Silke Hörold-Ries leitet die Seniorenberatung und den Aktiv-Treff der Stadt.
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Silke Hörold-Ries leitet die Seniorenberatung und den Aktiv-Treff der Stadt.

Im Stadtrat stellt Seniorenbeauftragte Silke Hörold-Ries ihre Arbeit vor

„Senioren brauchen ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Ältere Menschen bringen sich gerne ein und suchen Anschluss. Diese Erfahrung hat die Seniorenbeauftragte der Stadt Erding gemacht. Sie hat in ihrem Amt noch viel vor.

Erding – Ältere Menschen sind gerne bereit, sich in die Gesellschaft einzubringen. Zugleich gibt es immer mehr Bürger, die sich im Alter alleine fühlen und Anschluss suchen. Diese Erfahrungen hat die Seniorenbeauftragte der Stadt in den nun knapp zwei Jahren ihrer neuen Tätigkeit gesammelt. Im Stadtrat stellte Silke Hörold-Ries ihre Arbeit vor und kündigte an, das Engagement noch auszubauen – und zwar sobald es Corona erlaubt.

Seit 2002 arbeitet Hörold-Ries für die Stadt, zunächst als stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei am Aeferleinweg. Als deren Nachbar, das Bürgerhaus am Rätschenbach, fertig wurde, übernahm die studierte Leiterin sozialer und kultureller Einrichtungen die Seniorenarbeit der Herzogstadt.

Zunächst baute Hörold-Ries die Beratungsstelle auf. „Ich bin seit Mai 2019 Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um Älterwerden und Pflege, mache aber keine Rechtsberatung“, erklärte sie im Stadtrat. Dazu gehöre unter anderem, Kontakte zu anderen Einrichtungen und Initiativen herzustellen. „Auf Wunsch begleite ich unsere älteren Mitbürger auch.“

In den Sprechstunden sei ihr aufgefallen, „dass die Nachfrage nach Begegnungsmöglichkeiten hoch ist, viele geistig und körperlich noch fit sind und sich einbringen möchten“. Mit diesem Wissen ging im August 2019 der Aktiv-Treff an den Start. „Dabei handelt es sich um ein niederschwelliges und kostenloses Angebot, bei dem Gleichgesinnte Anschluss finden können“, erklärte Hörold-Ries. Man könne dort ratschen, es gehe aber auch um kulturelle Themen und Erwachsenenbildung in diversen Veranstaltungsformaten.

„Das hat sich immer mehr etabliert. Pro Veranstaltung haben wir rund 20 Teilnehmer.“ Bis März dieses Jahres habe man unter anderem die Polizei und den Hospizverein besucht, Lesungen und Reisevorträgen gelauscht oder die Wohnberatung des Landratsamts kennen gelernt.

Dann kam Corona. „Wir haben weitergemacht, dann virtuell“, erinnert sich die Seniorenbeauftragte und macht deutlich: „Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung für Senioren ist.“ Daher will sie ab Frühjahr Computerkurse anbieten, „bei denen eventuell Jung und Alt zusammenkommen können“.

In der Pandemie hat es ihren Worten zufolge aber auch einen Hilfeservice gegeben. Senioren, die daheim bleiben mussten, bekamen ihre Einkäufe und Rezepte nach Hause. „Da sind Freundschaften entstanden“, freute sich Hörold-Ries. Im Sommer und im Herbst hätten dann wieder Veranstaltungen stattgefunden – bis im November das öffentliche Leben erneut heruntergefahren wurde.

Regelmäßige Treffen sind ihrer Auffassung nach für die ältere Generation sehr wichtig. „Hier erfahren die Menschen auch, was die Stadt für sie tun kann.“ Die Bedeutung werde aufgrund des Zuzugs und immer mehr Alleinstehender im Alter zunehmen. Deswegen regt sie an, Möglichkeiten der Begegnung nicht nur am Rätschenbach, sondern auch in den Stadtteilen aufzubauen – „und wenn es nur zum Schafkopfen ist“, so Hörold-Ries. Das gebe „ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit“. Es sei für die ältere Generation wichtig, „dabei zu bleiben und sich für Dinge zu interessieren“.

Lob zollte ihr OB Max Gotz (CSU): „Respekt, was hier geleistet wird. Sie haben bei Null angefangen.“ Die Seniorenarbeit zeige, „dass wir mit dem Haus der Begegnung auf einem guten Weg sind“.

Sozialreferentin Helga Stieglmeier (Grüne) bedankte sich und meinte, der Treff habe sich nicht zuletzt in der Pandemie bewährt. Familienreferentin Petra Bauernfeind (FW) würdigte Hörold-Ries’ „guten Riecher für Themen“.

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