sich strahlend die Hände: Professor Wolfgang Heckl, Direktor des Deutschen Museums, und Erdings OB Max Gotz. Sie trafen sich gestern auf dem Depot-Grundstück an der Berghamer Straße. foto: bauersachs

Deutsches Museum baut Depot in Erding

Erding - Die Zentrale Schausammlung des Deutschen Museums kommt nach Erding. Das Depot wird auf einem 20 000 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet Aufhausen gebaut.

Bald könnte die S-Bahn-Haltestelle Aufhausen um den Zusatz „Deutsches Museum“ ergänzt werden. Denn dort im Gewerbegebiet an der Berghamer Straße wird das Deutsche Museum ein Gebäude für seine Zentrale Schausammlung errichten - mit ober- und unterirdischen Räumen.

Zwischen dem Rechenzentrum Amadeus und der Firma Riemerschmid hat das Museum mit seinem Direktor Professor Wolfgang Heckl an der Spitze ein 20 000 Quadratmeter großes Areal erworben, das in Privatbesitz war. Dort werden in Zukunft alle Exponate - rund 80 000 - zuhause sein, die nicht in den Ausstellungen des Deutschen Museums zu sehen sind. Heckl und Oberbürgermeister Max Gotz ließen sich gestern beim Fototermin auf der noch brach liegenden Fläche auch vom Regen nicht die gute Laune verderben.

Heckl, den viele Bürger vom Sonntags-Stammtisch im Bayerischen Fernsehen kennen, war voll des Lobes für die Stadt, dass alles so unproblematisch abgelaufen sei: Erding habe sich „sympathisch, wohlwollend, durchsetzungswillig und -kräftig“ gezeigt.

Das war ebenso ausschlaggebend wie die Flughafen- und S-Bahn-Nähe. Wie berichtet, war die Große Kreisstadt einer von fünf Standorten in der engeren Wahl. Dass Erding den Zuschlag erhalten hat, ist für Gotz „eine großartige Sache“. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Amadeus werde die Zentrale Schausammlung dazu beitragen, „Erding weltweit noch bekannter zu machen“. Und die S-Bahn-Haltestelle Aufhausen könnte den Zusatz „Deutsches Museum“ bekommen - für Heckl „der Beweis wirklichen Willens“ der Stadt.

Möglichst bald wolle man einziehen, sagte Heckl. Bis dahin werden aber noch Monate vergehen. Das Deutsche Museum, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, lagert rund 80 Prozent seiner wertvollen Exponate derzeit auf der Museumsinsel in München sowie an sieben gemieteten Standorten in ganz Oberbayern auf insgesamt 34 000 Quadratmetern - und zahlt dafür rund eine Million Euro Miete pro Jahr.

Logistik und Kosten können mit dem zentralen Neubau in Erding minimiert werden. Heckl rechnet hier mit einem Investitionsvolumen in zweistelliger Millionenhöhe. Rund 20 Mitarbeiter werden einmal in Aufhausen beschäftigt sein.

Nicht nur für Wissenschaftler aus aller Welt wird das neue Schaudepot ein Anziehungspunkt. Auch die Öffentlichkeit soll Einblicke in die Museumsarbeit erhalten, bei geführten Rundgängen oder Tagen der offenen Tür. Heckl weiß: „Der Blick hinter die Kulissen ist immer gewünscht.“ Ein täglicher, öffentlicher Betrieb ist allerdings nicht vorgesehen.

von Gabi Zierz

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