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Drohende Fahrverbote 

Diesel: Den Dauerläufer verlässt die Kraft

Drohende Fahrverbote und die allgemeine Stimmungsmache gegen den Diesel verunsichern Kunden. Brechen bei den Erdinger Autohändlern die Diesel-Verkäufe ein? Wir haben nachgefragt.

Von Henry Dinger

Erding Darf man sich überhaupt noch einen Diesel kaufen? Oder besteht die Gefahr, schon bald nicht mehr in mache Innenstädte fahren zu dürfen? Wie gravierend wird der Wertverlust sein? Das sind Fragen, die nicht nur heutige Dieselfahrer, sondern vor allem jene stellen, die sich ein neues Auto kaufen wollen.

Konkrete Antworten gibt es darauf derzeit nicht. Wir haben uns bei Autohändlern im Raum Erding umgehört. Gerhard Schweiger, Erdinger Niederlassungsleiter von Opel Häusler, sieht die Lage weniger dramatisch. „Die Dieselnachfrage ist verhaltener geworden, aber einen gravierenden Einbruch gibt es nicht“. Das beträfe die beiden Marken Opel und Mazda, mit denen das Haus handelt. „Vielfahrer kaufen nach wie vor Diesel.“ Erkennbar sei aber ein gewisser Trend zum Benziner. „Besonders Pendler sind verunsichert, da sie sich fragen, wie lange sie noch mit einem Diesel nach München rein dürfen“

Bei den Nutzfahrzeugen, die nur für einen bestimmten Zeitraum geleast sind, gebe es aber keine Änderungen, da werde der Diesel wie bisher geordert.

Die Verunsicherung bei den Interessenten spürt auch Andreas Maier vom Autohaus Hans Maier. Der VW- und Audi-Händler sieht bei seinen Verkaufszahlen ebenfalls einen Trend hin zum Benziner. Besonders Privatkunden, die mit der Fahrleistung nur knapp in dem Bereich sind, bei dem sich der Selbstzünder finanziell besser rechnet, greifen nun lieber zum Ottomotor. „Bei den geleasten Firmenwagen hat der Diesel aber nach wie vor eine hohe Priorität“, so Maier. Einen Grund zum Klagen sieht er wegen des Dieselskandals nicht. „Das Geschäft läuft nach wie vor.“

Von Hans Hausmann, der das Toyota-Autohaus Hausmann in Dorfen führt, gibt es allerdings eine klare Aussage. „Die Nachfrage nach dem Dieselmotor ist seit dem Aufkommen der Diskussion gleich Null“. Allerdings habe Toyota schon vor Jahren verstärkt auf die Hybridtechnik gesetzt und heute sechs Modellreihen mit dieser Technologie im Programm. Neun von zehn verkauften RAV4 haben die Kombination aus Otto- und Elektromotor unter der Haube, der Rest sind reine Benziner. Beim Kleinwagen Yaris beträgt der Hybridanteil laut Hausmann 60 Prozent, beim Golf-Konkurrenten Auris immerhin 50 Prozent.

Harald Weber, Geschäftsführer des gleichnamigen Mitsubishi-Autohauses in Erding, klingt bei unserer Umfrage am Telefon gelassen. „Die Nachfrage bei den Dieselmotoren ist etwas rückläufig“, sagt er. Besonders beim kleinen SUV namens ASX würden nun mehr die Ottomotoren bestellt, beim größeren Outlander würden aber nach wie vor die Selbstzünder gewählt. Er sehe die Problematik nicht so negativ, sagt Weber, „ganz wegfallen wird der Diesel nicht“.

Die derzeitige Stimmung bestätigt ein weiterer Händler, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. „Unsere Kunden fragen nach wie vor Diesel an und kaufen sie auch. Allerdings haben wir auch viele Kunden, die ihren alten Diesel bei uns in Zahlung geben und sich stattdessen einen neuen Benziner bestellen“.

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