Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter
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Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

Kommentar

Die dringend notwendige Spritze Mut

  • vonTimo Aichele
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Die Corona-Impfung ist die einzige Hoffnung. Vor allem in Pflegeheimen. Unser Kommentar.

Die Debatte um Corona-Impfungen ist mitunter skurril. All zu ungeduldige Impf-Befürworter erheben Länder zum Vorbild, die die Zulassung der Impfstoffe ohne echte Prüfung durchgepeitscht haben. Impf-Skeptiker trauen dagegen nicht einmal der regulären, in einem Monate langen Prozess erarbeiteten EU-Zulassung.

Der Blick in Pflegeheime zeigt jedoch: Impfung ist die einzige Hoffnung. Mancher Ausbruch bleibt rätselhaft. Wer hat das Virus hereingetragen? Wie konnte es trotz Masken, abgeschotteter Stationen und Einlasskontrollen derart wüten? Sicher gab es menschliches Versagen, doch der Feind war oft auch bei größter Vorsicht schneller.

Die Sorge der Bürger ist verständlich, und wer sich sorgt, muss auch darüber reden. Doch jeder sollte dazu beitragen, dass die Gerüchteküche nicht zu sehr brodelt. Denn die überlasteten und dennoch mutig und beharrlich weiter arbeitenden Pflegerinnen und Pfleger brauchen eines sicher nicht: Dass man die Situation noch schlechter redet als sie ist – und man so die Leistungen dieser Helden runtermacht.

Der Vorschlag des Ethikrats, Geimpften in Heimen schneller ihre Freiheiten zurückzugeben, erscheint da wie ein Hoffnungsstrahl. Doch erste Fachleute melden praktische Zweifel an. Wer schützt die Nicht-Geimpften Tür an Tür? Also: Impfung möglichst aller Menschen ist die einzige Hoffnung.

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