Mehr Zeit für die Familie bleibt Josef Grundner (M.) ab August. Bei seiner Verabschiedung als Leiter der Mädchenrealschule Heilig Blut dabei waren auch (v. r.) Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder, Ralf Grillmayer (Erzbischöfliches Ordinariat), Grundners Ehefrau Angelika, Tochter Eva und deren Lebensgefährte Andreas Kirchhoff.
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Mehr Zeit für die Familie bleibt Josef Grundner (M.) ab August. Bei seiner Verabschiedung als Leiter der Mädchenrealschule Heilig Blut dabei waren auch (v. r.) Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder, Ralf Grillmayer (Erzbischöfliches Ordinariat), Grundners Ehefrau Angelika, Tochter Eva und deren Lebensgefährte Andreas Kirchhoff.

Realschuldirektor Josef Grundner in Ruhestand verabschiedet – Anerkennung von allen Seiten

„Ein Menschenfreund im besten Sinne“

  • Gabi Zierz
    VonGabi Zierz
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Erding - Nach fast 42 Jahren im Schuldienst geht Josef Grundner, Leiter der Mädchenrealschule Heilig Blut in Erding, in Ruhestand. Ein berührender Abschied.

„Willkommen im schönsten Beruf der Welt.“ So hat Josef Grundner stets die Referendare begrüßt, wenn sie an seine Schule kamen. Grundner war Lehrer aus Leidenschaft. 42 Jahre lang, die letzten zehn an der kirchlichen Mädchenrealschule Heilig Blut. Am Freitag wurde der 65-Jährige im Rahmen eines Gottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Johannes verabschiedet.

Das war sein Wunsch. Und es war eine berührende Stunde, die den großen Festakt, der coronabedingt nicht stattfinden konnte, nicht vermissen ließ.

„Empathisch, sorgend, menschenfreundlich im besten Sinn“ – so beschrieb Ralf Grillmayer, Beauftragter des Erzbischöflichen Ordinariats für Schulen, Grundner in seiner Ansprache. Er sei ein Schulleiter gewesen, der in Auftreten und Person die christliche Überzeugung verkörpert habe. Ein Schulleiter, der etwas bewegen und positiv gestalten konnte, der offen für Innovationen gewesen sei. „Bei all dem spürte man, wie gern Sie Lehrer sind“, sagte Grillmayer und dankte Grundner für alles, „was Sie hier mit Umsicht, Liebe und Herzensgüte geleistet haben“.

Sehr persönlich war die Ansprache von Wilhelm Kürzeder, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberbayern-Ost. Er war einst Grundners Kollege an der Realschule Taufkirchen. Dort hatte Grundner nach dem Studium sein Referendariat absolviert. 19 Jahre blieb er der Schule treu, habe das religiöse Leben dort ganz entscheidend geprägt. „Ich habe viel von dir gelernt und dich manchmal beneidet“, bekannte Kürzeder. Auch an der Realschule Wasserburg, an die Grundner als Konrektor wechselte und die er später bis 2011 leitete, würden „alle, die dich erlebt haben, von deiner Empathie und Menschlichkeit schwärmen“.

Grundner habe stets für seine Schule gebrannt, in den vergangenen zehn Jahren für die Mädchenrealschule Heilig Blut – eine Schule mit ausgezeichnetem Ruf, so Kürzeder. Er nannte Auszeichnungen, Projekte und die großen Spendenaktionen der Schule, erinnerte an die Digitalisierung und die Erweiterungsmaßnahmen in Grundners Ära. „Man weiß, hier sind die Kinder geborgen, hier lernen sie fürs Leben und bekommen Halt. Heilig Blut ist eine Bank.“ Gut 1000 Mädchen werden dort unterrichtet, am Donnerstag verabschiedete Grundner in einer seiner letzten Amtshandlungen den besten Abschlussjahrgang in seiner Laufbahn als Schulleiter (wir berichteten).

Nachdem er seine Entlassurkunde unterschrieben hatte, sagte der Vielgelobte: „Jetzt hab’ ich’s auch verstanden, dass es soweit ist.“ Es sei eine lange und erfüllte Zeit gewesen. „Irgendwann muss man halt auch aufhören können und ich hoffe, dass ich das kann.“ Grundner dankte Kollegen und Mitarbeitern. Besonders freute ihn, dass alle drei Schülersprecherinnen zum Gottesdienst gekommen waren. Denn: „Wir sind Dienstleister für unsere Schülerinnen“, betonte er.

Stadtpfarrer Martin Garmaier war in seiner Predigt auf den Emmaus-Gang zweier Jünger eingegangen, die durch die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus fürs Leben gestärkt wurden. Er wünschte Grundner, „dass du deinen Weg gehen kannst und entdeckst, dass Jesus mitgeht, auch im Ruhestand“.

Für ein persönliches Gespräch bot sich im Anschluss an den Gottesdienst, den Schülerinnen und Lehrer der Realschule musikalisch mitgestaltet hatten, Gelegenheit beim Sektempfang im Johanneshaus. Übrigens: Auch alle Ministrantinnen, die den Gottesdienst mitfeierten, besuchen die Mädchenrealschule Heilig Blut, wie Garmaier erzählte. Nur eine noch nicht. Sie fängt aber im September dort an.

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