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Edeka baut in Erding Backfabrik

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Von: Hans Moritz

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Bis zu 35 Meter hoch wird die Backfabrik die im Gewerbegebiet Erding-West auf dem Areal des früheren Stiftungs-Reiterhofs entsteht. © Edeka Südbayern

Einer der größten Lebensmittelkonzerne in Deutschland, Edeka, baut für sein Tochterunternehmen Backstube Wünsche in Erding-West eine Backfabrik. 

Erding - Sie soll an der Stelle entstehen, an der soeben der Reiterhof der Fischer’s Stiftung abgerissen wird – in unmittelbarer Nähe zur Flughafentangente Ost. Im Stadtrat wurden nun konkrete Pläne bekannt. Das Gebäude soll bis zu 35 Meter hoch werden. Wünsche will von hier Märkte in ganz Südbayern mit Backwaren beliefern.

Ursprünglich wollte Edeka das Backwerk in Aufhausen errichten – gegenüber dem Semptmarkt auf dem Grundstück, auf dem ein früherer Elektromarkt immer mehr verfällt. Doch das Areal erwies sich als zu klein. Dann entdeckte der Lebensmittelkonzern die frei werdende Fläche in Erding-West. Die Fischer’s Stiftung will das Gelände verwerten, um die Erweiterung seines Seniorenzentrums an der Haager Straße finanzieren können.

Nach Informationen unserer Zeitung kauft ein Investor das Grundstück, das von Edeka dann angemietet wird.

Der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates stellte am Donnerstag die erste Weiche – mit der Vorstellung des Bebauungsplans für ein Industriegebiet nördlich der Dachauer Straße. Die Backfabrik wird hier der größte Betrieb werden, OB Max Gotz (CSU) möchte darüber hinaus weitere Unternehmen ansiedeln. Einzelhandel ist verboten, zulässig sind nur Ladengeschäfte, sofern sie zu den Produktionsstätten gehören und nicht größer als 300 Quadratmeter sind. Das Wünsche-Werk kommt ans nördliche Ende des Industriegebietes neben einen Grüngürtel, es wird also nicht direkt an der Dachauer Straße stehen. Dahinter befindet sich bereits der Logistiker GLS, an den wiederum der Neubau des Amazon-Sortierzentrums anschließt.

Erste Animationen ließen die Stadträte aufhorchen, denn die Fabrik wird bis zu 35 Meter hoch. Auch ein Parkhaus befindet sich in der Planung. Eine Edeka-Sprecherin wollte auf Anfrage unserer Zeitung aufgrund des frühen Stadiums noch keine Details nennen, die Rede ist dem Vernehmen nach aber von etwa 200 Arbeitsplätzen.

Die sind für Gotz ein Hauptargument, die Ansiedelung „ausdrücklich zu unterstützen“. Er sagte: „Wir brauchen in Erding neue Arbeitsplätze, hier entsteht eine Facette ganz neuer Berufsbilder.“

Das sah auch Hans Egger (Erding Jetzt) so. „Wir wollen es, auch wenn man bei der Ansicht erst einmal schlucken muss.“ Der Erdinger Weißbräu ganz in der Nähe habe allerdings baulich ähnliche Dimensionen.

Herbert Maier (Grüne) äußerte sich hingegen kritisch. „Wir haben gerade erst gehört, dass sich Amazon schwertut, Personal zu rekrutieren.“ Hinzu komme, dass er sich nicht vorstellen könne, dass sich die, die dereinst hier arbeiten sollen, das Wohnen in Erding leisten können. Ihm wäre die Ansiedelung von Hochtechnologie wie am LabCampus am Flughafen lieber. Prompt fing er sich vom OB den Rüffel ein, sich überheblich über Arbeitsplätze zu äußern. Es werde viele hochwertige und handwerkliche Jobs geben.

Weiter wollte Maier wissen, wie es mit der (regenerativen) Energieversorgung der Fabrik aussehe, „eine Bäckerei braucht viel Energie“. Der Bauherr solle hier ein Konzept vorlegen. Er verwies auf ein ähnliches Werk in Österreich, das vor Ort selbst Wasserstoff herstelle.

Egger hakte nach, was an den Gerüchten dran sei, der Bauwerber sei wegen des zeitlichen Verzugs genervt. Stadtbaumeister Sebastian Henrich betonte: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis.“ Doch stimmt das? Nach Recherchen unserer Zeitung geht es Edeka insgesamt in der Tat langsam. Der Konzern wollte wohl schon heuer den Betrieb aufnehmen.

Und nun droht weiterer Verzug, denn auf dem Baugebiet wurden schützenswerte Tierarten gefunden, darunter Schwalben.

Hans Fehlberger (FW) erkundigte sich nach Lärm- und Geruchsemissionen. Thomas Auer von der Bauverwaltung versicherte, dass entsprechende Gutachten vorgelegt werden müssten.

Am Ende stimmte der Ausschuss mehrheitlich für den Planentwurf. Lediglich Maier lehnte diesen ab.

ham

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