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Vor Realschule und Klinikum in Altenerding will ein Investor über eine Stiftung ein Handball-Leistungszentrum errichten. Zuletzt war es ruhig um das Millionenvorhaben geworden.

Ein Jahr Stille bei den Planungen 

Handballzentrum: Gotz verliert die Geduld

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Mit einem Bein stand das in Erding geplante Handball-Leistungszentrum bereits im Aus. OB Max Gotz (CSU) missfällt, dass die ehrgeizigen Pläne binnen eines Jahres keinen Millimeter vorangekommen sind. Der Investor versichert, den Warnruf verstanden zu haben.

Erding – „Aufhebung des Bebauungsplans 231“ lautete ganz lapidar der Punkt auf der vorige Woche verbreiteten Tagesordnung für den Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss (Stuva). Dahinter verbirgt sich das 20 000 Quadratmeter große Grundstück an der Wasserwerk-Kreuzung in Altenerding neben der Herzog-Tassilo-Realschule und dem Klinikum Erding. Die Nummer 231 steht für den Plan von Investor Karl Wiedenmann, auf der Basis einer Stiftung ein Leistungszentrum für den bayerischen Handballsport zu errichten. Vor gut einem Jahr sind die Pläne bekannt geworden.

Sie sehen unter anderem eine wettkampftaugliche Vierfachhalle mit Internat, Vier-Sterne-Hotel mit 200 Betten und Tagungsmöglichkeiten, eine Tiefgarage und oberirdische Stellplätze vor. Die Stiftung wurde nach dem tragischen Unfalltod eines jungen Altenerdinger Spielers zu diesem Zweck gegründet. Dahinter steckt Wiedenmann, der aus der Finanzbranche kommt und in einem Investmentunternehmen tätig ist.

Die Pläne schlugen in Erding ebenso wie in der Handball-Szene ein wie eine Bombe. Von einem „echten Knaller“ sprach bei der Vorstellung der Pläne im März 2017 im Rathaus Werner Lauer, Handball-Abteilungsleiter der SpVgg Altenerding. Wiedenmann erklärte damals, er stehe bereits mit dem Grundeigentümer, einer örtlichen Landwirtsfamilie, in konkreten Kaufverhandlungen.

Danach passierte lange nichts mehr. Es wurde still um das Handball-Leistungszentrum. Schließlich riss Gotz der Geduldsfaden.

Er brachte die Aufhebung des Bebauungsplans ins Spiel. Gotz versichert unserer Zeitung, er habe dies nicht aus böser Absicht getan. „Es handelt sich aber um eine städteplanerisch sehr wichtige Fläche“, so der OB mit Verweis auf Erweiterungsmöglichkeiten für Realschule und Krankenhaus. Auch für die Freiwillige Feuerwehr Altenerding suche man nach einem Ersatzstandort. Die Wache an der Holunderstraße ist seit Jahren zu klein.

Zudem braucht die Stadt dringend Sportflächen. Im Leistungszentrum soll die Stadt Belegungsrechte bekommen, vor allem für die SpVgg. Sie hat mit 18 Jugend- und vier Erwachsenen-Mannschaften die größte Abteilung in ganz Altbayern. Die Herren haben soeben den Aufstieg in die Landesliga geschafft. „Wenn das hier nicht klappt, müssen wir noch schneller die Dreifachhalle neben dem Eisstadion realisieren.“ Klarheit verlangte Gotz nicht nur darüber. „Ich will auch wissen, woher die Mittel kommen. Es muss gewährleistet sein, dass die Millionen nicht aus irgendwelchen dubiosen Quellen fließen“, so der OB.

Grundstücksverkauf soll bald erfolgen

Doch kaum war der Punkt auf der Tagesordnung, kam Bewegung in die Debatte. Es fanden mehrere Gespräche zwischen Stadt und Investor statt, das letzte eine Stunde vor der Stuva-Sitzung am Dienstagabend. Der Weckruf Gotz’ hatte offensichtlich Wirkung gezeigt. Kurzfristig wurde die Beerdigung des Großprojekts abgeblasen, der Tagesordnungspunkt diskussionslos abgesetzt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung versichert Wiedenmann: „Der Grunderwerb wird in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Wir sind uns mit dem Eigentümer einig.“ Die Gelder seien da, hätten bislang aber noch nicht freigegeben werden können. Danach werde die Planung zügig vorangetrieben“, versprach der Investor. An dem Volumen habe sich nichts geändert. Später sollen hier Bayerns beste (Nachwuchs-)Handballer trainieren, spielen und lernen. Gotz ist versöhnlich: „Es ist nach wie vor ein tolles Projekt. Ich hoffe, dass es kommt.“

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