Stadtratsbeschluss

Drei verkaufsoffene Sonntage im Herbst

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Erding – Lange mussten die Innenstadt-Händler bangen, jetzt ist es sicher: Es wird heuer doch vier verkaufsoffene Sonntage in Erding geben. Drei davon im Herbst.

Nach dem Verwaltungs- und Finanzausschuss (VFA) hat nun auch der Erdinger Stadtrat dem detailreichen Antrag von Händler-Interessengemeinschaft Ardeo, Gewandhaus Gruber und Stadtmarketing mit großer Mehrheit zugestimmt, im Herbst noch drei verkaufsoffene Sonntage anzubieten. Nur sechs Stadträte waren dagegen. Um genau prüfen zu können, wie gut die Aktionen von den Bürgern und Kunden angenommen werden, sollen an allen drei Sonntagen die Besucherzahlen erfasst werden.

Von September bis einschließlich November jeden Monat ein verkaufsoffener Sonntag, dazu die Lange Nacht der Museen und Galerien samt Langer Einkaufsnacht am Freitag, 28. Oktober: Shoppen gehen können die Erdinger und ihre Besucher im Herbst mehr als genug. Nachdem OB Max Gotz (CSU) die verkaufsoffenen Sonntage im Frühjahr mangels ausreichenden Händler-Engagements noch in Frage gestellt hatte, werden sie nun doch nicht reduziert. Nach dem erfolgreichen Fairtrade-Sonntag (5. Juni) werden die Geschäfte in der Innenstadt auch zum erstmals veranstalteten Sport- und Spielefest (18. September) sowie zu den traditionellen Kirta- (16. Oktober) und Kathreinmärkten (20. November) öffnen.

Damit waren nicht alle Stadträte einverstanden. Horst Schmidt (SPD) bekannte, dass es in seiner Fraktion unterschiedliche Meinungen gebe. Seiner Ansicht nach seien „drei verkaufsoffene Sonntage im Herbst des Guten zu viel“. Das Spielefest könne auch an einem Samstag stattfinden und Kunden anlocken. Deshalb beantragte er, den September-Termin zu streichen. Damit fand er keine Mehrheit.

Jakob Mittermeier (CSU) entgegnete, dass sich beim Sport- und Spielefest viele Ehrenamtliche aus Vereinen engagieren würden, die eben nur sonntags Zeit hätten. „Man hat sich Mühe und Gedanken gemacht, die es rechtfertigen, die Geschäfte zu öffnen.“ Zudem sei „niemand gezwungen, seinen Laden zu öffnen“. Was die Sonntagsarbeit betreffe, müssten das die Unternehmer mit ihrer Belegschaft ausmachen. Die CSU stimme zu, weil die Anlassbezogenheit mit den geplanten Veranstaltungen gegeben sei.

Wie mehrfach berichtet, ist ein Anlass notwendig, um von der Regierung von Oberbayern eine Ausnahmegenehmigung für verkaufsoffene Sonntage zu erhalten, quasi zur Versorgung der Bürger. Immer wieder kommt es in Kommunen rund um München zu Klagen oder -androhungen etwa von Gewerkschaften, die diese Anlässe bei verkaufsoffenen Sonntagen in Möbelmärkten anzweifeln. In Erding werden die Geschäfte in den Gewerbegebieten nicht offen haben.

Mittermeier forderte, dass die Besucher an allen vier Veranstaltungen gezählt werden. „Das ist eine wesentliche Entscheidungshilfe in der Nachbetrachtung.“ Dem stimmten die Stadträte einhellig zu.

Eva Döllel (ÖDP) wiederholte ihre Kritik aus dem VFA. Ihrer Ansicht nach sei das Spielefest nur als Anlass da, um einen verkaufsoffenen Sonntag zu ermöglichen. Zudem finde sie es schwierig, Geschäfte an Kirchweih zu öffnen, wenn die Kirche dagegen sei.

Letztlich sprachen sich sechs Stadträte gegen die drei verkaufsoffenen Sonntage im Herbst aus. Einstimmig fiel dagegen der Beschluss für die Lange Einkaufsnacht am 28. Oktober.

zie

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