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So soll die Nordumfahrung eines Tages vor allem die Stadt Erding entlasten. Sie beginnt bei Unterstrogn/Bockhorn (r.) und mündet in die Flughafentangente. Die ED99 wird knapp zehn Kilometer lang sein.

ED 99 – Nordumfahrung Erding

Landrat befürchtet Gerichtsprozesse

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Erding - Landrat Martin Bayerstorfer rechnet noch heuer mit der Genehmigung für den Bau der Nordumfahrung Erding. Er ist aber überzeugt: Gegen die ED 99 wird geklagt.

Heuer ist es zehn Jahre her, dass die Nordumfahrung für Erding – eine neue Straße ab Unterstrogn/Bockhorn, nördlich an der Kreisstadt vorbei bis zur Flughafentangente – vertieft geplant wird. Im Juni 2007 beschloss der Kreistag, die Baulast für die ED 99 zu übernehmen. Mittlerweile läuft das Planfeststellungsverfahren.

Für die Regierung von Oberbayern ist es kein einfaches Unterfangen, immerhin sind seit Start des Genehmigungsverfahrens im Jahre 2014 rund 1700 Einwendungen gegen die Trasse eingegangen. Sie werden seither abgearbeitet.

Der Planfeststellungsbeschluss gilt als Baugenehmigung. Dennoch befürchtet Landrat Martin Bayerstorfer, dass Gegner, in erster Linie betroffene Grundstückseigentümer, danach vor Gericht ziehen. Daher traut er sich keine Einschätzung zu, wann die ED 99 die Stadt Erding vor allem beim Ost-West-Verkehr zum Flughafen und in Richtung München entlasten kann.

Der Landkreis kümmert sich gegenwärtig vor allem um die Grundstücke – „mit gutem Erfolg“, wie Landrat Martin Bayerstorfer in der Jahrespressekonferenz seiner Behörde betonte. 43 Hektar an Tausch- sowie knapp fünf Hektar Trassenflächen habe man bereits gesichert. Die gleiche Zahl hatte Bayerstorfer freilich im August 2016 in einer CSU-Veranstaltung genannt. Dennoch spricht der Kreischef von „großen Fortschritten“.

Erfreulich sei auch, dass das neue Ausgleichsflächenkonzept in den letzten Zügen liege. „Es ist uns gelungen, den Flächenbedarf im Vergleich zur ursprünglichen Planung um sieben Hektar zu reduzieren“, so Bayerstorfer. Denn der geplante S-Bahn-Ringschluss – auch hier läuft aktuell das Planfeststellungsverfahren – und die Nordumfahrung benötigten stellenweise die gleichen Flächen.

Der Landrat versicherte, dass man den Landwirten weit entgegen komme. „Wir sind in der Lage, jedem, der Grundstücke hergeben musste, auf Wunsch 1:1-Ersatz in Form landwirtschaftlicher Flächen zu bieten – wenn auch nicht immer in unmittelbarer Nähe.“ Für die erste Jahreshälfte plant Bayerstorfer eine Infoveranstaltung.

Die Erdinger Nordumfahrung wird insgesamt 8,98 Kilometer lang sein. Der Flächenverbrauch beträgt 71,6 Hektar. Etwa die Hälfte entfällt auf den Straßenbau, die andere für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Knapp 11 Hektar werden versiegelt. Vorgesehen sind sieben Knoten und neun Brücken. Die jüngste Kostenschätzung geht von 57 Millionen Euro aus.

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