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Jedes Jahr auf Wiesn-Besuch im Erdinger Hotel Linner ist eine Gruppe von der Spedition Emons aus Hallbergmoos. Michaele Linner kann keinen Buchungsrückgang erkennen.

Hotels in der Wiesnzeit 

„Ein bisschen Unwohlsein“

Landkreis – Das Oktoberfest 2016 bringt zur Halbzeit nicht so viele Übernachtungsgäste in die Region wie in den Jahren zuvor. Einige Hoteliers berichten von weniger Buchungen. Andere spüren keine Auswirkungen von Terrorangst oder schlechtem Wiesn-Wetter auf ihr Geschäft.

 

Keinen guten Start hatte das Münchner Oktoberfest am ersten Wochenende. Das schlechte Wetter hielt viele vom Wiesn-Besuch ab. Und auch die Terrorangst schwingt mit. Jahr für Jahr übernachten Wiesn-Touristen auch in den Hotels und Pensionen im Landkreis Erding. Manche Hoteliers berichten von weniger Buchungen.

Im Best Western Plus Parkhotel Erding seien weniger Übernachtungen als in den Vorjahren verzeichnet worden. Geschäftsführer Friedrich Staudinger bezeichnet dies als „unglückliche Kombination aus Terrorangst und schlechtem Wetter“. Er ist aber optimistisch, dass spontane Anfragen, die in der Vergangenheit abgewiesen werden mussten, in diesem Jahr angenommen werden könnten.

Thomas Schmidbauer, Inhaber des gleichnamigen Hotel Garni, merkt einen leichten Rückgang. „Höchstens fünf Prozent weniger“, meint er, „aber wir haben schon ein paar Gäste mit ein bisschen Unwohlsein“. Die Zimmer werden meist eher von Stammgästen gebucht, auch einige Privatkunden ließen sich nicht abschrecken.

Nur ein paar Firmen hätten ihre Zimmer storniert, sagt Schmidbauer. Während des Oktoberfests kostet im Hotel Garni ein Doppelzimmer ungefähr zehn Prozent mehr, statt 80 seien es nun 90 Euro.

Im Hotel Linner in Erding gebe es dagegen keinen Rückgang der Buchungen, erklärt Michaela Linner, die mit ihrem Mann das Hotel leitet. „Es sind nicht mehr und nicht weniger“, sagt sie. Die Nachfrage sei auch jetzt noch sehr groß. Das Telefon klingle ständig, berichtet sie.

Das Haus sei meistens mit Stammgästen gut belegt, die sich weder durch Terrorangst noch durch das schlechte Wetter vom Oktoberfestbesuch abhalten ließen, berichtet die Chefin. Auch Wiesn-Touristen aus der näheren Umgebung habe sie. Zum Beispiel kommt jedes Jahr eine Gruppe von der Firma Emons Spedition aus Hallbergmoos für eine Nacht nach Erding. „Aber es sind nicht nur Gäste wegen des Oktoberfests da. Am Wochenende sind es natürlich mehr, aber höchstens ein Drittel sind Wiesn-Besucher“, erzählt die Hotelbesitzerin.

Das Hotel Mercure in Aufkirchen und das Azimut in Erding-Aufhausen seien ausgebucht, berichten Mitarbeiter. Das Holiday Inn Express Munich Airport habe dagegen noch Kapazitäten, meint Front Office-Mitarbeiterin Alexandra Lamba. Der Direktor des Arcadia Hotels am Flughafen, Stefan Baum, sieht keinen Buchungsrückgang. Die Gäste hätten auch keine Sicherheitsbedenken geäußert. Es gebe sogar mehr Buchungen unter der Woche als im Vorjahr. „Absagen oder Stornierungen wegen Terrorangst gab es keine“, berichtet er.

Die Pension Bettstadl aus Neufinsing verzeichnet weniger Anfragen. Insgesamt findet es Geschäftsführerin Michaela Mayer deutlich ruhiger als in den Vorjahren.

Franziska Huber/ Alexander Lotz

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