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Mit Veronica Ferres, eine der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen, stand Marcel Kowalewski vor der Kamera. Er bezeichnet die „Lena Fauch“-Darstellerin als „richtiges Arbeitstier“ und hat höchsten Respekt vor ihr.

Marcel Kowalewski

„Die Ferres war die Netteste am Set“

Erding - Auf einem guten Weg ist Marcel Kowalewski: Obwohl der Erdinger Nachwuchs-Schauspieler noch gar nicht mit der Schule fertig ist, hatte er schon einige TV-Rollen. Der 22-Jährige drehte mit Stars wie Veronica Ferres und Christian Tramnitz. Im Sommer endet seine Ausbildung.

„Natürlich war ich am Anfang unsicher und habe gezweifelt. Mittlerweile bin ich aber immer mehr reingewachsen und habe gemerkt: Es ist voll mein Ding.“ Dass man so etwas wie Marcel Kowalewski nach ein paar Jahren Lehrzeit sagen kann, wünscht sich wohl jeder junge Berufsanfänger.

Der gebürtige Erdinger hat sich keinen leichten Job ausgesucht – er möchte Schauspieler werden. Seit September 2013 besucht er die Münchner Schauspielschule Zerboni und wird seine Ausbildung in wenigen Monaten beenden. Der 22-Jährige ist nicht nur richtig zufrieden mit seiner Entscheidung, auch in Sachen Drehaufträge läuft es bereits.

Drei Jahre lang dauert die Schauspieler-Lehre. Von Montag bis Freitag werden auf der Zerboni-Schule junge Menschen in den unterschiedlichsten Fächern in den Arbeitsalltag als Schauspieler eingeführt. „Man ist immer gut beschäftigt und muss erst einmal lernen, sich die Zeit richtig einzuteilen“, sagt der junge Mann mit den dunkelblonden Locken.

Besonders während einer Drehphase ist das Privatleben eingeschränkt, da man oft mehrere Wochen lang am Set ist. „Generell ist dort ein gewisser Druck und eine emotionale Herausforderung, in die man erst einmal hineinwachsen muss.“ Kowalewski lobt, dass er bei Zerboni gut vorbereitet werde – unter anderem auch, weil es eine schuleigene Agentur namens Kickin gibt, die ihre Schüler für Praxiserfahrungen an Produktionen vermittelt und für diese Zeit freistellt.

Erster Fanbrief kam von älterer Dame

Mittlerweile hat der Erdinger schon mehrere Gelegenheiten bekommen, sein Können unter Beweis zu stellen. Sein TV-Debüt hatte Kowalewski im Februar 2015 mit einer Episodenhauptrolle bei „Um Himmels Willen“ (wir berichteten). Der 22-Jährige erhielt nach der Ausstrahlung viel positives Feedback und seinen ersten Fanbrief von einer etwas älteren Dame. „Dabei hatte ich noch nicht einmal Autogrammkarten“, erzählt Kowalewski lachend.

Durch seinen ersten Job kam der Nachwuchs-Schauspieler zu seiner nächsten Gastrolle als Polizei-Praktikant bei der ARD-Vorabendserie „Hubert und Staller“. Diese Folge wurde im Februar 2016 ausgestrahlt. Hier durfte Kowalewski unter anderem mit dem bekannten Christian Tramnitz und dessen Film-Polizei-Partner Helmfried von Lüttichau drehen. Diese hätten ihn sehr nett aufgenommen und akzeptiert. „Es gab viel Spaß am Set“, berichtet der 22-Jährige.

Der vergangene Sommer war für den jungen Mann besonders aufregend – er hatte zwischen Mai und August vier Jobs. Für die Kika-Serie „Fluch des Falken“ verkörperte er einen Magier aus dem 16. Jahrhundert. Die 48 Folgen liefen bereits 2015, werden aber noch einmal wiederholt. Außerdem wirkte Kowalewski in einem Nutella-Werbespot, der ebenfalls schon ausgestrahlt wurde, als Dieb mit. Mit Regisseur Marco Kreuzpaintner arbeitete er zudem beim „Polizeiruf 110“ zusammen. Die Folge „Und vergib uns unsere Schuld“, in der der Erdinger neben Film-Ermittler Matthias Brandt zu sehen ist, zeigte die ARD im Januar.

Des Weiteren hatte der Nachwuchs-Darsteller im Sommer 2015 die Ehre, mit der großen Veronica Ferres für den vierten Teil ihrer Krimireihe „Lena Fauch“ zu drehen. Er sagt über die erfolgreiche Schauspielerin: „Sie war eine der nettesten Personen am Set. Ich schätze sie sehr und bin froh, sie getroffen zu haben.“

Wann er neben Ferres als Polizist im Fernsehen zu sehen ist, steht noch nicht fest. Im Februar 2016 drehte Kowalewski außerdem mit Fußballtorwart Manuel Neuer eine Werbung für ein koffeinhaltiges Getränk. Welches das ist, darf noch nicht verraten werden.

Den gleichaltrigen Erdinger Nachwuchs-Regisseur Nelson Berger unterstützt Kowalewski zudem beim Drehbuch für dessen neuen Science-Fiction-Thriller „Athanasia“ und übernahm darin auch die Hauptrolle (wir berichteten).

„Mein Job ist harte Arbeit“

Auch Livetheater gefällt dem Schauspielschüler nach wie vor sehr. An der Zerboni-Schule wird am heutigen Freitag das Theaterstück „Lantana“ aufgeführt. Dort wird demnächst auch das von Kowalewskis Klasse entwickelte Stück „Triologie des Wiedersehens nach Botho Strauss“ gezeigt.

Der 22-Jährige blickt stolz auf das vergangene Jahr zurück. „Ich habe wahnsinnig tolle Leute kennengelernt, die schon so viel geschafft haben“, sagt Kowalewski. Sein Job sei wirklich harte Arbeit, und er habe noch einen weiten Weg vor sich. Da er bisher eher positive, nette Rollen bekommen hat, wünscht sich Kowalewski, in der Zukunft auch mal einen Charakter mit einer dunkleren Seite spielen zu dürfen.

In der nächsten Zeit will sich der Erdinger auf seine im Juni oder Juli anstehenden Abschlussprüfungen konzentrieren. Diese bestehen unter anderem aus einem klassischen sowie modernen Monolog und in der Regel einer Szene mit einem Partner. Danach möchte Kowalewski als Darsteller sein Geld verdienen. Über Studiengänge hat er sich zwar informiert, aber „es gibt kein Fach, das mir mehr Spaß machen würde als die Schauspielerei. Ich mag es, dass ich nie weiß, was in zwei Monaten sein wird.“

Markus Ostermaier

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