Immer ein Lächeln auf den Lippen: So kannte man Sebastian Hupfer. Er starb mit 69 Jahren.
+
Immer ein Lächeln auf den Lippen: So kannte man Sebastian Hupfer. Er starb mit 69 Jahren.

NACHRUF - Trauer um Sebastian Hupfer – Der Erdinger hatte sich der Kultur und dem Umweltschutz verschrieben

Ein Mann der leisen Töne

Erding – Der Hupfer Wast hat sich auf seine letzte Wanderung begeben. Der Erdinger starb mit 69 Jahren nach langer schwerer Krankheit.

Sebastian Hupfer stammt aus einer alteingesessenen Erdinger Familie. Sein Vater gleichen Namens war lange Zeit Kirchenmusiker von St. Johannes. In der Familie war viel musisches Talent beheimatet. Sebastian Hupfer sang als begehrter Chorsänger mit seinem schönen Tenor in vielen Ensembles, darunter der Kantorei Erding, dem Chor von St. Johannes und dem Erdinger Vokalensemble. Er spielte Klavier, setzte sich mit verschiedensten Musikrichtungen auseinander, war ein Kenner alter Musik, hatte ein Faible für zeitgenössische Kompositionen, die neue, überraschende Wege suchen, liebte Jazz und Rockmusik.

Sein letztes Rechercheprojekt über Live-Bands im Landkreis konnte der Erdinger nicht mehr vollenden. Doch er hat dafür noch mit einigen Kulturschaffenden das Gespräch gesucht.

Sebastian Hupfer war nicht nur ein Kunstfreund, er verstand auch viel davon, ohne Aufhebens darum zu machen. Als Förderer erwarb er Werke regionaler Künstler, besuchte Ausstellungen und Konzerte, gehörte einfach auch selbst zur Erdinger Kulturszene. Viele kennen ihn noch aus der Zeit der Artothek Picnic, von zwanglosen Treffen im Altenerdinger Parkcafé oder von seinen Abstechern ins geschätzte Speak Easy.

Sebastian Hupfer ging mit bescheidener Liebenswürdigkeit, toleranter Weltoffenheit und erdverbundener Bodenständigkeit durchs Leben, war ein loyaler und aufrichtiger Freund – „ein Mann der leisen Töne“, so eine enge Freundin. Bei aller höflichen Zurückhaltung war Sebastian Hupfer einer, der sich nicht verbiegen ließ – ein kluger und unbestechlicher Denker, ein unabhängiger und wacher Geist.

Fachlich versiert, begeisterte er sich für die kleinsten Schönheiten der Natur, propagierte den Umweltschutz nicht nur, sondern lebte ihn auch. Hupfer engagierte sich über 22 Jahre lang im Kreisvorstand des Landesbunds für Vogelschutz, betrieb Biotoppflege und hielt Vorträge. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Hupfer der Umweltpreis der Stadt Erding verliehen. In Plastik verschweißte Produkte, Internet, Computer und Handy hatten in seinem Leben nichts verloren.

Er widmete sich viel lieber ausgiebig der Zeitungslektüre bei seinen täglichen Besuchen in der Stadtbücherei. Für seine Freunde organisierte er anhand des genauen Studiums topografischer Karten individuelle, auf die verschiedenen Bedürfnisse abgestimmte Wanderungen.

Als stiller und verlässlicher Helfer im Hintergrund war er bei vielen Veranstaltungen tätig, unterstützte auch die Flüchtlingsarbeit. Bei Wind und Wetter immer mit dem Fahrrad unterwegs – so sah man den Erdinger oft durch die Stadt fahren. Sein hintersinniger Witz passte zu seiner Vorliebe für Karl Valentin.

Seine Familie, sein Freundeskreis, seine Weggefährten, alle die ihn kannten und ihm verbunden waren, vermissen den Hupfer Wast. Was bleibt, ist liebevolle Erinnerung. Die Beisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Der Termin wird noch bekannt gegeben. VRONI VOGEL

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare