Der neu gewählte Vorstand der CSU-Mittelstandsunion und Gratulanten (v. l.): Stefan Hagn (Kassenprüfer), 2. Vorsitzender Peter Nöscher, Schriftführer Rudolf Waxenberger, Vorsitzender Martin Greimel, Schatzmeisterin Margit Niedermaier, die Beisitzer Stephan Bachmayer und Rainer Berndt, Wahlleiter Thomas Bauer, MdB Andreas Lenz, Kassenprüferin Claudia Beil und MdL Ulrike Scharf.
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Der neu gewählte Vorstand der CSU-Mittelstandsunion und Gratulanten (v. l.): Stefan Hagn (Kassenprüfer), 2. Vorsitzender Peter Nöscher, Schriftführer Rudolf Waxenberger, Vorsitzender Martin Greimel, Schatzmeisterin Margit Niedermaier, die Beisitzer Stephan Bachmayer und Rainer Berndt, Wahlleiter Thomas Bauer, MdB Andreas Lenz, Kassenprüferin Claudia Beil und MdL Ulrike Scharf.

Mittelstandsunion Erding

Doppelter Handwerker-Bonus, höhere Minijob-Grenze: Vorschläge der Mittelstandsunion

  • Henry Dinger
    VonHenry Dinger
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Martin Greimel wurde als Kreisvorsitzender der Mittelstandsunion Erding bestätigt. MdL Ulrike Scharf macht mehrere Vorschläge, wie der Mittelstand gestärkt werden kann.

Erding – Die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaftskraft stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der CSU-Mittelstandsunion im Erdinger Weißbräu. Zum ersten Mal nach zweieinhalb Jahren kamen die Mitglieder am Dienstagabend wieder in Präsenz zusammen. Dabei waren auch Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf und Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz.

Corona hatte die Aktivitäten der aktuell 37 Mitglieder zählenden Mittelstandsunion ausgebremst. „Die letzte große Veranstaltung hatten wir im Mai 2020“, blickte Kreisvorsitzender Martin Greimel zurück. „Im Oktober 2020 gab es dann die einzige Vorstandssitzung. Die Wahlen wurden verschoben.“

Der Dorfener betonte, dass der Mittelstand „die aktive Seele unserer Gesellschaft ist“, immerhin 58 Prozent aller Arbeitsplätze würden von diesen Betrieben zur Verfügung gestellt. „Das ist eine starke Leistung, dafür brauchen wir einen starken politischen Rückenwind.“ Es dürfe nicht sein, dass die Unternehmen kaputtbesteuert werden und dass das Steuersystem in Deutschland den Erfolg bestrafe, erklärte Greimel mit Blick auf die aktuelle Diskussion über die Wiedereinführung der Vermögensteuer.

Scharf nannte die Mittelstandsunion ein Sprachrohr, das auch dafür sorge, dass der Mittelstand in der Politik Gehör findet. Neben der Abschaffung des Soli sei für sie auch die Verdoppelung des Handwerkerbonus von 1200 auf 2400 Euro und die Erhöhung der Minijob-Grenze wichtig. Zudem hält sie die flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten für ebenso nötig wie eine Steuerentlastung. „Steuererhöhungen für Unternehmen und Privatpersonen wären in der gegenwärtigen Situation absolutes Gift“, sagte Scharf.

Lenz betonte, dass für die CSU „Unternehmer Vorbilder sind, nicht Feindbilder“. Auch er werde sich für die Anhebung der 450-Euro-Grenze einsetzen und nannte als weitere Punkte den flexiblen Umgang mit dem Renteneintrittsalter und die Stärkung beruflicher Bildung.

Die Energiewende und das Erreichen der Klimaschutzziele werde man, auch im Hinblick auf Sanierungen bei Gebäuden, ohne das Handwerk nicht schaffen. Diesen Punkt griff Margit Niedermaier, Inhaberin eines Haustechnik-Betriebes in Hohenpoldign, in der Diskussion wieder auf. Sie beklagte den Mangel an Fachkräften besonders in ihrer Branche. „Es hören viele Betriebe auf, da kein Nachfolger da ist.“ Dabei bräuchten die Unternehmen dringend Leute, um die Energiewende abarbeiten zu können. Es müsse endlich die berufliche Ausbildung von der Wertigkeit einem Universitätsstudium gleichgesetzt werden.

Das ist ein Punkt, den Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger seit Jahren fordert. Die Lage spitze sich zu, es gebe etwa 300 000 Betriebe in Deutschland, bei denen die Nachfolge nicht geregelt sei. Das Wort „Fachkräftemangel“ beschreibe die Situation nur oberflächlich. Vergrößert werde das Problem auch dadurch, dass viel mehr Absolventen studieren, als eine Lehre abschließen wollen. „Es wäre nicht schlecht, wenn ihr das mitnehmen könntet“, sagte Waxenberger zu Lenz und Scharf.

Ein weiteres Problem brachte Burkhard Köppen aufs Tapet. Der Erdinger CSU-Stadtrat und frühere Pflegedirektor am Deutschen Herzzentrum in München fordert von der Politik, mehr Augenmerk auf die Qualität der Pflege zu richten. Dafür gehören für ihn Nachweise von Qualifikationen bei Pflegediensten. Dabei müssten ähnlich hohe Maßstäbe wie im Handwerk angelegt werden.

Außerdem dürften Kliniken, die einen Versorgungsauftrag haben, nicht mehr in die Hände von Konzernen gelangen, die nur Geld verdienen wollen. Es dürfe nicht auf Kosten des Personals und Materials gespart werden, um schwarze Zahlen zu schreiben, so Köppen.

Die Neuwahlen brachten kaum Veränderungen, alle Positionen wurden unter Leitung von Thomas Bauer einstimmig gewählt. An der Spitze bleibt Greimel, seine Stellvertreter sind Peter Nöscher und Heribert Niedermaier. Als Schatzmeisterin wurde Margit Niedermaier bestätigt, Schriftführer bleibt Rudolf Waxenberger. Beisitzer sind Stefan Bachmayer, Rainer Berndt und Gerlinde Sigl, die Kassenprüfung übernehmen Stefan Hagn und Claudia Beil (neu).

Die Delegierten für die Bezirksversammlung heißen Nöscher, Heribert und Margit Niedermaier, Sigl, Waxenberger und Greimel. Ersatzdelegierte sind Rainer Berndt, Stephan Bachmayer, Gabriele Wildgruber, Claudia Beil und Michael Utschneider gewählt. In der Landesversammlung Margit Niedermaier und Sigl den Kreisverband.

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