Nordumfahrung Erding

Im Flächenpuzzle fehlen immer weniger Teile

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2018 könnte für die Erdinger Nordumfahrung ein entscheidendes Jahr werden. Landrat Martin Bayerstorfer ist überzeugt, bis Jahresende alle Flächen im Korridor beisammen zu haben.

Erding– Erding hat bereits eine Nordumfahrung, doch sie ist nicht mehr als solche zu erkennen – die Anton-Bruckner-Straße. Längst ist sie eine innerörtliche Straße, die nicht nur zu den Stoßzeiten heillos verstopft ist.

Deswegen braucht die Herzogstadt eine neue Nordumfahrung. Geplant wird sie schon seit gut zehn Jahren. 8,7 Kilometer soll sie lang sein, im Osten bei Unterstrogn (Bockhorn) von der B 388 abzweigen und im Westen nahe der Brücke über den Mittleren Isarkanal auf die Flughafentangente Ost (Staatsstraße 2580) münden. Derzeit läuft die Genehmigung, das Planfeststellungsverfahren. Diese Zeit nutzt der Landkreis, um die Flächen für Straßenbau und Ausgleich zu sichern. Sechs Millionen Euro hat der Kreistag für die ED 99 in den Haushalt 2018 eingestellt.

Mit dem bisherigen Verlauf ist Landrat Martin Bayerstorfer zufrieden. In der Jahrespressekonferenz berichtete er: „Wenn man unsere Flächen für die Trasse, für den Ausgleich und alle weiteren im 500-Meter-Korridor addiert, haben wir in zwei Jahren fast 73 Prozent der benötigten Flächen erworben.“ Dabei seien alle Grundstücke eingerechnet, die im Eigentum von Kommunen wie der Stadt Erding sind.

Besonders gut läuft es laut Landrat bei den Ausgleichsflächen: „Hier sind wir beim Erwerb so gut wie durch.“ Bis Ende dieses Jahres kaufte der Kreis Bayerstorfers Worten zufolge 27,21 Hektar, was 84,5 Prozent der benötigten 32,2 Hektar entspreche. Bei weiteren knapp fünf Hektar sei man in „konkreten Verhandlungen“.

Längst noch nicht so weit ist der Kreis bei den Grundstücken, die auf der Trasse liegen, die im Norden an Erding vorbeiführt. 35 Hektar werden benötigt, erst 5,4 Hektar, was 16 Prozent entspricht, wurden ihren Eigentümern abgekauft. Bei weiteren 3,8 Hektar zeichnet sich laut dem CSU-Politiker ein baldiger Abschluss ab.

Ein Politikum sind bei der ED 99 die Tauschflächen. Denn kein Landwirt soll enteignet oder auch nur erheblich schlechter gestellt werden. Wer Boden braucht, um darauf weiterhin Landwirtschaft ausüben zu können, soll laut Landrat möglichst gleichwertigen Ersatz bekommen – und das im Idealfall nahe des bisherigen Eigentums.

Nicht immer ist das möglich, teils sind weitere Anfahrtswege oder erschwerte Bedingungen nicht zu vermeiden. Das muss ausgeglichen werden. Bayerstorfer gab zu, „dass es nicht überall schon passt“. Den weiteren Bedarf an Tauschflächen für den ED 99-Korridor bezifferte er mit rund 14 Hektar.

Bei den Tauschflächen wird unterschieden, ob sie in einem 500-Meter-Korridor der ED 99 oder außerhalb liegen. Innerhalb der Zone sind knapp über 16 Hektar, außerhalb 66,1 Hektar ins Eigentum des Landkreises übergegangen. Über weitere 37,5 Hektar wird derzeit verhandelt. „Für den Korridor brauchen wir noch 14 Hektar“, sagte der Kreischef.

Am Ende will der Landkreis seine Millionen übrigens wieder zurück. Denn nur in der Planungsphase handelt es sich um eine Kreisstraße. An sich ist es ein Projekt der Stadt Erding. Beide gehen aber davon aus, dass der Freistaat die ED 99 eines Tages übernimmt und in eine Staatsstraße umwandelt. Schon vorher, darauf pochen Bayerstorfer und OB Max Gotz (CSU), habe der Staat den Bau der ED 99 mit dem höchsten Fördersatz zu bezuschussen. Die Nordumfahrung wird bereits heute in der Projektliste des Staatlichen Bauamts Freising geführt.

Parallel dazu hat die Stadt eigene Pläne, Erding an die Nordumfahrung anzubinden – zum einen über eine neue Straße durch den Fliegerhorst, zum anderen über den Kronthaler Weiher, an dem eines Tages auch die Gleise des geplanten S-Bahn-Ringschlusses vorbeiführen sollen.

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