Dieter Priglmeir hofft, dassjetzt niemand, die fünf Minuten Lesezeit bereut.
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Dieter Priglmeir hofft, dassjetzt niemand, die fünf Minuten Lesezeit bereut.

AM RANDE

Die zehn nervigsten Wartemomente

  • Dieter Priglmeir
    VonDieter Priglmeir
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Warten ist nervig. Dieter Priglmeir, Sportchef des Erdinger Anzeiger, zählt in seiner Kolumne seine nervigsten zehn Momente auf.

Gute Ärzte im Landkreis haben das inzwischen: die Wünsch-Dir-Was-Warteschleife. Jazz, Klassik, Rock, Oldies – man kann sich tatsächlich die Musik aussuchen. Okay, ob jetzt „Schickeria“ ein Oldie ist, liegt im Auge/Ohr des Betrachters/Hörers. Jemand, der die Spider Murphy Gang noch gratis im Quelle Versandhaus hat spielen sehen, zweifelt zumindest daran.

Aber ich schweife ab. Eigentlich geht’s hier um Geduld, die mir in sehr vielen Situationen fehlt: nein, nicht am Telefon (für Jüngere: Das ist die Sonderfunktion im Smartphone) im Gespräch mit Ihnen. Vielmehr ist das hier meine persönliche Rangliste der nervigsten Wartemomente.

Platz zehn: Die angekündigten zwölf Minuten in der Sky-Warteschleife, die dann 23 werden.

Platz neun: Die Zusatzminuten, während der arme Kerl im Callcenter das Gespräch wegen der Aufzeichnung nochmal zusammenfassen muss und dabei schon an meinem Namen scheitert. Irgendwann einigen wir uns regelmäßig auf „Mister Dieter“.

Platz acht: beim Arzt die 20 Minuten im Wartezimmer (trotz Termin).

Platz sieben: die 23 Minuten, um bei der Telekom überhaupt erst in eine Warteschleife zu kommen.

Platz sechs: das Baustellen-Hopping in der Erdinger Innenstadt.

Platz fünf: die Anweisung „Wenn Sie eine Frage zum Abo haben, drücken Sie die 0, wenn Sie eine Frage zu ….“ – um dann zu merken, dass auch Ziffer 9 noch nicht passt.

Platz vier: beim Arzt die 40 Minuten (ohne was zu Lesen) im Gang vor dem Behandlungsraum („Setzen Sie doch schon mal da hin, jetzt hammas glei...“).

Platz drei: der Vormittag in der Warteschlange vor der Post im Wissen, dass mein eigenes Anliegen so ruckzuck erledigt wäre – so schnell kann der Mann am Schalter nicht mal „Postwertzeichen“ sagen.

Platz zwei: die drei Sekunden, in denen sich ein Computer-Programm nicht öffnen lässt, obwohl ich in der Zwischenzeit 48 mal doppelgeklickt habe.

Platz eins: beim Arzt die 30 Minuten im Behandlungsraum (wahlweise zweieinhalb Minuten auf dem Zahnarzt-Stuhl), bevor der Doc endlich kommt.

Was ich mit der gewonnenen (bzw. nicht geraubten) Zeit machen würde? Selbige tot schlagen. In Schwabing soll es eine Kneipe geben, die muaß ganz was Besonders sein. Oder noch besser: in einem Erdinger Wirtshaus. Anbieten würde sich da: das Café Zeitlos.

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