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Beliebte Hunderasse in Erding: der Golden Retriever. 42 gibt es in der Stadt.

Debatte in Erding 

Ein klares Ja zur Hundesteuer

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Erding - 1268 Hunde sind in der Stadt Erding gemeldet. Die beliebteste Rasse ist gar keine, denn es sind die Mischlinge. 533 von ihnen gibt es hier. Für alle Hunde müssen ihre Halter Steuern bezahlen. Über deren Sinn ist im Stadtrat eine Debatte entbrannt.

Erst im Dezember 2017 hatte der Stadtrat die neue Hundesteuersatzung beschlossen, allerdings unter der Maßgabe, diese noch grundsätzlich diskutieren zu wollen. Das geschah am Dienstagabend im Verwaltungs- und Finanzausschuss, auf durchaus unterhaltsame Weise.

Die große Mehrheit der Stadträte war sich einig, dass die Hundesteuer Bestand haben solle und folgte damit der Empfehlung von Amtsleiter Reinhard Böhm. Er begründete dies unter anderem damit, dass die durch die Steuer vorhandenen Angaben über die Hundehalter auch den Vollzug des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes erleichtern, wenn es beispielsweise zu Bissschäden oder Beißattacken komme. „Diese ordnungsrechtliche Seite der Satzung ist wichtig“, betonte Böhm – auch im Hinblick auf die Kampfhundehaltung.

Von dieser Sorte gibt es aktuell keinen in Erding. Allerdings berichtete Hubert Niestroy (SPD) von einem Hund in Altenerding, der nach Beißattacken die Auflage von der Stadt habe, nur angeleint und mit Maulkorb ausgeführt zu werden. „Er wurde aber wiederholt ohne beides gesehen“, erzählte Niestroy und fragte: „Was kann man da tun? Als Kampfhund ausweisen?“ Das gehe nicht, antwortete Oberbürgermeister Max Gotz (CSU). Böhm ergänzte aber, dass Hundehalter, die von der Stadt einen Bescheid für Leinenzwang erhalten, eine Ordnungswidrigkeit begehen, wenn sie den nicht einhalten. Zur Beweissicherung solle man sich Tag, Ort und Uhrzeit merken und dem Rathaus melden.

Die grundsätzliche Sinnhaftigkeit der Hundesteuer zog Hans Egger (Erding Jetzt) in Zweifel. „Das ist ein deutsch-österreichisches Phänomen“, sagte er. „In ganz Europa gibt’s keine Hundesteuer.“ Ihm missfällt die Ungleichbehandlung von Haustieren. „Es gibt keine Pferde-, Hasen- oder Meerschweinchensteuer.“ Er schlug vor, die Hundesteuer ganz abzuschaffen. Rainer Mehringer (Freie Wähler), selbst Hundebesitzer, sah das anders: „Ein Hund weicht als Haustier etwas ab vom Kanarienvogel oder Meerschweinchen. Er nutzt nämlich auch den öffentlichen Raum.“ Es sei durchaus im Sinne des Tierschutzes, wenn man den Halter kontrollieren könne.

Letztlich stimmten bis auf Egger alle Stadträte im VFA für die Hundesteuersatzung. Auf Vorschlag von Eva Döllel (ÖDP) wird diese noch ergänzt. Es soll künftig nämlich eine Ermäßigung für Menschen geben, die den Hundehalterführerschein haben.

In der Stadt Erding sind für den ersten Hund 35 Euro im Jahr an Steuern zu zahlen, für den zweiten sind es 50, für den dritten 70 Euro. Ein Kampfhund würde 600 Euro kosten. Aktuell ist aber keiner gemeldet. Im vergangenen Jahr hat die Stadt aus der Hundesteuer gut 47 000 Euro eingenommen.

Beliebteste Rassen in Erding:

1. Mischling 533

2. Labrador 51

3. Chihuahua 49

4. Golden Retriever 42

5. Jack Russel Terrier 37

6. Malteser 30

7. Labrador-Retriever 28

8. Havaneser 20

9. Rauhaardackel 15

10. Schäferhund 12

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